Mit "Helene Fischer – Ein Abend im Rausch" ist Sat.1 ein Coup gelungen, meint Medienexperte Ferris Bühler.
Mit "Helene Fischer – Ein Abend im Rausch" ist Sat.1 ein Coup gelungen, meint Medienexperte Ferris Bühler.Bild: imago images/Eventpress
Analyse

Sat.1 verpflichtet Helene Fischer: Warum "durchaus eine Innovation" zu erwarten ist

05.10.2021, 11:44

In dieser Woche hatte Sat.1 spektakuläre Nachrichten zu verkünden: Am 12. November geht auf dem Sender das große TV-Event "Helene Fischer – Ein Abend im Rausch" über die Bühne. Hier performt die Sängerin angeblich nicht nur Stücke aus ihrem neuen Album mit einer Live-Band, sondern teilt darüber hinaus "ungewöhnliche Einblicke in ihr Leben und ihre Karriere". Obendrein wird es mutmaßlich ihr zweiter öffentlicher Auftritt nach "Wetten, dass..?" als Schwangere werden – die vorab kursierenden Baby-Gerüchte bestätigte Helene am Wochenende.

Damit bahnt sich ein Festtag für alle Fans an, zumal die traditionelle "Helene Fischer Show" am ersten Weihnachtsfeiertag im ZDF komplett ausfällt. Bei Sat.1 ist zudem niemand Geringeres als Stefan Raab an Bord, er fungiert als Co-Produzent sowie als Music Supervisor. Der Medienexperte Ferris Bühler schätzt auf Anfrage von watson ein, wie groß die Bedeutung dieser Show für Sat.1 wirklich ist.

Fischer und Silbereisen: Private Sender auf dem Vormarsch

Offenbar noch stärker als in der erfolgreichen "Helene Fischer Show" liegt der Fokus bei "Helene Fischer – Ein Abend im Rausch" auf der Künstlerin selbst. Schon jetzt bezeichnet Bühler die kommende Sat.1-Produktion als "Dauerwerbesendung" für die Platte "Rausch", was er allerdings nicht zwingend negativ meint. Im Gegenteil sei dem Sender damit "durchaus ein Coup gelungen".

Gerade im Quotenkampf mit den öffentlich-rechtlichen Sendern lässt Sat.1 durch die Ankündigung die Muskeln spielen. Nach Einschätzung des Experten verliert das ZDF eine "wichtige Galionsfigur" mit "einer breiten Fangemeinde", während bei der Konkurrenz die Sektkorken knallen. Zuvor war es beispielsweise schon RTL gelungen, Florian Silbereisen für "DSDS" zu gewinnen. Insoweit erkennt Bühler auch einen klaren Trend:

"Die Privaten scheinen Stars wie Helene Fischer einfach deutlich mehr Möglichkeiten im kommerziellen Bereich bieten zu können – sprich neben einer attraktiveren Gage eine größere und spannendere Werbeplattform für ihre aktuellen Projekte und Produkte."

Mit Helene Fischer geht Sat.1 auf Nummer sicher

Dabei verlief 2021 für Sat.1 bislang keineswegs immer reibungslos. "Promis unter Palmen" zum Beispiel zog nicht zuletzt durch einen Homophobie-Skandal Aufmerksamkeit auf sich, schließlich wurde das Format nach dem plötzlichen Tod Willi Herrens abgesetzt. Zudem kann der Sender erst einmal nicht mit Luke Mockridge planen, der demnächst eigentlich "All Together Now" moderieren sollte, kürzlich jedoch seine TV-Pause verlängerte.

Bühler sieht Sat.1 durch die Fischer-Kooperation jetzt wieder klar im Aufwind, zumal der Schlagerstar in gleich mehrfacher Hinsicht einfach eine sichere Bank ist. Er meint: "Die kürzlichen Eklats in den für Sat.1 wichtigen Reality- und Comedy-Formaten scheinen die Programmverantwortlichen gerade massiv unter Druck zu setzen. Daher scheint man bei Sat.1 zur Zeit auf der Suche nach relativ 'sicheren' Unterhaltungsformaten mit möglichst geringem Skandalpotenzial zu sein."

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Ferris Bühler ist Medienexperte und Host des Medien-Podcasts "StoryRadar".Bild: Thomas Buchwalder

Demnach komme Helene Fischer jetzt "wie gerufen", denn dass sie ein breites Publikum anzieht, bewies die "Atemlos"-Interpretin bereits zur Genüge. "Mit den letzten Helene-Fischer-Shows erreichte das ZDF zu Weihnachten das ältere wie junge Publikum gleichzeitig mit einem Marktanteil von fast zwanzig Prozent – und das stets völlig skandalfrei", rekapituliert der Medienexperte. Hinzu komme, dass das Programm der ProSiebenSat.1-Mediengruppe ohnehin "musikalisch getrieben" sei – wohl nicht umsonst zeigt ProSieben eine Wiederholung der Helene-Show direkt im Anschluss an "The Voice of Germany".

Welchen Unterschied macht Stefan Raab?

Bei allem Wirbel um die werdende Mutter sollte jedoch nicht der Einfluss Stefan Raabs bei "Helene Fischer – Ein Abend im Rausch" unterschätzt werden. Eben dieser könnte am Ende sogar das Zünglein an der Waage sein, spekuliert Bühler – gerade im Vergleich zur abgesagten Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Seine optimistische Prognose für den November:

"Hier erwarte ich durchaus eine Innovation gegenüber den bisherigen Live-Performances von Helene Fischer beim ZDF."

Wie genau Raab dem Format seinen Stempel aufdrückt und Ideen einbringt, bleibt zwar noch abzuwarten, doch das Experten-Fazit zur Sat.1-Ankündigung lautet so oder so: "Dies dürfte durchaus auch eine Signalwirkung auf andere Künstler haben, die bislang den öffentlich-rechtlichen Sendern treu geblieben sind." Nun dürfe man gespannt sein, "für wen die Versuchung als nächstes zu groß wird".

Nacht acht Kindern: Das denkt Anna-Maria Ferchichi über weitere Kinderplanung

Die Familie von Bushido und seiner Frau Anna-Maria Ferchichi lässt sich mit einem Wort beschreiben: groß! Aus einer früheren Beziehung hat Anna-Maria den neunzehnjährigen Sohn Morty. 2012 kam Tochter Aaliyah zur Welt, das erste gemeinsame Kind der Ferchichis, ein Jahr später folgte die Geburt ihrer Zwillinge Djibrail und Laila. 2015 bekamen Anis, wie Bushido mit bürgerlichen Namen heißt und Anna-Maria noch einen Sohn namens Issa.

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