Fussball, FIFA WM Qualifikation Gruppe J L

"Wir für 30": Vor Beginn des Spiels protestiert die deutsche Nationalmannschaft erneut für Menschenrechte im Wüstenstaat Katar. Bild: IMAGO / Nico Herbertz

"Wir für 30": DFB-Elf protestiert erneut gegen Katar-WM – und erntet massive Kritik

Am Mittwochabend wartete auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Qualifikation für die WM 2022 in Katar ein vermeintlich leichter Gegner: Nordmazedonien. Der völlig überraschende Triumph des Weltranglisten 65. über die DFB-Auswahl blieb aber Nebensache.

Vor Anpfiff versammelten sich alle Spieler, um ein großes Plakat mit der Aufschrift "Wir für 30" auszubreiten. Damit legen die Jungs von Bundestrainer Jogi Löw nach der Trikotaktion gegen Island nach. Gegen die Nordeuropäer präsentierte die DFB-Elf den Schriftzug "Human Rights" auf seinen Trikots.

Die Aktion kritisierte die Menschenrechtsverletzungen, die in Katar beim Bau der Stadien für die kommende Fußballweltmeisterschaft jeden Tag passieren.

Statement zu UN-Menschenrechtserklärung

Das Statement "Wir für 30" bezieht sich auf die 30 Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurden.

Auf der Website des DFB folgte später am Abend noch ein Statement der Spieler zu ihrer Aktion: "Ihr kennt uns als Nationalspieler. Aber in erster Linie sind wir Menschen mit Träumen, Zielen, Wünschen, Sorgen, Ängsten. Und mit Werten. Für diese Werte spielen wir. Überall auf der Welt. Denn Menschen haben Rechte. Überall auf der Welt. Sie sind nicht verhandelbar, nicht teilbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Pflicht eines jeden von uns. Mit diesen Rechten spielt man nicht."

In sozialen Medien kritisieren viele Fans jedoch erneut eine "Doppelmoral" oder "Heuchelei" der Spieler, weil man ja letztlich doch nach Katar fliegen würde.

Social Media-Nutzer kritisieren Protest der Nationalmannschaft

In den Kommentaren unter dem Tweet der Nationalmannschaft ärgern sich Fans über die Halbherzigkeit, die die ganze Aktion in ihren Augen ausstrahlt. "Wenn es euch wirklich das bedeutet, was ihr vorgebt, dann fahrt da halt nicht hin. Und zwar freiwillig, vorher kommuniziert und nicht durch Nichtqualifikation", schreibt ein Nutzer. Ein weiterer findet: "30 von euch schießen auch kein Tor! Und euren Gratismut könnt ihr euch schenken!"

Schon die Vergabe der WM 2022 nach Katar wurde und wird vor allem in Europa stark kritisiert. Der Wüstenstaat hat mit dem Bau vieler Stadien erst nach der Vergabe der Weltmeisterschaft begonnen. Rund 6500 Bauarbeiter sollen während der Arbeiten schon ums Leben gekommen sein.

Auf Twitter tun einige Nutzer offen ihren Unmut über den "Gratismut" der DFB-Elf kund.

(vdv)

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