Sport Bilder des Tages FLITZER im Lusail Stadion mit Regenbogen Flagge FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2022 in Katar Vorrundenspiel Gruppe H Portugal - Uruguay am 28.11.2022 im Lusail  ...
Rundumschlag mit dem Outfit: Der Flitzer während der Partie zwischen Portugal und Uruguay heißt Mario Ferri.Bild: www.imago-images.de / imago images
WM 2022

Kein Unbekannter – das ist der Flitzer von der WM

Der Flitzer mit der italienischen Peace-Fahne (ital.: Pace), einem Friedenssymbol, an der WM in Katar ist kein Unbekannter: Mario "Falco" Ferri machte schon früher mit politischen Botschaften bei Platzstürmen von sich reden.
29.11.2022, 11:35
watson.ch

Als mutig wurde seine Aktion vielfach beschrieben: Der Flitzer, der während der Partie zwischen Portugal und Uruguay den Platz stürmte, holte mit seinem Outfit zum Protest-Rundumschlag aus.

Die in Katar ungern gesehene Regenbogenfahne, beziehungsweise in seinem Fall die italienische Peace-Flagge, die er mit sich trug, symbolisiert Vielfalt und Toleranz und gilt als Symbol der LGBTIQ+-Community. Auf dem Bauch seines Superman-Shirts solidarisierte sich der Mann mit der von Russland attackierten Ukraine und auf seinem Rücken forderte er Respekt für die gegen das Regime protestierenden iranischen Frauen ein.

221128 A pitch invader during the FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2022 football match between Portugal and Uruguay on November 28, 2022 in Doha. Photo: Joel Marklund / BILDBYRAN / kod  ...
Auf der Flucht vor den Sicherheitskräften: Mario Ferri bei seinem Platzsturm.Bild: www.imago-images.de / imago images

Die Regie bemühte sich den Platz-Stürmer so rasch wie möglich wegzuschneiden, die Fifa will bekanntlich keine politischen Botschaften in Katar sehen. Doch es war zu spät – Mario Ferris Protest wurde längst von Kameras der Fotografen festgehalten und ging um die Welt. Doch wer ist der Mann mit dem klingenden Übernamen "Il Falco", italienisch für "der Falke"?

Kein Unbekannter. Ferri sorgte in der Vergangenheit schon mit ähnlichen Aktionen für Aufsehen. Er ist selbst Profifußballer, allerdings ein semi-erfolgreicher. Der Italiener, der aus Pescara an der Adria stammt, klapperte verschiedene Vereine in unterklassigen Ligen seines Heimatlandes ab, spielte in San Marino, Indien und auf den Seychellen.

Mehr Schlagzeilen als mit seinen fußballerischen Künsten machte Ferri mit seinen Flitzer-Aktionen. Der 35-Jährige versteht sich als Aktivist. In seiner frühen Zeit als Flitzer beschränkte er sich dabei auf fußballbezogene Botschaften. 2009 setzte er sich in einem Länderspiel zwischen Italien und den Niederlanden dafür ein, dass der italienische Stürmer Antonio Cassano in den Kader für die WM 2010 in Südafrika berufen wird.

Bildnummer: 06709378 Datum: 19.10.2010 Copyright: imago/Gribaudi/ImagePhoto
Champions League - Real Madrid (weiss) - AC Mailand (rot) - Flitzer Mario Ferri stürmt den Rasen des Estadio Bernabeu - PUBL ...
Auftritt bei der Klub-WM 2010: Ferri protestiert gegen die Steinigung einer Iranerin.Bild: imago sportfotodienst / imago images

Bereits 2010 wurde Ferri aber politischer in seinen Botschaften. Bei einem Spiel der Klub-WM zwischen Champions-League-Sieger Inter Mailand und dem afrikanischen Pendant Tout Puissant Mazembe aus der Demokratischen Republik Kongo präsentierte er ein Superman-Shirt mit der Aufschrift "Free Sakineh". Dieses bezog sich auf das Todesurteil der Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani, die durch Steinigung hingerichtet werden sollte. Ashtiani wurde 2014 nach über neun Jahren in der Todeszelle freigelassen.

Auch bei der WM in Brasilien suchte Ferri den Weg auf die große Bühne: Während der Partie zwischen den USA und Belgien betrat er erneut das Spielfeld und präsentierte die Botschaft: "Rettet die Kinder der Favelas". Dabei geriet er mit Belgien-Star Kevin de Bruyne aneinander.

De Bruyne hat wenig Freude am italienischen "Falken".
De Bruyne hat wenig Freude am italienischen "Falken".Bild: imago sportfotodienst / imago images

Nachdem Italien im Frühjahr die WM erneut verpasst hatte, witzelte Ferri auf Instagram in Anspielung auf seine Aktion von 2014, er sei tatsächlich der letzte Italiener, der seinen Fuß auf ein WM-Spielfeld gesetzt hat. Er wird dies bis mindestens 2026 bleiben.

Dass der 35-Jährige aber nicht nur einfach den großen Auftritt und das Rampenlicht liebt, bewies er im März dieses Jahres, als er kurz nach Kriegsausbruch in die Ukraine reiste und half, Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen.

Mut kann man dem Italiener also wirklich nicht absprechen, auch bei seiner jüngsten Aktion nicht. Ob und wie Ferri für seinen Rundumschlag in Katar bestraft wird, ist noch nicht klar.

(con)

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