Die Auflösung von Bushidos Label Ersguterjunge, auch unter der Abkürzung EGJ bekannt, hatte weitreichende Konsequenzen für etliche Deutschrapper. Seit der Rechtsstreit zwischen dem Berliner Künstler und Arafat Abou-Chaker losging, ging es mit EGJ bergab – die beim Label unter Vertrag stehenden Künstler wurden entzweit. Laut Bushido soll Abou-Chaker versucht haben, die Rapper auf seine Seite zu ziehen, alle bis auf Samra hätten sich daraufhin gegen ihn aufgelehnt.
2018 verließen aufgrund der andauernden Differenzen schließlich Ali Bumaye, AK Ausserkontrolle, Laas Unltd. und Shindy EGJ endgültig. Dabei feierten vor allem Letzter und Ali zuvor gemeinsame Erfolge – ihr Feature "Sex ohne Grund" von 2016 wurde mit Platin ausgezeichnet. Die erste Auszeichnung dieser Art für die beiden Rapper. Die Labelauflösung habe allerdings dazu geführt, dass auch ihre Wege sich trennten. Wie schmerzhaft das für Ali war, verriet er nun in einem Interview mit "TV Strassensound".
Ali stellte zunächst im Gespräch klar, dass ihn die EGJ-Auflösung vor drei Jahren lange Zeit beschäftigt habe. Er sei ein Mensch, der zu seinen Gefühlen stehe und deswegen falle es ihm auch nicht schwer zuzugeben, dass ihm der Bruch mit Shindy ganz besonders schwergefallen sei:
Wie hart aber auch die Post-EGJ-Zeit für Shindy gewesen sein muss, verriet der "Road2Goat"-Interpret bereits 2018 in einem Interview für Jérôme Boatengs Magazin "BOA". Über den Bruch mit dem Label und die anschließenden Schwierigkeiten sagte er seinerzeit: "Um alles aufzudröseln, was da in den letzten Monaten und Jahren passiert ist, würde eine Netflix-Serie nicht ausreichen." Und weiter:
Es habe laut des Bietigheim-Bissingers einen Machtkampf zwischen Arafat und Bushido gegeben, beide wollten weiterhin mit ihm zusammenarbeiten, nachdem er erste Erfolge mit seinen Alben feierte: "Ich habe das Gefühl, dass die denken: Wer mich am Ende für sich gewinnt, gewinnt auch den Krieg", schilderte Shindy.
Vor allem, so deutete der Rapper an, sei mit Arafat nicht zu spaßen gewesen, aber auch die neuen Partner von Bushido hätten Druck auf ihn als Künstler ausgeübt: "Bushidos neue Freunde sind keine Niemande in dieser Welt. Darum muss man immer und überall damit rechnen, dass einem was passieren kann – insbesondere, wenn man auf alle Arten und Weisen eingeschüchtert und bedroht wird."
Schon vor dem Ende von Ersguterjunge habe er den Wunsch gehabt, sich selbstständig mit seiner Musik zu machen, nach einer längeren Pause erschien er mit seinem eigenen Label Friends With Money zurück auf der Bildfläche.
Auch Ali hat seinen eigenen Weg eingeschlagen und sagte sich von Bushido und Arafat los – trotz dessen, dass Abou-Chaker einer seiner Cousins ist. Erfolgreich ist der 36-Jährige neben seiner Musik auch mit seinem Youtube-Interviewformat "Ali therapiert".
Ob eine Versöhnung in naher Zukunft möglich wäre, dazu äußerte sich Ali nicht weiter. Ganz ausgeschlossen könnte das zumindest für Shindy allerdings nicht sein, immerhin begrub er in diesem Jahr bereits nach künstlerischen Differenzen das Kriegsbeil mit Shirin David.
(cfl)