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Zum fünften und letzten Mal als Host bei den Golden Globes: Ricky Gervais. Bild: imago images / Picturelux

Dreiste Rede: Ricky Gervais grillt Hollywood bei den Golden Globes

Dreist, dreister, Ricky Gervais. Der britische Comedian ist nicht als zurückhaltend oder höflich bekannt. Und mit seiner Eröffnungsrede bei den Golden Globes am Sonntagabend unterstrich er diesen Ruf noch einmal deutlich.

Teilweise blieb den anwesenden Ehrengästen bei der Verleihung des zweitwichtigsten US-Filmpreises das Lachen im sprichwörtlichen Hals stecken.

Von Anfang an gab sich Gervais, der bereits zum fünften Mal als Host antrat, launig:

"Das ist das letzte Mal, dass ich diese Awards moderiere. Deswegen juckt es mich nicht mehr. Spaß – es hat mich noch nie gejuckt!"

Hier die gesamte Rede von Ricky Gervais:

Den Beweis trat er umgehend an. Niemand blieb von seiner scharfen Zunge verschont. Zuerst musste sein Kollege Kevin Hart dran glauben. Der wurde bekanntlich bei den Oscars als Moderator wieder ausgeladen, weil alte, homophobe Tweets von ihm aufgetaucht waren. "Beleidigende Tweets? Hallo? Mein Glück, dass der Verband der Auslandspresse kaum Englisch kann. Und sie keinen Plan haben, was Twitter ist."

Golden Globes: Nicht alle sind amüsiert

Okay, das war noch relativ harmlos. Als nächstes knüpfte Gervais sich die "Desperate Housewives"-Darstellerin Felicity Huffman vor. Die musste im Herbst 2019 für knapp zwei Wochen ins Gefängnis. Sie hatte 15.000 Dollar Schmiergeld gezahlt, damit Antworten ihrer ältesten Tochter bei einer College-Aufnahmeprüfung nachträglich verbessert wurden. "Ich bin heute in einer Limousine hergekommen, und das Nummernschild hat Felicity Huffman gemacht", erklärte Gervais trocken – eine Anspielung auf die Arbeiten, die Häftlinge im Gefängnis verrichten.

Schon da mischte sich Erstaunen in das Gelächter im Saal. Und was machte Gervais? Er setzte noch einen drauf. Nachdem er erklärt hatte, es gehe sowieso niemand mehr ins Kino oder schaue Fernsehen, weil alle nur noch Netflix guckten, nahm er die Verschwörungstheorien um den Tod des US-Milliadär und verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein ins Visier.

"Ihr könntet die gesamte erste Staffel 'Afterlife" bingewatchen, statt euch das hier zu geben. Das ist eine Serie über einen Mann, der sich umbringen will, weil seine Frau an Krebs gestorben ist. Und das ist immer noch lustiger als diese Show hier. Spoiler Alert: Staffel 2 kommt bald, also hat er sich wohl letzten Endes doch nicht umgebracht. Genau wie Jeffrey Epstein."

Betroffene Gesichter, ungläubiges Lachen und empörtes Raunen im Publikum. Gervais ließ sich davon nicht beeindrucken. "Ach, haltet die Klappe. Ich weiß, er ist euer Freund, aber das ist mir egal."

Der Investment-Banker Epstein hatte sich im Sommer 2019 laut offiziellen Angaben in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Er soll einen Menschenhändlerring mit Minderjährigen betrieben haben. Wegen seiner Verbindungen zu zahlreichen Promis, die in seine Machenschaften verstrickt sein sollen, und den seltsamen Umständen seines Todes ranken sich diverse Verschwörungstheorien um ihn.

Junge Begleiterinnen und "fette Pussys"

Verglichen damit war es da fast schon harmlos, was Leonardo Di Caprio abbekam. Der sei bei der Premiere von Tarantinos neuem Streifen "Once Upon A Time In Hollywood", der über drei Stunden geht, gewesen. "Und nach dem Film war seine Begleitung zu alt für ihn." Leo selbst konnte darüber lachen.

Ob das auch für James Corden gilt, ist nicht klar. Wirklich glücklich sah er nicht aus, als Gervais ihn eine "fette Pussy" nannte – zunächst dachte man, es handele sich um eine Anspielung auf sein Mitwirken im Film "Cats". Doch nein: "In dem war er auch, aber den hat sowieso niemand gesehen", setzte der Brite unverfroren nach.

Zum krönenden Abschluss zeigte Gervais dann dann mal kurz, wie man sich ohne verbissenen Altherrenhumor über Greta lustig machen kann:

"Die meisten von euch haben weniger Zeit in der Schule verbracht als Greta Thunberg. Also, wenn ihr gewinnt, kommt hoch, nehmt euren Preis an, dankt eurem Agenten und eurem Gott und verpisst euch.“

In den sozialen Netzwerken wurde der britische Comedian für diese Rede abgefeiert.

Die Golden Globes gelten nach den Oscars als die wichtigsten US-Filmpreise. Neben 14 Film-Trophäen werden auch elf Preise in Fernsehkategorien ausgegeben. Die Entscheidungen trifft eine Jury aus internationalen JournalistInnen. Die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) wurden in diesem Jahr zum 77. Mal verliehen.

(om)

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