HSV-Coach Tim Walter echauffiert sich bei der Erstrunden-Partie gegen die SpVgg Bayreuth.
HSV-Coach Tim Walter echauffiert sich bei der Erstrunden-Partie gegen die SpVgg Bayreuth.Bild: imago / Kirchner-Media

"Hau ab": HSV-Trainer Walter gerät mit DFB-Pokal-Gegner heftig aneinander

02.08.2022, 10:42

Es war ein Kraftakt: In der ersten Runde des DFB-Pokals hat der HSV am Samstag Drittliga-Aufsteiger SpVgg Bayreuth besiegt. Nachdem die Süddeutschen durch einen abgefälschten Freistoß von Luke Hemmerich in der 16. Minute in Führung gegangen waren, hatte der HSV den Großteil des Spiels über hinterherlaufen müssen.

Erst in der 83. Minute gelang durch Ransford-Yeboah Königsdörffer der späte Ausgleich. In der Verlängerung ging dem unterklassigen Gegner dann die Luft aus, Sebastian Schonlau (97.) und nochmal Königsdörffer (111.) sorgten für den 1:3-Endstand.

Ransford-Yeboah Königsdörffer rennt nach seinem Ausgleichstreffer mit Ball zum Anstoßpunkt.
Ransford-Yeboah Königsdörffer rennt nach seinem Ausgleichstreffer mit Ball zum Anstoßpunkt.Bild: picture alliance / Daniel Löb

Platzverweis-Stress zwischen Walter und Kleine

Trotz der Vorentscheidung fand ein persönliches Duell erst fast Minuten später seinen Höhepunkt: Im Verlauf der hitzigen Partie hatte der aufbrausende HSV-Trainer Tim Walter sich immer wieder in Richtung des Schiedsrichter-Teams beschwert, hatte dafür einige Rüffel von seinem Bayreuther Kollegen Thomas Kleine geerntet.

In der 112. Minute dann rempelte der schon Gelb verwarnte Bayreuther Alexander Groiß ohne Chance auf den Ball an der Seitenlinie Maximilian Rohr um, HSV-Coach Walter und sein Assistent waren sofort außer sich. Schiedsrichter Michael Bacher schickte Groiß mit Gelb-Rot vom Feld.

HSV-Co-Trainer Julian Hübner (M.) und sein Vorgesetzter Tim Walter (r.) gestikulieren in Richtung des Schiedsrichters.
HSV-Co-Trainer Julian Hübner (M.) und sein Vorgesetzter Tim Walter (r.) gestikulieren in Richtung des Schiedsrichters.Bild: imago / Jan Huebner

Das wiederum brachte Bayreuth-Trainer Thomas Kleine auf die Palme. "Die ganze Zeit forderst du Rot, was ist denn mit dir?", rief Kleine schon auf dem Weg zur HSV-Bank. Mit "Hau ab"-Rufen wimmelten die Hamburger den 44-Jährigen ab.

Im Anschluss der Partie geben sich Walter und Kleine die Hand, auch in den Interviews wollte keiner der beiden die Auseinandersetzung nochmal anfeuern.

Walter über HSV-Auftritt: "Die schlechteste Leistung seit langem"

Stattdessen musste Walter nach dem Spiel anerkennen, dass der unterklassige Gegner den HSV am Rande einer Niederlage hatte. "Das war ein richtig schweres Pokalspiel gegen einen Gegner, der es sehr gut gemacht hat." Sein Fazit über die eigene Leistung fiel jedoch düsterer aus: "In der ersten Halbzeit haben wir die schlechteste Leistung seit langem gezeigt."

Dabei hatte der HSV eigentlich mehr Spielanteile. Als Hamburg in der 16. Minute in Rückstand geriet, hatten sie 75 Prozent Ballbesitz. "Wir haben in der ersten Halbzeit immer wie im Handball drumherum gespielt", erklärte Walter. "Wir wollten mehr ins Eins-gegen-eins gehen. Dafür braucht man aber auch Eins-gegen-eins-Spieler. Die fehlen, es wäre schön, etwas dazuzubekommen."

Wohl keine weiteren Transfers geplant, Königsdorffer könnte durchstarten

Anscheinend hofft der HSV-Coach noch auf eine Neuverpflichtung im Sturm. Dabei hat man den bisherigen Goalgetter Robert Glatzel (letzte Saison: 22 Liga-Tore) im Sommer halten können.

HSV-Goalgetter Robert Glatzel legte gegen Bayreuth das 3:1 per Traumpass auf.
HSV-Goalgetter Robert Glatzel legte gegen Bayreuth das 3:1 per Traumpass auf.Bild: imago / kirchner-media

Wie "Bild" berichtet, soll es jedoch keine weiteren Transfers geben, unter anderem weil HSV-Coach Tim Walter bereits viele vielversprechende, junge Profis im Kader hat.

Einer davon ist der aus Dresden neu verpflichtete Ransford-Yeboah Königsdörffer. Erst nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit entwickelte der HSV am Samstag Torgefahr. In seinem dritten HSV-Spiel traf der 20-Jährige nicht nur doppelt das Tor, sondern auch noch einmal die Latte.

Vergangenes Jahr bei Dynamo traf Königsdorffer in 30 Zweitligaspielen fünf Mal. Beim HSV wartet er noch auf seinen ersten Ligatreffer. Mit seiner Leistung im DFB-Pokal dürfte er sich jedoch für weitere Einsatzzeiten empfohlen haben.

(kpk)

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