Prinz Harry bei einem Besuch in England während der Feierlichkeiten zum Queen-Jubiläum.
Prinz Harry bei einem Besuch in England während der Feierlichkeiten zum Queen-Jubiläum. Bild: dpa / Kirsty O'connor

Prinz Harry ohne Schutz-Anspruch in England – Queen-Vertrauter verantwortlich?

09.07.2022, 15:45

Vor zwei Jahren wagten Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan einen radikalen Schritt: 2020 gab das Paar seinen Austritt aus dem britischen Königshaus bekannt. Außerdem verließen sie Harrys Heimatstadt London und wohnen nach Aufenthalten in Kanada und Los Angeles nun im kalifornischen Montecito zusammen mit ihren beiden Kindern Archie und Lilibet.

Dieser Schritt in die Freiheit hat aber auch seinen Preis: Seit ihrem Rücktritt als hochrangige Royals haben sie in Großbritannien keinen Anspruch mehr auf Polizeischutz. Das will Prinz Harry allerdings ändern. Wie "The Sun" berichtet, hat der 39-Jährige Anklage gegen das britische Innenministerium erhoben, da seiner Meinung nach ihm und seiner Familie nicht der Schutz zur Verfügung gestellt wird, den sie benötigen.

Aus diesem Grund fand am 8. Juli nun erstmals eine Anhörung in London statt, in der entschieden wurde, ob der Fall vor Gericht kommt oder nicht. Dabei gelang eine überraschende Neuigkeit in die Öffentlichkeit.

Prinz Harry fühlt sich in London nicht mehr sicher

Laut des Online-Portals erachten Harrys Anwälte eine Klage für zwingend notwendig, denn unter den aktuellen Bedingungen könne Harry mit seiner Familie "in Ermangelung eines Schutzes nicht in seine Heimat zurückkehren". In den USA hätten sie zwar ein Sicherheitsteam, das sie selbst bezahlen würden, aber sie könnten "nicht den notwendigen Schutz bieten, der im Vereinigten Königreich erforderlich ist." Und weiter wird begründet:

"Prinz Harry ist seit seiner Geburt einem Sicherheitsrisiko ausgesetzt und das sein Leben lang. Er bleibt Sechster in der Thronfolge, hat zwei Einsätze im Kampfdienst in Afghanistan absolviert, und in den letzten Jahren war seine Familie gut dokumentierten Bedrohungen durch Neonazis und Extremisten ausgesetzt. Während sich seine Rolle innerhalb der Institution geändert hat, hat sich sein Status als Mitglied der königlichen Familie nicht geändert. Ebenso wenig die Bedrohung für ihn und seine Familie."
Herzogin Meghan und Prinz Harry traten 2020 als Mitglieder des britischen Königshauses zurück.
Herzogin Meghan und Prinz Harry traten 2020 als Mitglieder des britischen Königshauses zurück.Bild: dpa / Yui Mok

Prinz Harry verlangt noch mehr: Neben vollumfänglichen Polizeischutz besteht er darauf, dass seinem privaten Security-Team in den USA der Zugang zu Informationen, die die Sicherheit des Prinzen und seiner Familie in England betreffen, gewährt wird.

So geht es in dem Rechtsstreit weiter

Mittlerweile fand die Anhörung statt und dabei kam heraus: Dass Harry und seine Familie in Großbritannien keinen Polizeischutz bekommen, lag laut "Daily Mail" nicht alleine an der Abteilung des Innenministeriums, sondern auch das Königshaus war an dieser Entscheidung beteiligt. Genauer gesagt der Privatsekretär der Queen, Sir Edward Young, er soll die treibende Kraft in diesem Szenario gewesen sei.

Harrys Anwältin Shaheed Fatima legte dar, dass es "erhebliche Spannungen" zwischen dem Royal und dem Privatsekretär gegeben haben soll:

"Prinz Harry wusste zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht, dass das Königshaus beteiligt war. Ihm wurde gesagt, dass es eine unabhängige Entscheidung sei."
Prinz Harry muss auf eine Entscheidung des Gerichts warten.
Prinz Harry muss auf eine Entscheidung des Gerichts warten. Bild: dpa / Kirsty Wigglesworth

Weiter hieß es in den Gerichtsunterlagen, Harry habe geglaubt, "dass das RAVEC 'unabhängig' sei". Er sei nicht über die Zusammensetzung des RAVEC informiert worden und auch nicht darüber, dass der königliche Haushalt an der Entscheidung beteiligt gewesen war.

Dazu muss man wissen: Das sogenannte "Royal and VIP Executive Committee" (RAVEC) entschied über die Streichung des Polizeischutzes für Harry und seine Familie. Dass auch Mitglieder des britischen Königshauses darin saßen, war bisher nicht bekannt.

Darüber hinaus machte Harrys Anwältin deutlich, dass ihr Mandant nicht die Möglichkeit bekommen hätte, vor dem Ausschuss zu sprechen oder anzubieten, für die Sicherheitskosten selbst aufzukommen. Das juristische Team der Gegenseite argumentierte dagegen, dass die Streichung des Polizeischutzes nur damit zusammenhänge, dass Harry als royales Mitglied zurückgetreten sei. Der Privatsekretär der Queen soll keinen Einfluss ausgeübt haben.

Nach dem Termin sagte der zuständige Richter Justice Swift, er werde im Laufe des Monats darüber entscheiden, ob der Fall fortgesetzt wird.

(swi)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
"Sie kennt die Wahrheit": Pietro Lombardi legt gegen Sarah Engels nach

Eigentlich wollten Pietro Lombardi und Freundin Laura Maria Rypa frohe Neuigkeiten über ihr erstes gemeinsames Kind verkünden, doch ein Kommentar von Ex-Frau Sarah Engels überschattete das Glück der werdenden Eltern. Nun meldet sich der Sänger gegenüber "Bild" noch einmal zu Wort.

Zur Story