RB Leipzig Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.
RB Leipzig Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.bild: youtube.com/rbleipzig/screenshot watson

Russland-Krise: RB-Leipzig-Boss Mintzlaff kämpft mit den Tränen

02.03.2022, 11:40

Am Montag entschieden sich nach langem Zögern auch der Fußball-Weltverband Fifa und die Uefa, Russland und alle russischen Teams aus allen Wettbewerben zu werfen.

Für RB Leipzig bedeutet das, dass die Sachsen im Achtelfinale der Europa League nicht gegen Spartak Moskau antreten, sondern automatisch in die nächste Runde einziehen. Dabei vermieden die Leipzig-Bosse bis zur Entscheidung der Verbände ein klares Statement zum russischen Einmarsch in die Ukraine und ließen offen, ob sie spielen würden.

RB-Boss Oliver Mintzlaff nahm angesprochen auf dieses Thema auf einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen vor dem DFB-Pokal-Spiel bei Hannover 96 erstmals Stellung.

"Wir sind alle zutiefst geschockt von den Ereignissen, die in diesem Krieg geschehen. Natürlich hat das auch bei uns große emotionale Löcher mit sich gebracht. Wir haben wahrgenommen, dass viel diskutiert wurde, wie sich RB verhält", sagte Mintzlaff

Dauerhafter Austausch mit DFL-Chefin Hopfen und Uefa-Boss Čeferin

Der 46-Jährige erklärte nun, dass intern darüber diskutiert wurde, wie sie mit diesem Los umgehen und ob ein Boykott die richtige Maßnahme sei. "Wir konnten unsere Gedanken nicht richtig sortieren, aber wer kann das schon in so einer Situation, die völlig neu ist: ein Krieg vor unserer Haustür", erzählte er.

Zwischen Klub, DFL-Chefin Donata Hopfen und Uefa-Boss Alexander Čeferin soll es über das vergangene Wochenende immer wieder Kontakt gegeben haben, um über die Situation zu sprechen. Schlussendlich sei es der Wunsch der Uefa gewesen, das Spiel als Veranstalter des Wettbewerbs abzusagen. "Und dazu gab es keine Alternative, das war uns auch bewusst", sagte er klar.

Auch Mintzlaff musste öffentlich viel Kritik einstecken, dass er sich bis zu seinem Auftritt am Dienstag nicht zur Situation äußerte. Während er mit den Tränen rang, sagte er sehr deutlich, wie es ihm in der aktuellen Situation gehe.

"Uns hat das hier auch alles betroffen. Und ich bin auch emotional angegriffen." Und mit zitternder Stimme ergänzte er: "Und wenn man dann so viel Scheiße liest, da fragt man sich, wie krank ist das eigentlich? Wir bekommen überall Kritik, wissen Sie, welche Frage ich mir stelle: Wann findet dann überhaupt noch ein Fußballspiel statt, wenn Krieg ist? Das müssten wir uns ja alle fragen, ob wir das in der jetzigen Situation überhaupt können?"

Beim Auswärtsspiel in Bochum sei die Stimmung im Stadion bis zum 1:0 von Leipzig-Stürmer Christopher Nkunku auch gut gewesen. Man hätte nicht gemerkt, dass die Welt gerade still steht oder sich verändert. "Hier gibt es auch nicht richtig oder falsch. Es ist eine Situation, mit der wir uns nie befasst haben."

Was RB mit der Prämie der Uefa in Höhe von zwei Millionen Euro macht, ließ der Vereinsboss noch offen. "Wir werden uns Gedanken machen", sagte er abschließend. Zudem berichtete er, dass von der DFL und allen Bundesliga-Teams Aktionen zur Unterstützung geplant seien.

(lgr)

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