Stranger Things

Die Kinder in "Stranger Things" scheinen beinahe die einzigen zu sein, die sich für mysteriöse Zwischenfälle interessieren. null / Netflix

"Stranger Things": So könnte die 4. Staffel ein klaffendes Loch in der Handlung füllen

Netflix hat es bereits bestätigt: Noch in diesem Jahr können sich alle Fans von "Stranger Things" auf die mittlerweile vierte Staffel freuen – und das, obwohl der Dreh der neuen Season durch die Pandemie erschwert und verschoben werden musste. Neue Bilder vom Set, die auf Twitter kursieren, geben nun aber auch schon einen ersten Eindruck. Darauf sind verschiedene Gebäude zu sehen, die von seltsamen Tentakeln umschlungen sind. Welche Gestalt des Bösen es nach Demogorgons und dem Mindflayer auf den Cast abgesehen hat, ist aber noch unklar.

In den drei Staffeln, die es bislang von "Stranger Things" gibt, wurden bereits einige Handlungsstränge eröffnet, die sich im Nachgang als recht sinnlos für die Hauptstory herausgestellt haben. Unter anderem zählt dazu Elfis Schwester Kali, die sie im Verlauf der zweiten Staffel wiederfindet. Ebenso wie Elf ist sie im Labor von Dr. Brenner großgezogen worden und wie sie besitzt sie ebenfalls spezielle Fähigkeiten. Elfi schließt sich ihrer Schwester und ihrer Gruppe aber nur ganz kurz an – schon in der darauffolgenden Staffel spielt Kali aber keine Rolle mehr.

Das Plot-Problem mit der "Hawkins Post"

Noch eine größere Lücke innerhalb der Handlung bildet jedoch die Story um das Zeitungsmedium von Hawkins, die "Hawkins Post", in der dritten Staffel, über die das Online-Portal "Screen Rant" zuerst berichtete. Nancy Wheeler, die Schwester von Mike Wheeler, und Jonathan Byers, der große Bruder von Will Byers, fangen an, dort zu arbeiten, sie als Nachwuchsjournalistin, er als Fotograf.

Nancy scheint die einzige weibliche Journalistin der "Hawkins Post" zu sein und fristet ihr Dasein bei der Zeitung damit, ständig vom Chefredakteur Tom Holloway und den Kolumnisten Bruce Lowe sexuell belästigt und niedergemacht zu werden. Das zeigt sich insbesondere, als sie zusammen mit Jonathan einer Story um vermeintlich kranke Ratten nachgeht, die eine Verkettung von mysteriösen Umständen in Hawkins auszulösen scheint – ihre Kollegen interessieren sich dafür allerdings wenig und schmettern die Berichterstattung ab.

Tom Holloway

Tom Holloway war der bisherige Chefredakteur der Lokalzeitung. Bild: Netflix

Und auch Jonathan, der eigentlich Nancys fester Freund ist, kann sie nicht vor den belästigenden Übergriffen ihrer gemeinsamen Kollegen schützen – das Verhalten passt zu der empathischen und verliebten Figur eigentlich nicht. Stattdessen muss sich Nancy an ihre Mutter Karen wenden, die auf die Vorwürfe mit einer feministischen Ansprache reagiert, was auch nicht so recht in ihre bisherige Charakterzeichnung passen will, immerhin hätte sie zuvor beinahe eine Affäre mit einem Highschool-Schüler angefangen.

"Hawkins Post"-Redakteure scheinen ihren Job nicht zu verstehen

Dennoch scheint das nicht die größte Lücke im "Stranger Things"-Plot darzustellen: Im weiteren Verlauf der Staffel befinden sich der Chefredakteur und sein hochrangiger Kollege in der Gewalt des Mindflayers. Gemeinsam bringen sie Nancy und Jonathan beinahe in einer Szene im Krankenhaus von Hawinks um – in letzter Sekunde werden sie von Elfie, Mike, Dustin und dem Paar getötet.

Doch was passierte anschließend eigentlich mit der Lokalzeitung? Sind die restlichen Redakteure weiterhin zur Arbeit gekommen und haben sich gar nicht gewundert, wo ihr Chefredakteur und ihr Kollege abgeblieben sind? Eigentlich müsste es doch in der Natur von Journalisten liegen, solchen Dingen nachgehen zu wollen.

Nancy und Jonathan

Nancy Wheeler und Jonathan Byers arbeiteten zusammen bei der "Hawkins Post". Bild: Netflix

Das scheint ein generelles Problem der dritten Staffel gewesen zu sein: Klar, es geht in "Stranger Things" um übersinnliche Sci-fi- und Horror-Momente, im Grunde genommen ist es jedoch auch eine recht bodenständige Geschichte über ein Mystery-Drama in einer Kleinstadt in den USA. Wieso wundern sich also die restlichen Einwohner von Hawkins nicht, dass immer mehr Menschen verschwinden?

Die Bodenständigkeit eines Dramas ging in der Season mehr und mehr verloren, außer die Zuschauer konnten sich darauf einlassen, dass die Einwohner von Hawkins einfach nie mysteriöse Vorkommnisse hinterfragen und die lokalen Reporter offenbar ihren Job nicht verstanden haben.

Plot-Lücke könnte in Staffel 4 gefüllt werden

Doch ausgerechnet die Geschichte um die "Hawkins Post" könnte in der neuen Staffel einen entscheidenden Sinn eingehaucht bekommen. Zur Erinnerung: In der bislang letzten Folge sind die Byers zusammen mit Elfi aus der Kleinstadt weggezogen, die Gruppe an Hauptprotagonisten wurde dadurch auseinandergerissen. Wenn sich die Lokalzeitung neu gründen würde, gäbe es zumindest für Jonathan einen Grund, zurückzukehren und wieder als Fotograf zu arbeiten.

Wenn seine Familie, also Elfi, Will und ihre Mutter Joyce daraufhin mitziehen würden, würde es zur Reunion der Kids-Gruppe kommen, Elfi und Mike können ihre unterbrochene Beziehung wieder aufnehmen, ebenso wie Nancy und Jonathan da weitermachen könnten, wo sie durch den Umzug aufhören mussten.

Ein engagierterer Chefredakteur könnte sich außerdem für die Mysterien in Hawkings interessieren und darüber berichten wollen – und nicht wie der bisherige es vorziehen, sie zu ignorieren. Nancy und Jonathan haben in der Geschichte einen Wissensvorsprung, immerhin waren sie es, die den Ursprüngen des Mindflayers nachgegangen sind und die Auswirkungen des Ungetüms hautnah mitbekommen haben.

Durch ihre Rolle als investigative Journalisten könnten sie also auch endlich die Chance bekommen, als Charaktere mehr ins Zentrum der Handlung zu rücken – eine Drehbuch-Entscheidung, die sicherlich viele Fans der Serie befürworten würden.

(cfl)

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