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Nicht alle finden es toll, dass ein Impfstoff in greifbare Nähe rückt. Vorschlag von Oliver Welke und der "heute-show": Deutschland teilen! bild: zdf

Wegen "Querdenkern": "heute-show" will Deutschland wieder teilen

Seit 30 Jahren ist unser Land wiedervereint. Die Frage, die die "heute-show" (ZDF) am Freitag aufwarf, lautet: Wie lange noch? Die Satire-Crew hat nämlich einen konstruktiven Vorschlag für alle Virusleugner und Querdenker: Deutschland wieder teilen.

"Was ist bloß mit 2020 los?", fragte Oliver Welke zum Beginn der "heute-show" und konnte es selbst kaum fassen: Es gab gute Nachrichten! Trump abgewählt und ein Impfstoff in Reichweite, noch dazu made (auch) in Germany. "Wenn das eine TV-Serie wäre, müsste man sagen, die letzten Folgen der Staffel sind echt zu schmalzig, das ist ja total unglaubwürdig."

Aber doch, es gibt good news. Noch eine, auch schier unglaublich: "Es ist gelungen, am 11.11. den Karneval zu verhindern! In Köln!" Einzelne Schunkelversuche von ein paar Virusleugnern seien unterbunden worden. Apropos Virusleugner. Mit denen hat man ja schon Last, da arbeitet sich die "heute-show" regelmäßig dran ab. Aber vielleicht kann man den Querdenkern und Verschwörungstheoretikern doch etwas Gutes abgewinnen...

Impfgegner und Coronaleugner ab ins Schwobeländle!

Der Impfstoff wurde in einer Firma in Mainz mitentwickelt. Das ist schön für die Firma, die ihrer Postanschrift "An der Goldgrube 12" bald gerecht werden dürfte. Vielleicht auch schön für den Sender aus Mainz. Welke: "Das liegt doch schon von der Logistik nahe, dass ZDF-Mitarbeiter zuerst geimpft werden." Denn: Der Impfstoff wird, obwohl sich die EU bereits 300 Millionen Dosen sicherte, nicht für alle auf einmal reichen.

Wer also soll den Stoff als erster kriegen? Damit zurück zu den Coronaleugnern und Impfgegnern: Denn, so wurde herausgearbeitet, die bräuchten weder Impfstoff noch Intensivbetten, weil es Corona ja gar nicht gibt! Erforderliche Maßnahmen: Alle Querdenker und Verschwörungstheoretiker sowie unbelehrbare Party-Honks, Attila-Hildmann-Jünger und natürlich "das Ehepaar Wendler" von der Impfliste streichen! Dann bleibt mehr für die, die sich an die Regeln halten, weil sie den Ernst der Lage kapieren.

Wenn das noch nicht reiche, so der weitere Lösungsansatz der "heute-show", könne man Deutschland wieder teilen. Diesmal in eine geimpfte und eine ungeimpfte Zone. Zur ungeimpften Zone könne man, beispielsweise, Baden-Württemberg erklären. Motto: Alle Impfgegner ab ins Schwobeländle!

Pöbelnde Corona-Leugner: "Was für blöde Wichser!"

"Man kann und soll", so Welke, "über die Verhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen streiten, das machen wir auch jede Woche." Aber die eigentliche Gefahr "bleibt doch das Virus." Deshalb ist Welke auf Corona-Leugner, die Mitbürger anpöbeln, weil diese sich an die festgelegten Regeln hielten, gar nicht gut zu sprechen: "Lassen Sie es mich so sagen, wie es sich für eine Grimme-Preis-gekrönte Satire-Sendung geziemt: Was für blöde Wichser!"

Welke kritisierte auch die Großdemo in Leipzig. Es sei ein Rätsel, dass und warum diese überhaupt genehmigt werden konnte. Es sei doch klar gewesen, dass sich der "übliche Mix aus esoterisch angehauchten Impfgegnern plus eine Prise Wutbürger samt Nazibegleitung" weder an Abstandsregeln halten noch Masken tragen würde. "Gastronomie und Veranstaltungsbranche kriegen Lockdown und die Superspreader-Idioten dürfen sich zum Rudelkuscheln treffen", so Welke. Deutschland nur noch ein "Land der Dichter und Querdenker"? Wenn ja, so wurde bildhaft dargestellt, sei das zum Kotzen.

Corona bringt Pech? Nicht für Jeff Bezos

Es gebe aber auch Lichtblicke: So habe der DAX, des reichen Deutschen liebstes Kind, vor allem durch die "Geldinfusionen von Olaf Scholz" das Schlimmste überstanden. Immerhin sei so möglich geworden, dass BMW zwar die halbe Belegschaft in Kurzarbeit schicke, gleichzeitig aber den Aktionären 1,6 Millionen Euro an Dividenden auszahlen könne.

Oder, noch ein Beispiel, das Mut macht: Amazon-Chef Jeff Bezos ist seit Beginn der Corona-Pandemie um 36 Milliarden Dollar reicher geworden. Damit führt er eine Armada der Glücklichen an: Die amtierenden Milliardäre auf der Welt sind zwischen April und Juni um ein Viertel reicher geworden. Da sage noch einer, Corona bringe Pech.

Donald Trump, der "orangene Höhlentroll"

Noch der Blick über den großen Teich: Das Thema Trump beziehungsweise dessen Verhalten seit der Wahlnacht sei aus der Ferne besehen "nur noch albern". Vor Ort ist das alles aber nicht zum Lachen. Trump (Welke: "Ein Psychopath, der nur noch Chaos stiften will.") boykottiere die Machtübergabe, was einzigartig in der US-Geschichte sei. Noch immer dominiere er seine Partei, die Republikaner, in der auch bedeutende Kaliber wie Noch-Außenminister Pompeo Trumps Farce mitspielten, der von einem "reibungslosen Übergang in die zweite Trump-Amtsperiode" faselte. Welkes Fazit: "Was für eine Trümmertruppe."

Die Wahlniederlage ist noch nicht eingestanden, der Machtwechsel verzögert sich und damit auch der Mieterwechsel im Weißen Haus. Immobilienmakler Albrecht Humboldt (Alexander Schuberth) sorgte sich allerdings weniger um eine drohende Verfassungskrise ("Ist mir doch scheißegal!"), als vielmehr um die Immobilie an sich. Trump mülle das Oval Office mit Fast Food wie ein Messie zu. "Wenn der orangene Höhlentroll da endlich raus ist, muss ich mit 'nem Kärcher durch!"

(tsch)

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