Season 01 / Episode 03

"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo": Jana McKinnon ist die neue Christiane F. bild: constantin television / Mike Kraus / Soap Images

"Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" startet bei Amazon Prime: Warum die Serie so gut funktioniert

In ihrer Biografie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" aus dem Jahr 1978 schilderte Christiane F. schonungslos, wie sie bereits im Alter von 13 Jahren als Drogenabhängige und Prostituierte lebte. Uli Edel inszenierte die Geschichte 1981 dann auch als Spielfilm. Nun bringt Amazon "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" als Serie an den Start. Ab dem 19. Februar stehen die insgesamt acht Folgen als Stream zur Verfügung.

Darum lohnt sich "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"

Die Produktion überzeugt mit durchweg hervorragenden Darstellern, angeführt von Jana McKinnon als Christiane. Neben ihr sticht insbesondere Lena Urzendowsky in der Rolle der Stella hervor, aber auch darüber hinaus gibt es einige Entdeckungen zu machen. Dabei profitieren die Schauspieler sicherlich davon, dass jeder aus der Clique um Christiane Raum zur Entfaltung bekommt und charakterlich auf seine Weise heraussticht.

Season 01 / Episode 03

Die Clique aus "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Bild: constantin television/ mike kraus / soap images

Die Geschichte spielt zur selben Zeit wie die Vorlage, Handys sind beispielsweise weit und breit nicht zu sehen. Damit geht Regisseur Philipp Kadelbach sicherlich nicht den leichtesten Weg, denn eigentlich wäre es nahelegend gewesen, die Geschichte in die Gegenwart zu verlegen und sie so auf ihre Zeitlosigkeit hin zu überprüfen. Andererseits: Die Versuchung, die eigene innere Leere zu betäuben, wird wohl bleiben, solange es Menschen gibt. Und zumindest der Soundtrack weist stellenweise sogar auch einen sehr modernen Anstrich auf. So wandern die Macher geschickt zwischen den Jahrzehnten.

Während Streaming-Konkurrent Netflix bei der jugendlichen Zielgruppe sehr stark auf lockere Teenie-Komödien oder auch seichte Romanzen setzt, bietet Amazon mit "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ein drastisches Gegenprogramm dazu an. Gewalt sowie natürlich der Konsum von Drogen sind hier allgegenwärtig, aber auch dann, wenn die eigenen Erfahrungen ganz andere sind, fällt es ziemlich leicht, sich in die Gefühlswelt der Protagonisten hineinzuversetzen. Schon deshalb ist die Serie einen Blick wert.

Begleitend zur Serie gibt es übrigens auch die Audio-Dokumentation "Das Berlin der Kinder vom Bahnhof Zoo" mit bislang unveröffentlichten Original-Aufnahmen der Interviews zwischen Christiane F. und den Stern-Reportern Horst Rieck und Kai Hermann. Diese ist seit dem 18. Februar bei Audible im Programm.

(ju)

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