Enisa Amani muss nach einem Streit mit einem AfD-Politiker eventuell ins Gefängnis.
Enisa Amani muss nach einem Streit mit einem AfD-Politiker eventuell ins Gefängnis.Bild: Screenshot Instagram

Zoff mit AfD-Mann eskaliert: Enissa Amani droht Gefängnis – jetzt wendet sie sich an die Öffentlichkeit

16.11.2021, 15:4719.11.2021, 12:33

Weil sie sich weigerte, eine Strafe von 1800 Euro zu bezahlen, drohen der Youtuberin Enissa Amani nun 40 Tage Haft. Damit hat ihr Streit mit dem AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Winhart aus Bayern einen neuen Höhepunkt erreicht.

Zum Hintergrund: Am 19. März 2019 postete Comedienne, Podcasterin und Youtuberin Enissa Amani auf Instagram ein Video, in dem sie gegen den AfD-Politiker Winhart wütete und ihn beleidigte.

Grund für Amanis Aussagen war eine Rede Winharts im Herbst 2018 während einer Wahlkampfveranstaltung in Willing bei Bad Aibling. Darin beleidigte dieser Afrikaner und Albaner heftig rassistisch, warf Flüchtlingen eine Mitschuld an HIV-, Krätze- und TBC-Fällen in seinem Landkreis vor. Im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein nach einer Strafanzeige die Ermittlung gegen Winhart eingestellt – es gelte das "Recht auf polemische Zuspitzung und zur bewussten Provokation".

Winhart erstattete daraufhin selbst Anzeige – und zwar gegen die 37-Jährige. Er fühle sich durch ihre Aussagen "persönlich beleidigt, was nun die Staatsanwaltschaft Traunstein verfolgt", sagte Winhart gegenüber der WELT. Zudem habe er ihr eine Unterlassungserklärung zukommen lassen. "Frau Amani behauptet in Ihren Videos beweislich falsche Aussagen. Daher sehe ich mich gezwungen, dagegen vorzugehen", sagte der AfD-Politiker.

Enissa Amani: "Ich möchte damit ein Zeichen setzen"

Bereits vor einigen Monaten, kündigte Amani an, dass sie die Strafe zwar als berechtigt ansehe, sie aber "nicht zahlen werde. Egal ob es 5 Euro sind oder 50.000." Sie halte es für richtig, dass kein Mensch einen anderen beleidigen dürfe, das streite sie nicht ab. Dennoch sehe sie es nicht ein, warum "ein Politiker mit einer solchen menschenverachtenden Aussage straffrei davon kommt", wie sie auf Twitter in einem Thread schrieb.

Sie bat ihre Follower um Rat. Es sei "groß und wichtig". Wörtlich fragt sie:

"Soll ich das durchziehen und Freiheitsstrafe in Kauf nehmen? Bitte nicht vorsichtig und reglementiert denken, manche Dinge brauchen Mut, manche Dinge brauchen klare Präzedenzen. A. Winhart du bist und bleibst ein Rassist."

Amani offenbart Ängste und Zweifel

Wenige Stunden später, stellte die Entertainerin ein 17-minütiges Instagram Video online, in dem sie den Sachverhalt ausführlich schilderte und noch einmal klar betonte:

"Ich möchte die Sache nicht größer machen, als sie ist. Aber ich denke, ich möchte das durchziehen."

Ein Freispruch für den AfD-Politiker sende an Menschen, die dasselbe Gedankengut teilen, das Signal "Wir sind vom Gesetz geschützt. Sowas ist okay."

Sie gestand, dass ihr Umfeld sich große Sorgen um sie mache. Und sie selbst habe Angst und Zweifel: "Soll ich das einfach bezahlen? Ich habe Shows, ab Januar bin ich auf Tour und das ist kein Kindergarten. 40 Tage ins Gefängnis zu gehen ist ein riesiger Einschnitt in mein Leben."

Was als nächstes passiere sei abzuwarten, so Amani.

Follower zeigen sich solidarisch

Ihre Follower zeugen der Komikerin Respekt für ihren Mut und ihren Willen, für ihre Überzeugung eine Freiheitsstrafe in Kauf zu nehmen. Dennoch sprechen sich viele dagegen aus:

Gegen Rassismus und Unterdrückung

Mit Stand-up-Comedy wurde Enissa Amani in Deutschland bekannt. Sie trat in New York und London auf. Als erste deutsche Comedienne erhielt die 37-Jährige ein eigenes Comedy-Special beim Streamingdienst Netflix. Ihre Eltern – ihr Vater Literaturwissenschaftler, ihre Mutter Medizinerin – kamen als Asylsuchende nach Deutschland. Ihre Reichweite nutzte Amani bereits in der Vergangenheit, um Minderheiten in einer weißen Mehrheitsgesellschaft zu Wort kommen lassen. Für ihr Engagement wurde sie bereits mit dem Grimme-Online Award ausgezeichnet.

(abd)

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