This image released by 20th Century Studios shows Trinity Bliss, as Tuk, in a scene from "Avatar: The Way of Water." (20th Century Studios via AP)
Der "Avatar"-Erfolg wird von einem Boykott-Aufruf überschattet.Bild: 20th Century Studios
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"Avatar: The Way of Water": Boykott-Aufruf nach Kinostart – schwere Vorwürfe erhoben

31.12.2022, 11:02

"Avatar: The Way of Water" ist erst vor Kurzem in die Kinos gekommen. Die Fortsetzung eines der erfolgreichsten Filme aller Zeiten sorgte bereits für kuriose Schlagzeilen: So sollen in japanischen Kinos etwa Projektoren kaputt gegangen sein, als der Film dort gezeigt wurde. Doch das ist nicht die einzige negative PR, mit der "Avatar" zu kämpfen hat – obwohl das Sequel sehr erfolgreich läuft und schon viel Geld eingespielt hat.

Denn schon mit dem ersten Teil von "Avatar", der 2009 erschien, gab es jede Menge Kritik. Vor allem drei Punkte rund um den Film fanden damals viele problematisch. "Avatar" sei eine "White Savior Story", also eine Geschichte, in der nicht-weiße Menschen von weißen Menschen gerettet werden würden. Außerdem wurde kritisiert, dass für die Hauptcharaktere, die ebenfalls nicht weiß sind, weiße Schauspieler:innen gecastet wurden. Und dann sorgte auch ein Kommentar von Regisseur James Cameron für Aufsehen.

Director James Cameron is greeted by fans during the blue carpet event to promote his latest movie 'Avatar: The Way of Water' in Seoul, South Korea, Friday, Dec. 9, 2022. The movie is to be released i ...
An James Cameron gab es schon nach dem ersten "Avatar"-Teil viel Kritik.Bild: AP / Ahn Young-joon

Vor allem der wird nun von Aktivist:innen immer wieder zitiert. Doch auf die in ihren Augen problematischen Aussagen aufmerksam zu machen, reicht ihnen nicht. Sie fordern einen kompletten Boykott des Films.

"Avatar": Kritik wegen kultureller Aneignung

Wie die "Los Angeles Times" berichtet, gehört zu den Unterstützenden eines Boykotts auch Yuè Begay. Die Künstlerin und Vorsitzende des Pride Los Angeles erklärt auf Twitter immer wieder, warum man sich "Avatar" nicht ansehen sollte:

"Unsere Kultur wurde sich auf verletzende Art und Weise angeeignet, um dem Savior Complex irgendeines weißen Mannes zu befriedigen. Kein Bluefacing mehr! Das Volk der Lakota ist mächtig!"

"Bluefacing" steht für Begay dabei in einer Reihe mit "Blackfacing" und "Redfacing". Wenn also weiße Schauspieler:innen Charaktere ausfüllen, die eigentlich nicht weiß sind, wird das als problematisch angesehen.

Auf Twitter erklärt sie, "Bluefacing" liege vor, wenn "ein Erfinder sich nicht-weißer Kulturen annimmt, sie so zusammenmixt, dass man sie nicht mehr unterscheiden kann, man sie von weißen Menschen spielen oder synchronisieren lässt und dabei die Fiktion benutzt, um die Art, wie sie diese Welt geschaffen haben, zu legitimieren."

Begay wirft den Macher:innen solcher Filme vor, "dass sie die Erfahrungen, Stimmen, Gesichter und Körper von Schwarzen, Indigenen und anderen marginalisierten People of Color nicht in den Mittelpunkt stellen."

Vor allem bei James Cameron hält Begay diese Entscheidung nicht für einen Zufall. Denn 2010 gab der Regisseur gegenüber dem "Guardian" ein Statement ab, das viele bis heute für problematisch halten. Auch in der Diskussion um "Avatar: The Way of Water" wird es immer wieder zitiert. Cameron hatte sich damals gegen das Wasserkraftwerk Belo Monte ausgesprochen. Wegen des Kraftwerkes hätten viele indigene Menschen ihr Zuhause verloren.

Cameron sagte damals, die Zeit, die er mit den Stämmen im Amazonas verbracht hätte, habe ihn zu Avatar inspiriert. "Ich fühlte mich, als wäre ich 130 Jahre in der Zeit zurückgereist und könnte beobachten, was die Lakota Sioux zu einem Zeitpunkt gesagt haben könnten, als sie verdrängt wurden, als sie umgebracht wurden, als sie gebeten wurden, umzusiedeln und ihnen eine Form der Kompensation angeboten wurde." Dann fuhr er fort:

"Das war für mich eine treibende Kraft dahinter, 'Avatar' zu schreiben. Ich konnte nicht anders, als zu denken, dass [die Lakota Sioux] härter gekämpft hätten, wenn sie mit einem Zeitfenster in die Zukunft hätten sehen können – sie gesehen hätten, dass ihre Kinder Selbstmord begehen und die höchste Selbstmordrate der Nation haben, weil sie hoffnungslos sind und ihre Gesellschaft am Ende ist.“

Eine Gruppierung von Native Americans, die sich ebenfalls dafür ausspricht, den Film zu boykottieren, bezeichnet diese Aussagen als "anti-indigene Rhetorik".

This image released by 20th Century Studios shows Kate Winslet, as Ronal, left, and Cliff Curtis, as Tonowari, in a scene from "Avatar: The Way of Water." (20th Century Studios via AP)
Das "Avatar"-Sequel steht nach dem Kinostart in der Kritik.Bild: 20th Century Studios

"Avatar 2" trotz harter Kritik erfolgreich

Brett Chapman – ein Anwalt, der sich für die Rechte indigener Menschen einsetzt – ist der Meinung, der Film nehme sich "Sauerstoff auf unsere Kosten". "Avatar 2" ist in seinen Augen eine "White Savior Story", die die "Geschichte weiß wäscht, damit alle sich besser fühlen".

Ein hartes Urteil über den Film, das Begays Reaktion nach zu urteilen wohl vor allem Betroffene teilen. Am Erfolg von "Avatar: The Way of Water" hat sie bisher wenig geändert. Laut der Seite "Box Office Mojo", die zu Amazon gehört und über die Einspielergebnisse von Filmen berichtet, hat das Sequel bis jetzt weltweit 955,234,966 US-Dollar weltweit eingespielt.

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