Nina Hagens Paradise Cafe in Berlin, re.: Christiane Felscherinow (Christiane F.)

Nina Hagens Paradise Cafe in Berlin right Christiane Felscherinow Christiane F

2013 stellte Christiane Felscherinow ihr Buch "Christiane F. – Mein zweites Leben" vor. Bild: imago stock&people

"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo": Was aus Christiane F. wurde

In dieser Woche startete bei Amazon Prime die Serie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" als Adaption der gleichnamigen Biografie von Christiane Felscherinow. Ihre Geschichte wurde zuvor bereits von Uli Edel kommerziell erfolgreich verfilmt. In ihrem Buch schilderte Christiane F., wie sie als Teenagerin drogenabhängig wurde und ihre Sucht schließlich durch Prostitution finanzierte. Ihre Familie hatte nicht viel Geld und der Alltag war stark geprägt durch den Alkoholismus sowie die Gewalttätigkeit des Vaters.

Da zwei Reporter des Magazins "Stern" auf sie aufmerksam wurden, gelangte Christianes Geschichte an die Öffentlichkeit. Auf eine 12-teilige Artikelreihe folgte schließlich ihr eigenes Buch. Dazu schrieb sie viele Jahre später noch eine Fortsetzung: 2013 erschien das Werk mit dem Titel "Christiane F. – Mein zweites Leben".

So erging es Christiane F. später

In den frühen 80er Jahren versuchte Christiane F. als Sängerin und Schauspielerin Fuß zu fassen, beides jedoch ohne durchschlagenden Erfolg. Über die Jahre hinweg wechselte sie auch mehrmals den Wohnort, machte Station in Griechenland und Amsterdam, bevor sie nach Berlin zurückkehrte.

Season 01 / Episode 03

Jana McKinnon spielt Christiane F. in der Amazon-Serie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". bild: constantin television/ mike kraus / soap images

1996 wurde ihr Sohn geboren, allerdings verlor Christiane F. im Jahr 2008 das Sorgerecht. 2010 erhielt sie es zurück. Wegen gesundheitlicher Probleme holte sie ihr Kind aber nicht erneut zu sich. 2013 erzählte sie auf der Frankfurter Buchmesse, dass ihr Sohn bei Pflegeeltern lebe.

Unter anderem berichtete der "Spiegel" 2008 auch von einem Rückfall der heute 58-Jährigen in die Drogensucht. Vor allem der Konsum von Heroin hinterließ starke langfristige Spuren. So berichtete sie 2014 in einem Blogeintrag, dass sie unter Schmerzen leide, die ihr Leben nahezu unzumutbar machen. Sie selbst räumte auch ein: Ganz clean werde man nie.

Als Mitbegründerin der Christiane-F-Stiftung trug sie schließlich dazu dabei, die Gesellschaft noch stärker für Suchterkrankungen zu sensibilisieren und gegen die Stigmatisierung von Betroffenen zu kämpfen.

Sie selbst konnte von den Einnahmen aus "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" (Buch und Film) sehr lange leben. Ende 2013 verkündete sie in der Sendung "Deutschland akut": "Ich bin auf jeden Fall reich in dem Sinne, dass ich mir nicht überlegen muss, wenn ich an der Fleischtheke stehe, ob ich mir heute vielleicht kein Filet leisten kann. Das gibt's nun nicht."

Im Jahr 2014 zog sich Christiane F. dann ganz aus der Öffentlichkeit zurück, was sie mit ihrem gesundheitlichen Zustand begründete: "Ich bin eine kranke Frau", sagte sie.

(ju)

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