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Steilvorlage für die "heute-show": Effenbergs Kolumne. screenshot/ZDF

"heute-show" verhöhnt Rekordmeister – und lässt Lauterbach auf Hassnachrichten antworten

Zunächst tat sich Moderator Oliver Welke am Freitag in der "heute-show" (ZDF) schwer, positive Nachrichten zu finden. Sein Wunsch ("Endlich mal eine Sendung ohne Dreckscorona!") erfüllte sich nicht. "Wir wissen, die dritte Welle droht", meinte Welke zerknirscht. Und jetzt sei – von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer – auch gleich noch Ostern ("Keine Urlaubsreisen zu Ostern!") abgesagt worden. "Ausreiseverbote, die zweitschönste ostdeutsche Tradition nach den Räuchermännchen aus dem Erzgebirge" – wahrlich keine guten Nachrichten.

Mehr als nur ein Silberstreif am Horizont könnten aber die für März in Aussicht gestellten kostenlosen Schnelltests sowie die für "irgendwann" avisierten Selbsttests sein. "Die können zum Game-Changer werden." Noch aber pendle die Stimmung der Bürger zwischen "müde und trotzig". Lockerungsdruck und Ungeduld würden wachsen – und sich entladen: "Da will man weder Politiker noch Virologe sein, und am wenigsten beides gemeinsam." Auftritt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach:

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Karl Lauterbach antwortet auf Hass-Nachrichten: "Ich bin keine Leiche". screenshot/ZDF

"Wer sich nicht impft, könnte bald eine Leiche sein."

Auch wenn "kein Politiker schuld ist an Mutationen", so prassle die Kritik vieler Unzufriedener auf den studierten Gesundheitsökonom nieder, zuletzt in Form einer digitalen Hass-Welle. "Wütend sein auf den Überbringer der schlechten Nachricht – wie doof ist das denn?", fragte Welke.

Lauterbach nimmt die Anfeindungen weitgehend mit bewundernswertem Humor. Nun las diverse Hass-Nachrichten vor – und antwortete. Etwa so: "Kann man die Crackleiche nicht mal wegräumen?", schrieb jemand über ihn. Lauterbachs Antwort: "Nun, ich bin hier. Ich bin keine Leiche. Aber derjenige, der sich nicht impfen lässt, könnte demnächst eine Leiche sein, mit oder ohne Crack-Konsum."

Hansis Blutgrätsche gegen den "sogenannten Experten" Lauterbach

Nun machte sich Lauterbach jüngst einen besonderen Feind. Weil er sich zur Sonderstellung des Profi-Fußballs und den Auslandsreisen in Lockdownzeiten kritisch äußerte, wurde er von Bayerns Trainer Flick (Welke: "Fußballlehrer Hansi") als "sogenannter Experte" verhöhnt. Welke betrieb Aufklärung: "Ja, Hansi, jetzt ist der 'sogenannte Experte beruflich Epidemiologe. Das macht ihn in gewisser Hinsicht schon zum Experten." Im Gegensatz zu Hansi. Flick ist in schwerer Stunde einer der "wichtigsten politischen Köpfe des Landes" (Welke) zur Seite gesprungen: Stefan Effenberg forderte, "der Fußball muss Vorbild für die Politik" sein.

Der "FC Bayern-Spirit": "Extrem unsympathisch, aber auf humorige Art und Weise"

Und das scheinen sie beim FC Bayern, wo der Effe früher auch mal pöllte, nun wörtlich zu nehmen. Denn jetzt verkündete Welke die "Sensationsmeldung der Woche"! "Der FC Bayern tritt bei der Bundestagswahl im September als Partei an!", ließ Welke die Bombe platzen und fragte Sebastian Puffpaff, den "Generalsekretär der FC Bayern Partei", was denn die Politik vom FCB lernen könne. "Ganz einfach, drei Worte: Mia san mia!" Das sei bayerisch und bedeute "sooo dicke Eier", übersetzte Puffpaff.

Puffpaff würdigte vor allem die Verdienste von Karl-Heinz Rummenigge in seinem Bemühen, (seinen) Fußballern eine frühzeitige Impfung zu verschaffen, weil das eine "Vorbildfunktion für die Bürger haben" könne. Puffpaff: "'Wir wollen uns nicht vordrängeln – aber doch!' Das hat der Kalle, der alte Uhrenschmuggler beziehungsweise Uhrensohn, toll gemacht." Das veranschauliche den typischen "Bayern-Spirit": "Extrem unsympathisch, aber auf 'ne humorige Art und Weise."

Rummenigges Grüße nach China: "Die Neujahransprache des künftigen Kanzlers!"

Das habe auch ein Auftritt von Hansi Flick bei einer Pressekonferenz verdeutlicht. Puffpaff: "Da redet der Hansi über Politiker, die nur auf Profit aus sind, während er vor einer riesigen Sponsorenwand sitzt. Das ist wunderbarer Mutterwitz, da könnt ich mich einnässen." Zumal einer der Sponsoren die staatliche Fluglinie eines Emirats sei, in dem "Sklaven Stadien bauen." Das sei reine Realpolitik. Natürlich könne man sagen, dass "die Chinesen die Uiguren in Arbeitslager stecken".

Man könne aber auch Grußbotschaften von Bayern-Kickern auf Chinesisch im chinesischen TV senden oder – wie Rummnigge – "Alles Gute im Jahr des Ochsen" wünschen. Puffpaff: "Das war die Neujahrsansprache des künftigen Kanzlers!"

"Das Kabinett steht schon", verkündete er. "Uli Hoeness für die Finanzen, das ist klar." Und Oliver Kahn soll Verteidigungsminister werden. "Eine Traumbesetzung. Da gibt der olle Putin die Krim gleich freiwillig zurück."

Lieber Andreas Scheuer als "Fritze" Merz?

Nur einer hat wohlAussichten, sein Amt zu halten: Verkehrsminister Andreas Scheuer. Bei allem, was der schon im Amt überlebt hat, wäre es keine Überraschung, wenn ihn die "FC Bayern Partei" als "Talent einfach vom Markt kauft" (Puffpaff). Aber, so Welke: Erstens sei Scheuer immer noch besser als "Fritze Merz" (der sofort durch die Tür käme, egal, wer dieser Tage aus dem Kabinett fliegt). Zweitens habe er mit seinem Gesetzesentwurf zum autonomen Fahren "ein fast schon sinnvolles Projekt" vorgelegt. Welke ("Mir explodiert fast der Kopf!") fiel es schwer, das Lob auszusprechen.

Klarer bezog er in Sachen Elon Musk Stellung. Der reichste Mensch der Welt hat den Kurs der virtuellen Währung Bitcoin durch seine Investitionen in absurde Höhen getrieben. Welke zu Musk: "Der Vogel macht mir Angst. Der hat viel zu viel Macht." Ungeachtet dessen warnte Ulrich von Heesen (Dietrich Hollinderbäumer) in "Vorsicht, Falle: Nepper, Schlepper, Bitcoindealer" vor dem "unseriösen Quatsch".

Söder oder Schwesig als Helfer?

"Nein, lieber Fachpersonal." Fabian Köster berichtete von hart umkämpfter Front – aus dem Gesundheitsamt. "Öffentlicher Dienst ist kein Zuckerschlecken zurzeit", stellte er fest. Mehr Arbeit, aber weniger Personal, seit Jahren kaputt gespart. Und dann auch noch Störfeuer, berichtete Patrick Larscheid, Amtsarzt in Berlin-Reinickendorf. Da macht der "Herr Söder" die Welle oder "die schlecht gelaunte Frau Schwesig" hat dauernd was zu sagen. "Das behindert nur unsere Arbeit." Wie wärs, meinte Köster, wenn die Genannten statt zu reden mal selbst vor Ort mit anpackten? Larscheid lehnte ab: "Wir würden schon gerne Leute haben, die ihr Handwerk verstehen. Wir hätten schon lieber Fachpersonal."

(tsch)

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