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Die HSV-Profis Sergej Barbarez und Daniel Van Buyten können die Entscheidungen von Robert Hoyzer nicht fassen. bild: imago sportfoto

Unvergessen

In Minute 35 begann es – Wie Skandal-Schiri Hoyzer Paderborn zum Sieg gegen den HSV pfiff

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils auf ein großes Ereignis der Sportgeschichte zurück: Am Dienstagabend spielt der SC Paderborn gegen den HSV im DFB-Pokal. Ein Spiel, das 2004 zu einem der größten Skandale führte, die der deutsche Fußball jemals gesehen hat. Schuld daran: Schiedsrichter Robert Hoyzer. Er ließ sich von einer kroatischen Mafiabande bestechen und manipulierte acht Partien der Regionalliga und der Zweiten Bundesliga. Am 21. August 2004, beim DFB-Pokalspiel HSV gegen den Regionalligisten SC Paderborn, überspannte Hoyzer den Bogen.

Es scheint ein Spieltag wie jeder andere zu werden: Die Hamburger werden der Favoritenrolle im DFB-Pokalspiel gegen den SC Paderborn gerecht. Der Führungstreffer fällt bereits in der 13. Minute. In der 30. Minute folgt das 2:0 für den HSV. Doch der Pokal hatte an diesem Tag seine eigenen Regeln – seine ganz eigenen.

Der Unparteiische Robert Hoyzer ist an diesem Tag nicht unparteiisch – denn der Schiedsrichter ist zu diesem Zeitpunkt bereits von kroatischen Wettpaten dazu angehalten, den SC Paderborn als Sieger aus dem Spiel gehen zu lassen. Er muss handeln. Und das tut er: In der 35. Minute ändert sich der Spielverlauf abrupt.

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Diskussionen der Hamburger mit Hoyzer. Spoiler: Es wird nicht helfen. imago/sport

Der Paderborner Thijs Waterink stürzt bei einem Angriff im Strafraum, Hoyzer pfeift einen Elfmeter – ungerechtfertigt. Paderborn macht das Tor. Der Hamburger Torschütze (und bisher beste Spieler) Emile Mpenza erkennt den falsch gepfiffenen Elfmeter und beginnt Hoyzer zu beschimpfen, dieser schickt ihn kompromisslos mit Rot vom Platz.

Genauso geht es weiter: Noch vor dem Halbzeitpfiff macht Paderborn den Ausgleich. Kurz nach dem Beginn der zweiten Hälfte pfeift Hoyzer wieder einen Elfmeter für den SC – es ist der Führungstreffer. Wieder unverdient.

HSV-Spieler Bastian Reinhardt nach dem Spiel:

"Also ich hab noch nie ein Spiel gegen einen Schiedsrichter verloren, das war heute das erste Mal. Also Hut ab, für meine Begriffe hat der Schiri heute das Spiel entschieden.“

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Die Underdogs gewinnen das Spiel mit 4:2 und die Frustration bei den Hamburger Spielern und Fans könnte nicht größer sein. Allen ist klar, dass Hoyzer Fehlentscheidungen getroffen hat – an einen Wettbetrug denkt zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand.

Dann wird es eng für Hoyzer...

Erst im Januar 2005 werden erste Ermittelungen gegen Hoyzer gestartet, nachdem mehrere Schiedsrichter ihren Verdacht gegenüber dem DFB äußern. Hoyzer gerät unter Druck und gesteht die Manipulationen: Acht Partien der Regionalliga, der Zweiten Bundesliga und im DFB-Pokal habe er manipuliert. 67.000 Euro und einen Plasma-Fernseher habe er für diese Manipulationen bekommen.

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Hoyzer tritt im Mai 2007 seine Haftstrafe in der JVA Hakenfelde an. imago/sports

Im November 2005 wird Hoyzer zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt und vom DFB lebenslang gesperrt. Wegen guter Führung wird Hoyzer allerdings schon 2008 aus dem Gefängnis entlassen. Zudem wird die lebenslange Sperre vom DFB im Jahr 2011 gelockert – er darf im Amateurbereich selbst wieder Fußball spielen. Als Schiedsrichter darf Hoyzer allerdings nie wieder antreten. Hoyzer arbeitet heute beim Online-Vergleichsportal Idealo und stottert die Strafzahlung von 126.000 Euro ab: Bis 2026 muss er jährlich 8400 Euro an den Verband überweisen. (Bild)

Folgen für den HSV und Klaus Toppmöller

Nach der Niederlage gegen Paderborn, schlittert der HSV in eine schwere Krise – am achten Bundesliga-Spieltag stehen die Hamburger auf dem letzten Tabellenplatz. Noch bevor der Skandal auffliegt, wird Trainer Klaus Toppmöller entlassen.

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Klaus Toppmöllers Karriere hat der Skandal nicht gut getan. imago/sport

"Das Ding war so offensichtlich, dass das Betrug war, das kann ich heute noch nicht glauben. Robert Hoyzer hat meine Zeit beim HSV kaputt gemacht", sagt Toppmöller fast 15 Jahre danach.

Nach dem Aufdecken der Manipulation wird das Spiel weder zugunsten des HSV gewertet noch wiederholt. Für den Verein gibt es lediglich eine finanzielle Entschädigung in Höhe von zwei Millionen Euro vom DFB. Ex-HSV Trainer Toppmöller ist zu diesem Zeitpunkt bereits in Georgien Nationaltrainer, in die Bundesliga hat er es nie wieder geschafft.

So hoch ist die Blamagen-Wahrscheinlichkeit im DFB-Pokal

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