Bundestrainer Joachim Löw dürfte in den nächsten Monaten wenig zu tun haben.
Bundestrainer Joachim Löw dürfte in den nächsten Monaten wenig zu tun haben.
Bild: imago images / Sven Simon / FrankHoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Was wird aus der Fußball-Europameisterschaft? Neues Szenario gilt als Option

15.03.2020, 11:5115.03.2020, 12:22

Beinah stündlich gibt es News rund um das Coronavirus, das die Welt in Atem hält. So auch im Profisport: Am Freitagvormittag wollte die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Bundesliga-Spieltag noch vor leeren Zuschauerrängen stattfinden lassen, am Nachmittag stellte sie den ganzen Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie vorerst ein. Wie Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und alle anderen Bereiche der Gesellschaft, steht der Fußball vor einer ungeklärten Zukunft.

Bislang hat die DFL den Spielbetrieb bis zum 2. April ausgesetzt, der Berliner Senat will sogar bis zum 19. April pausieren lassen. Auch die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat alle Partien in der Champions League und in der Europa League vorerst gestoppt.

Die Nationalmannschaft wird ebenfalls nicht spielen: Das Länderspiel gegen Italien am 31. März wurde durch die Stadt Nürnberg abgesagt. Die FIFA hat auch die Absage des Testspiels gegen Spanien am 26. März empfohlen.

Wie geht es nun weiter?

In Deutschland gibt es am Montag eine Mitgliederversammlung der Profiklubs, die über ein weiteres Vorgehen entscheiden. Bei der Uefa ist am Dienstag eine Krisensitzung per Videokonferenz mit allen 55 Mitgliedsverbänden geplant. Bei den Versammlungen soll beraten werden, wie es nun weitergehen soll mit den nationalen Ligen, den internationalen Pokalen und auch einem ganz wichtigen Turnier im Sommer: Vom 12. Juni bis 12. Juli soll schon die Europameisterschaft in 12 europäischen Städten stattfinden. Doch ist das realistisch?

Die Entscheidung steht noch nicht fest, doch die verschiedenen Szenarien werden von Tag zu Tag unrealistischer. So wurde über Geisterspiele oder ein Wechsel der Standorte in weniger betroffene Gebiete gemutmaßt. Laut übereinstimmenden Medienberichten galt eigentlich die Verschiebung des ersten paneuropäischen Turniers um ein Jahr in den Sommer 2021 als erste Option.

Am Samstagabend kam nun aber eine weitere Möglichkeit ins Spiel: Da FIFA-Chef Gianni Infantino seine für 2021 geplante Klub-WM wohl nicht verschieben will, soll die Europameisterschaft im Winter stattfinden. Das berichtet der englische "Telegraph".

Dies würde dem Vereinsfußball ebenfalls Zeit verschaffen, um die angehaltene Saison noch im Sommer zu Ende zu spielen. "Wir plädieren dafür, die EM abzusagen, um bis Ende Juni Zeit zu haben, die Saison mit Zuschauern zu Ende zu spielen", sagte Martin Kind, Mehrheitsgesellschafter von Zweitligist Hannover 96 den "RND-Blättern".

Gibt es also ein Bundesliga-Finale im Sommer?

Auch dieses Szenario könnte in wenigen Tagen schon nicht mehr aktuell sein.

Vor einigen Wochen dachten führende Experten wie der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité noch, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus abschwächen könnte, wenn es wärmer wird. Das hat sich mittlerweile aber geändert. In der Montagsausgabe des NDR-Podcasts "Coronavirus-Update" gab Drosten einen Einblick in eine Modellierung von Forschern aus den USA. "Die sagt voraus, dass der Temperatureffekt auf dieses Virus relativ klein sein wird", erklärt Drosten.

Die Forscher simulierten mithilfe von Daten aus den Vereinigten Staaten die weitere Übertragung des Coronavirus bis zum Jahr 2025. Bei der Simulation stellten sie keine langsamere Ausbreitung bei steigenden Temperaturen fest. Drosten erklärt dazu: "Wir müssen damit rechnen, dass ein Maximum von Fällen in der Zeit von Juni bis August auftreten wird."

Dass es zu dieser Zeit also ein Bundesliga-Saisonfinale oder gar eine Europameisterschaft gibt, ist ziemlich unwahrscheinlich. Die Welt beschäftigt sich derzeit aber ohnehin mit einem ganz anderen Wettstreit, als mit Fußballspielen.

(bn)

Analyse

Erster Sieg, erste Trophäe – "Der Titel ist eine Belohnung für die letzte Saison": Nach holpriger Vorbereitung startet die Nagelsmann-Ära beim FC Bayern erfolgreich

Vor 43 Tagen, am 7. Juli, begann die Ära Julian Nagelsmann beim FC Bayern München. Mit einem Lacher. Auf seiner Antritts-Pressekonferenz wurde er auf die Vertragslaufzeit von fünf Jahren angesprochen. Cool und lachend antwortete der 34-Jährige: "Das bedeutet mir sehr viel, für ein Jahr wäre ich nicht gekommen. Das sind Vorschusslorbeeren, dem möchte ich gerecht werden. Es gibt einem das Gefühl, liefern zu müssen."

Und auch Sport-Vorstand Hasan Salihamidžić war total begeistert bei der …

Artikel lesen
Link zum Artikel