Der Weg ist frei für Flers "CCN"-Albumveröffentlichung.
Der Weg ist frei für Flers "CCN"-Albumveröffentlichung. Bild: Fler / Katja Kuhl

"Sonny hat nix zu melden": Fler rettet seinen Album-Release im Streit mit Bushido

27.08.2021, 09:57

Rapper Fler konnte nun doch Schadensbegrenzung bezüglich seines nächsten Platten-Releases betreiben. Schon seit Langem ist bekannt, dass der "Widder"-Interpret und Bushido sich entzweiten – obwohl sie in der Vergangenheit ein Stück weit ihre Karrieren gemeinsam vorangetrieben hatten. Höhepunkt der Zusammenarbeit waren zwei "Carlo Cokxxx Nutten"-Alben, die die Deutschrap-Geschichte prägten.

Doch aus "CCN" sollte eine größere Plattenreihe werden. Bushido brachte weitere CDs mit dem Titel heraus, mal solo, mal mit anderen Rappern. Fler gab bekannt, in diesem Jahr pünktlich zu Weihnachten ebenfalls ein neues "CCN"-Album mit Bass Sultan Hengzt veröffentlichen zu wollen.

Bushido wollte das markenrechtlich vor Gericht verhindern und bekam auch zunächst Recht. Eine einstweilige Verfügung und stornierte Vorbestellungen sollten Fler letztlich aber dennoch nicht in seinem Vorhaben abhalten. Einen ausgefuchsten Notfallplan habe es ebenfalls bereits gegeben.

Fler kann Album-Stornierungen verhindern

Fler plant für das Release ein wahres Luxus-Bundle: Neben der Platte wird eine Lederjacke mit "CCN"-Emblem enthalten sein und schlägt dadurch mit rund 150 Euro zu Buche – Preisrekord für eine Album-Box. Die Fans waren davon offensichtlich begeistert und bestellten fleißig vor. Auch nach dem Urteil war das Produkt weiterhin unter anderem auf Amazon verfügbar.

Dann kürzlich jedoch der Rückschlag – Fler verriet, dass etliche Vorbestellungen seiner Box von Amazon storniert wurden: "Bushido möchte also die harte Tour. Sorry an die 4000 Fans, die eventuell ihre Box nochmal bestellen müssen!", erklärte der 39-Jährige auf Twitter.

Flers Theorie dazu: Bushido arbeitet mit dem Streaming-Anbieter von Amazon, Prime Video, eng zusammen. Seiner Meinung nach könnte es also eine Absprache zwischen Bushido und dem Online-Versandhaus gegeben haben. In diesem Fall wollte er eine Schadenersatzklage in Betracht ziehen. Nun jedoch das positive Update aus Flers Perspektive, die Stornos sind rückgängig gemacht worden:

In einem weiteren Tweet machte Fler zudem mit einem Hashtag deutlich: "#sonnyhatnixzumelden", bei Sonny handelt es sich um ein Pseudonym von Bushido.

Flers "CCN"-Notfallplan wird womöglich ad acta gelegt

Bushido hat auf diese Entwicklungen bislang noch nicht reagiert, auch die Umstände für die Zurücknahme der Stornierungen sind noch unklar.

Fler könnte so viel Wert auf das Erscheinen seiner "CCN"-Platte legen, weil er bereits in einem Twitch-Livestream angekündigt hatte, dass es sich dabei um das letzte Album in seiner Karriere handeln soll. Danach wolle er sich aus dem Rap-Business zurückziehen und seine Musikkarriere an den Nagel hängen.

Wohl auch deshalb könnte es einen Notfallplan gegeben haben, für den Fall, dass Bushido doch mit seiner Klage durchgekommen wäre. Auf diversen Social-Media-Profilen des Rappers war bereits eine Konzeptzeichnungen zu sehen, in der "CCN" nicht mehr für "Carlo Cokxxx Nutten", sondern für "Cancel Culture Nightmare" stand.

Auch einen ersten Merch-Drop gibt es, in dem der alte Slogan auf der Vorder- und der neue auf der Rückseite diverser Kleidungsstücke zu lesen ist. Notfalls hätte Fler wohl auch die Lederjacken in den Fan-Boxen umbeschriften lassen und das Album auf diese Weise veröffentlichen können.

Ob der Streit nun einseitig beigelegt wurde, bleibt abzuwarten. Bushido kennt das Landgericht in Berlin mittlerweile sehr gut, seit etlichen Monaten steht er als Nebenkläger und Zeuge gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder vor Gericht – gut möglich, dass er sich auch Fler nicht so leicht geschlagen geben wird.

(cfl)

Nach Drillings-Geburt wieder Ärger mit der Justiz: Rapper Bushido wird angeklagt

Bushido machte in den vergangenen Monaten mit diversen Auftritten vor dem Berliner Landgericht Schlagzeilen. Als Zeuge und Nebenkläger tritt der Rapper im Prozess gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder auf. An 20 Prozesstagen hat er bereits ausgesagt, über 50 Prozesstage dauert die Verhandlung schon an, geplante Gerichtstermine wurden schon für Januar 2022 angekündigt.

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