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Söder, der Mobbing-König: So sieht ihn die "heute-show". Bild: heute-show / screenshot/ZDF

"heute-show" schießt gegen CSU-Chef: Oliver Welke erklärt Söder zum "Mobbing-König"

JÜrgen Winzer

Nein, die "heute-show" dürfte nicht die Lieblingssendung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder werden. Nach kurzer Osterpause feuerten Oliver Welke und sein Team eine Breitseite nach der anderen gegen die stolze bajuwarische Fregatte, die unter weißblauem Segel Richtung Kanzleramt zu schippern scheint. In der Schlacht "Aachener Hobbit-Power (Armin Laschet) gegen fränkische Urgewalt (Markus Söder)" steht es, so Welke, jedenfalls nicht gut für den NRW-Leader. "Laschet hat 'nen Anti-Lauf", konstatierte Welke und verwies auf Zahlen, wonach nur 29 Prozent der Unions-Anhänger (!) den CDU-Chef für den geeigneten Kanzler halten, aber 79 Prozent für Söder votieren.

"Es ist noch kein Bayer Deutscher geworden"

Es hätten sich sogar schon mehrere CDU-Bundes tagsabgeordnete für Söder ausgesprochen. Nicht weil sie ihn mögen – Welke: "Das geht ja gar nicht" –, sondern weil "sie Schiss haben, unter Kanzlerkandidat Laschet ihr Bundestagsmandat zu verlieren." Entscheidungskriterium für die Klärung der K-Frage in der Union sei aber, so wurde Laschet zitiert, "wer die besten Aussichten hat, in ganz Deutschland die Wahl zu gewinnen." Gibt das Hoffnung? Immerhin, so Welke mit dem schönsten geplanten Versprecher: "Es ist noch kein Bayer Deutscher geworden, äh, Kanzler geworden."

Söder hat die Marke Laschet komplett zerstört

Während sich Laschet mit seinem "Brücken-Lockdown"-Vorschlag blamiert habe und mit der Kanzlerin zoffe, gebe sich Söder als "Muttis Liebling" (Welke: "Schleimer!") und verkörpere "halbwegs überzeugend" den Macher. Am authentischsten sei an Söder aber sein Machtanspruch und sein Talent zum Dissen. "Söder ist der Mobbing-König", meinte Welke und verwies auf die Giftpfeile, die Söder "seit Tagen in einer Tour" gegen Laschet fliegen lasse. Welke: "Und dabei hat Söder noch nicht mal gesagt, ob er wirklich Kanzler werden will. Warum hat er dann die Marke Laschet komplett zerstört?" Die Antwort gab Welke selbst: "Weil er's kann. Weil er böse ist. Und weil es Tradition hat." Frag nach bei Horst Seehofer und Ilse Aichner. Welke: "Wahnsinn, wen Söder für seine Karriere schon alles aus dem Weg geräumt hat."

"Wie wär's mit weder Söder noch Laschet?", fragte Welke und offenbarte: Die "heute-show" unterstützt offiziell Ralph Brinkhaus. Seine Qualitäten: "Er hat sich das Amt des CDU-Fraktionsvorsitzenden gegen den erklärten Willen der Kanzlerin geschnappt und kritisiert in Corona-Debatten seine eigene Regierung – guter Mann!"

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Dann lieber Ralph Brinkhaus! Meint Oliver Welke. Bild: heute-show / screenshot/zdf

Machtkampf in der Union: rechter Flügel gegen korrupter Flügel

Ist der "gottverdammte Steuerberater aus Rheda-Wiedenbrück" die letzte Hoffnung der Union? Oder sind die "am Ende doch so doof und nehmen Söder", wie es Welke formulierte? Oder ist gar nichts mehr zu retten? Was passiert aber, wenn die Union im September in die Opposition rutscht? Claus von Wagner untermauerte seine These, wonach dann eine Radikalisierung von CDU/CSU zu befürchten sei. "Wenn ein mächtiger Boss geht, gibt es Machtkämpfe und am Ende setzen sich die Radikalen durch." Die einzige Bedrohung für den "rechten Flügel" sei nur der "korrupte Flügel". Aber wie, so fragte Welke entsetzt, könne man so ein Szenario verhindern? Von Wagner: "Wir müssen sie alle wählen." Damit sie nicht aus der Regierung fliegen.

Vielleicht muss man sich um die Union sorgen – um die Pandemiebekämpfung durch die Regierenden auf jeden Fall. "Weit und breit kein Plan", stellte Welke fest. Und das, obwohl sowohl Armin Laschet über Ostern nachdenken wollte (und die Albernheit des "Brücken-Lockdowns" gebar) und obwohl Kanzlerin Merkel bei Anne Will "ein Machtwort sprach" und eine 14-Tage-Frist ankündigte, innerhalb derer sie "nicht tatenlos zusehen wolle". Welke: "Und was ist seither geschehen? Nichts. Absolut nichts!"

"Wenn ich Drosten wäre, ich würde die überhaupt nicht mehr beraten"

"Es war ein historischer Fehler der Länderchefs, mitten im exponentiellen Wachstum der Corona-Zahlen zu lockern", stellte Welke fest, kritisierte, dass "Länder und Kanzleramt streiten, anstatt Leben zu retten" und meinte frustriert: "Wenn ich Drosten wäre, ich würde die überhaupt nicht mehr beraten. Völlige Zeitverschwendung." Das sieht wohl auch Gernot Hassknecht (Hans-Joachim Heist) so. Der wagte den "ultimativen Tabubruch" und kritisierte den deutschen Spargel ("Total überschätzt, der fasrige Quatsch!") und "das Geschiss", das um das "Albinopimmelgemüse" gemacht werde. Sogar der Bundestag schalte sich ein, damit die Erntehelfer "noch besser ausgebeutet werden" könnten. "Das Parlament hat bei Corona nix zu melden, aber beim Spargel!" Hassknechts Fazit: "Wenn die GroKo das Impfen so vorantreiben würde, wie die Spargelernte, dann wäre inzwischen sogar mein Hamster geimpft."

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Spargel wichtiger als Corona? Das regt Gernot-Hassknecht (Hans-Joachim Heist) auf. Bild: heute-show / screenshot/zdf

Angela Merkel – die schlechteste Diktatorin der Welt?

Coronamüdigkeit herrscht allerorten, bei Querdenkerdemos auch Coronawut auf die "Corona-Diktatur". Aber ist da was dran? Ist Deutschland eine Diktatur? Christian Ehring machte den Faktencheck – und prüfte die wichtigsten Aspekte, begonnen mit der Vision: "Andere Diktatoren träumen von der Weltherrschaft, Angela Merkel davon, eines Tages wenigstens Tübingen zu kontrollieren. Oder das Saarland." Es folgte der Check des Personals: "Anderswo werden schlechte Führungsleute dauernd gefeuert. Aus dem Kabinett Merkel kann man gar nicht rausfliegen." Der Machterhalt: "Putin hat ein Gesetz erlassen, dass er bis 2036 bleiben kann. Merkel schafft's nur bis Oktober – und sie geht freiwillig. Erbärmlich." Schließlich Ehrings Fazit: "Wenn wir eine Diktatur sind, dass sind wir die schlechteste Diktatur der Welt."

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Schlechteste Diktatorin der Welt: Angela Merkel. Zu dem Ergebnis kommt die "heute-show". screenshot/zdf

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