Nura.

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Nura ist die erste Rapperin, die bei der Vox-Show zu sehen ist. Bild: TVNOW/ Markus Hertrich

Nura bei "Sing meinen Song": "Wäre ein Meilenstein, wenn das mal eine Frau moderieren würde"

Nura Habib Omer gehört zu den erfolgreichsten Rapperinnen Deutschlands. 2019 erschien mit "Habibi" ihr erstes Soloalbum. Im vergangenen Jahr wurde ihre Biografie mit dem Titel "Weißt du, was ich meine?" veröffentlicht. Nun ist die 32-Jährige neben DJ Bobo, Joris, Ian Hooper, Stefanie Heinzmann, Gentleman und Johannes Oerding bei der achten Staffel von "Sing meinen Song" auf Vox zu sehen. Die Künstlerin ist auch die erste Rapperin überhaupt, die an diesem Format teilnimmt.

Im Interview mit watson spricht Nura darüber, was sich in der TV-Landschaft noch ändern mus. Sie erklärt, warum für sie schnell klar war, dass sie ein Teil von diesem Projekt sein möchte und sagt ehrlich, warum bestimmte Sendungen für sie nicht in Frage kommen.

watson: Du zählst zu den erfolgreichsten Rapperinnen Deutschlands. Was machst du jetzt, was du vorher als Rap-Duo womöglich noch nicht machen konntest und gehört auch "Sing meinen Song" dazu?

Nura Habib Omer: Ich konnte auch vorher schon immer alles machen. Nur jetzt ist das Ding, dass ich durch "Sing meinen Song" das erste Mal mit einer Band zusammengearbeitet habe. Das ist für mich neu gewesen. Das ist etwas, was ich gerne in die Rapwelt mitübernehmen möchte. Bisher ist es dort noch nicht so üblich. Die größeren Leute haben zwar auf jeden Fall schon eine Band, aber es ist sonst nicht normal, dass man immer mit einer auf der Bühne steht. Deswegen habe ich Bock darauf, das nächste Mal selbst mit einer aufzutreten.

Hast du dich auch musikalisch in eine andere Richtung weiterentwickelt?

Auf eine andere Musikrichtung habe ich vorher schon Bock gehabt. Ich probiere immer vieles aus, aber ich muss nicht immer alles direkt rausbringen. Das ist genau so wie bei Leuten, die Gedichte schreiben. Da wird ja auch nicht jedes Gedicht veröffentlicht. So sehe ich das auch mit der Musik.

Was möchtest du jetzt anders machen?

Ich hatte vorher schon Chancen, andere Musikrichtungen zu machen, weil ich echt alles liebe und mich gar nicht festlegen kann. Das ist auch der Grund, warum ich Rap, Soul oder RnB mache. Aber jetzt hat mir das ein bisschen mehr Sicherheit gegeben, weil ich gemerkt habe, ey, es ist doch irgendwie cool.

"Und da ist es eher so, dass der Künstler nicht komisch dargestellt wird, sondern es wirklich was mit Musik zu tun hat."

Warum war für dich sofort klar, dass du mitmachst – oder wurdest du schon für vergangene Staffeln angefragt, die du abgesagt hast?

Ich habe vorher noch nie eine Anfrage bekommen, aber ich habe damals auf Twitter bei der Staffel von MoTrip meine Community gefragt: "Hey Leute, wen würdet ihr in eine Sendung packen?" Voll viele haben geschrieben, sie würden mich gern in einer Sendung sehen und haben richtig gute Konstellationen erstellt. Ich war auch selbst von den Leuten begeistert, weil sie echt darauf geachtet haben, dass es mit ein paar Frauen und Männern divers bleibt. Deswegen dachte ich, dass Vox durch diesen Tweet auf mich zugekommen ist, aber das war gar nicht so.

Du warst in jedem Fall nicht abgeneigt, teilzunehmen.

Ich muss sagen, dass ich von der Show schon voll was gehalten habe. Die meisten Sendungen sind für mich immer menschenverachtend, ganz, ganz schrecklich und haben wenig mit Musik zu tun. Und da ist es eher so, dass der Künstler nicht komisch dargestellt wird, sondern es wirklich was mit Musik zu tun hat. Du musst alles selbst erarbeiten und dabei kommt es auf dein eigenes Musikverständnis an. Du kannst zwar super gut in deiner Musikrichtung sein, deine Nummer-eins-Hits als Superstar haben, aber man braucht auch schon ein bisschen mehr Wissen, wenn man Songs von anderen Leuten nimmt.

Würdest du sagen, die Show war eine große Herausforderung für dich?

Es geht in diesem Moment ja nicht um dich, sondern es geht darum, den Song von dem anderen zu interpretieren, was Neues daraus zu machen. Da sehe ich die Schwierigkeit für manche Künstler. Es ist echt nicht einfach gewesen. Ich habe da mitgemacht und ich wusste, es wird auf jeden Fall schwer, weil ich auch keine Instrumente spiele. Es war eine Challenge für mich. Aber es war wirklich mega geil.

"Ich will doch der Person nicht den Traum kaputt machen."

"Sing meinen Song" war dein erstes TV-Musik-Projekt. Kannst du dir auch vorstellen, beispielsweise als Jury-Mitglied bei "DSDS" mitzuwirken?

Ich habe ja vorhin lustigerweise über Sendungen geredet, die menschenverachtend sind. Ich finde, "DSDS" gehört einfach dazu. Ich würde niemals sagen, ey, du bist voll schlecht, wenn jemand vor mir steht und nicht der beste Sänger ist, aber trotzdem seinen Mut zusammengenommen hat und sich ins Fernsehen stellt.

Wie würdest du es stattdessen machen?

Ich würde natürlich ehrlich sein, aber es kommt immer darauf an, wie man das den Leuten sagt, weil ich ja will, dass sich die Person verbessert, nach Hause geht und sich denkt, ich arbeite jetzt an mir. Ich will doch der Person nicht den Traum kaputt machen.

Was ist dabei für dich besonders schwierig?

Ich finde, manche Jurymitglieder sind da sehr, sehr hart zu den Leuten. Sogar ein Mensch mit sehr viel Selbstbewusstsein hat damit zu kämpfen, wenn er da fertiggemacht wird. Das ist einfach ein krasses Ding. In solchen Shows würde ich erst gar nicht mitmachen. Ich würde auf jeden Fall nur in Sendungen mitwirken, wo Leute wirklich nicht fertiggemacht werden und auch weiterkommen.

"Die Mitarbeiter der Produktion haben sich sehr viel Mühe gegeben, dass wir uns wohlfühlen und dass wir alle so wenig wie möglich von Corona mitbekommen."

Schwebt dir da eine Show vor, auf die du Lust hättest?

Es gibt voll viele, auf die ich Lust habe. "The Voice" finde ich richtig schön. Auch "The Voice Kids" finde ich richtig cool. Kinder sind noch voll pure, also rein. Kinderstimmen sind einfach so zart und so süß. Manche von denen wissen schon komplett, was sie mit ihrer Stimme machen müssen, um sie zu kontrollieren. Und allgemein: Kinder fördern ist einfach mega gut. Wir wissen gar nicht, welchen nächsten Superstar man da vor sich hat.

Jetzt bist du erstmal bei "Sing meinen Song" zu sehen. Die Show wurde diesmal in Deutschland an der Ostsee produziert. Wie war es für dich, unter Corona-Bedingungen zu drehen?

Das Drehen war an sich keine Herausforderung. Wir wurden aber natürlich tagtäglich getestet, bevor wir irgendwas gemacht haben. Erst wenn du negativ getestet wurdest, konntest du zum Frühstück gehen. Die Mitarbeiter der Produktion haben sich sehr viel Mühe gegeben, dass wir uns wohlfühlen und dass wir alle so wenig wie möglich von Corona mitbekommen. Ich glaube, das haben wir alle irgendwie hingekriegt. Corona-Fälle am Set hatten wir keine und konnten somit ohne Beeinträchtigungen drehen.

Kanntest du jemanden von den anderen Künstlern bereits vorher privat und hattest du einen Wunschteilnehmer?

Privat kannte ich vorher niemanden. Als Wunschteilnehmerin hatte ich auf jeden Fall Steffi. Ich wollte gerne mit ihr ein bisschen quatschen, aber auch mit Gentleman, weil wir viele Gemeinsamkeiten haben. Ich war auf jeden gehypt. Natürlich auch auf DJ Bobo. Es waren viele Leute, bei denen ich mir dachte, cool, da werde ich auf jeden Fall erstmal viel nachfragen können. Für mich als Fan-Girl ist es auch cool gewesen.

"Ich weiß gar nicht, wie sie die nächste Staffel überbieten wollen."

Was war für dich bei "Sing meinen Song" das schönste Erlebnis?

Schöne Erlebnisse gab es so viele – vor und hinter der Kamera. Dazu zählen auch die Auftritte oder der Moment, als wir zusammen am allerersten Abend am Kamin gesessen haben und jeder eine Geschichte aus seinem Leben erzählt hat und die anderen zugehört haben. Das war der erste Eisbrecher-Tag.

"Sing meinen Song" besticht durch die große Emotionalität. Was hat dich besonders bewegt?

Ich weiß gar nicht, wie sie die nächste Staffel überbieten wollen. Ich habe mit Steffi die ganze Zeit geredet. Jetzt ist es immer noch so, dass wir uns permanent austauschen. Jedes Mal, wenn wir uns gegenseitig eine Geschichte erzählt haben, war es so, dass wir uns darin wiedergefunden haben. Wir hatten dort dauernd zu tun, aber wir haben es trotzdem geschafft, so viel miteinander zu quatschen. Uns war auch sofort klar: Wir müssen uns einfach nach "Sing meinen Song" treffen und uns alles erzählen.

Also haben sich auch echte Freundschaften während der Sendung entwickelt.

Ja, auf jeden Fall.

"Zwischenzeitlich hatte ich echt Momente, wo ich gedacht habe, Leute, mein Bauch tut mir weh, weil ich so doll gelacht habe."

Hat es auch mal gekracht am Set?

Einmal hat es gekracht, aber das war, weil jemand über eine Requisite am Set gefallen ist. Wenn wir da mit meiner Musik Party gemacht haben, hat es auch ein bisschen gekracht und wurde laut. Das war es aber auch schon. Ganz im Ernst: Es war so harmonisch, deswegen vermisse ich die anderen auch sehr.

Und wie hat sich Moderator Johannes Oerding geschlagen?

Ich muss sagen, er war als Moderator sehr, sehr krass. Also wirklich, er hat uns durch die Sendung getragen. Es war immer sehr witzig, wir hatten sehr viel Spaß. Ich hoffe, das sehen auch die Zuschauer, wenn sie sich die Staffel angucken. Zwischenzeitlich hatte ich echt Momente, wo ich gedacht habe, Leute, mein Bauch tut mir weh, weil ich so doll gelacht habe. Ich habe dort richtige Bauchmuskeln bekommen.

Bei welchem Künstler bist du hinsichtlich deiner Interpretation an deine Grenzen gestoßen?

Ich bin jetzt nicht bei irgendwelchen Songs an meine Grenzen gekommen und war verzweifelt, weil ich nicht weiterwusste. Es war eher so, dass ich gehofft habe, dass alle zufrieden damit sind und ich es gut mache.

"Bei DJ Bobo war es so, dass er wirklich einen Song von mir genommen hat, den ich gar nicht so gefeiert habe und den ich eigentlich gar nicht abgeben wollte."

Bei einem deiner Mitstreiter besonders?

Das war zum Beispiel bei Joris so, der voll der krasse Künstler ist. Er kann jedes Instrument spielen. Ich war sehr aufgeregt, ob ihm das von mir gefallen wird. Bei ihm hatte ich zudem sehr, sehr dolle Angst, weil der Song für den verstorbenen Vater seines besten Freundes war. Das ist ein Thema, was mir natürlich sehr nahegeht.

Welcher Musiker hat dich am meisten berührt und warum?

Eigentlich alle, aber bei DJ Bobo war es so, dass er wirklich einen Song von mir genommen hat, den ich gar nicht so gefeiert habe und den ich eigentlich gar nicht abgeben wollte. (lacht) Auf jeden Fall hat er ihn aber super umgedreht, sodass ich ihn jetzt wirklich feiere. Gentleman hat einen Song genommen, bei dem ich, wenn ich den live spiele, immer heule. Und ich glaube, bei seiner Version ist es das erste Mal, dass ich jetzt nicht heulen würde, wenn ich den selbst performen würde. Deswegen ist das auch eine mega geile Version geworden. Bei Steffi ist es genau dieselbe Geschichte, da musste ich zuvor auch immer heulen.

Können sich die Zuschauer auf ein künftiges Duett mit dem einen oder anderen freuen?

Das könnte auf jeden Fall sein, dass ich ein Duett mit dem einen oder anderen aufnehme. Ich spreche extra nicht darüber, das bleibt noch eine Überraschung.

"Vielleicht kriegen wir es auch irgendwann mal so hin, dass 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer mitmachen."

Du bist die erste Rapperin, die jemals bei "Sing meinen Song" dabei ist. Warum meinst du, hat das so lange gedauert? Schließlich gibt es die Sendung seit 2014.

Das wurde auch mal Zeit, oder? Ich finde, irgendwann muss man sowieso den ersten Schritt machen. Das sollte man dann eher loben, als sich zu fragen, warum es so lange gedauert hat. Ich finde es gut, dass es jetzt mal so ist. Jetzt wissen wir, dass es auch weiterhin in der Richtung vorankommt. Vielleicht kriegen wir es auch irgendwann mal so hin, dass 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer mitmachen. Das wäre cool. Es wäre auch ein Meilenstein, wenn das mal eine Frau moderieren würde. Da würde ich auch auf jeden Fall sagen, es ist an der Zeit dafür. Das wäre super.

Seid ihr in der Sendung auch auf solche Themen eingegangen?

Ich muss sagen, dass wir in der Sendung über sehr viele Themen gesprochen haben, die wichtig sind. Ich war sehr froh, dass alle dieselbe Sichtweise hatten. Zudem bin sich sehr glücklich darüber, wie motiviert alle sind, mehr Aktivismus betreiben zu wollen. Wir waren uns einig: Wir haben eine Reichweite und wir machen da was. Auch Joris hat seine Meinung gesagt und das fand ich richtig cool. Ich mochte seine Sichtweisen echt sehr.

"Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" wird ab dem 20. April immer dienstags um 20.15 Uhr auf Vox ausgestrahlt. Alle Folgen sind siebe Tage danach kostenlos auf TVNOW abrufbar sowie im Premiumbereich sieben Tage vor Ausstrahlung zu sehen.

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