Dem "Tinder-Schwindler" Simon Leviev droht erneut rechtlicher Ärger.
Dem "Tinder-Schwindler" Simon Leviev droht erneut rechtlicher Ärger.Bild: siimon_leviiev_official/Instagram

Nach "Der Tinder-Schwindler" bei Netflix: Simon Leviev droht erneut Knast

03.03.2022, 11:13

Die Netflix-Dokumentation "Der Tinder-Schwindler" über den Hochstapler Simon Leviev sorgt seit Wochen für Aufsehen. Der 31-Jährige suchte über Jahre hinweg den Kontakt zu Frauen über Dating-Plattformen und knöpfte ihnen durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Geld ab. So gab er an, sich in Gefahr zu befinden und der Sohn des reichen israelischen Unternehmers Lev Leviev zu sein. Das erlangte Geld investierte er schließlich, um weitere Frauen zu ködern. Wegen Betrugs und Passfälschung wurde er mehrfach verurteilt. Nach seinem letzten Schuldspruch im Jahr 2019 kam er allerdings vorzeitig wieder auf freien Fuß.

Nun könnte es aber noch ein rechtliches Nachspiel für ihn geben, denn nach Angaben der "Bild" möchte ihn die "echte" Familie Leviev zur Rechenschaft ziehen. Der Betrüger wurde als Shimon Hayut geboren und nahm den Namen Leviev erst später im Zuge seiner kriminellen Machenschaften an, um sich glaubwürdig als Millionär ausgeben zu können.

Was dem "Tinder-Schwindler" Simon Leviev jetzt droht

Der Zeitung liegt eine Klageschrift gegen Simon Leviev vor, die am 28. Februar 2022 eingereicht worden sein soll. Lev Levievs Anwalt erklärt die rechtliche Situation wie folgt: "In Israel gilt im Allgemeinen, dass nur der Staat Strafanzeige erstatten kann, aber es gibt eine Ausnahme von der Regel." Eben diese Ausnahme greife bei "böswilliger Verleumdung und böswilligem Eingriff in die Privatsphäre". Dann kann die betroffene Person selbst Strafanzeige erstatten.

Sollte das Gericht den "Tinder-Schwindler" für schuldig befinden, könnte es für diesen sogar noch einmal richtig dicke kommen. Der Anwalt weiter:

"Das Gericht hat die Befugnis, Simon zu einer Höchststrafe von elf Jahren zu verurteilen."
Auf den "Tinder-Schwindler" kommen offenbar mehrere Gerichtsverfahren zu.
Auf den "Tinder-Schwindler" kommen offenbar mehrere Gerichtsverfahren zu.Bild: Netflix

Das insgesamt elfseitige Gerichtsdokument legt die Verfehlungen Hayuts dar. Demnach heißt es, er habe "Frauen, Männer und Unternehmen betrogen, hintergangen, hereingelegt und verletzt". Auch sein Vorgehen über die Dating-App "Tinder" wird geschildert.

Der Hochstapler selbst plant derweil eine Karriere im TV, organisierte sich kürzlich sogar eine bekannte Hollywood-Managerin. Angeblich denkt er über ein Dating-Format nach, das an den "Bachelor" erinnert – mit sich selbst als Protagonist.

Doch wird es so weit überhaupt kommen? Jedenfalls nicht, wenn es nach dem Anwalt der Leviev-Familie geht. Dieser verkündet: "Diese Klage ist nur der Anfang einer Reihe von Gerichtsverfahren, an denen meine Kanzlei derzeit arbeitet. In der nächsten Phase werden wir eine Geldklage gegen Simon und alle anderen Partner einreichen [...] Jeder, der versucht, aus diesem Schema Kapital zu schlagen, wird verklagt."

(ju)

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