Jan Böhmermann beim 6. Bits & Pretzels Founders Festival 2018 im ICM. München, 30.09.2018 *** Jan Böhmermann at the 6-bit Pretzels Founders Festival 2018 at the ICM Munich 30 09 2018 Foto:xP.xSchö ...
Jan Böhmermann sieht gravierende Probleme bei der Berichterstattung über trans*-Menschen.Bild: imago images/Future Image
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Jan Böhmermann: "Haben sie euch trans*-Menschen-Feinden ins Gehirn geschissen?"

08.09.2022, 13:09

In ihrer neuen Podcastfolge von "Fest & Flauschig" haben Jan Böhmermann und Olli Schulz ihren Auftritt bei der IFA Revue passieren lassen. Dort hatten die beiden live eine Podcastfolge aufgenommen und anschließend versucht, Joko und Klaas auf der Ausstellung zu finden. Über diese scherzhafte Verfolgungsjagd hat auch watson berichtet, woran Jan und Olli jetzt etwas auszusetzen hatten. Gleichzeitig nahm sich Jan eines weiteren Themas an: der Gewalt gegenüber trans*-Menschen und der Berichterstattung darüber.

Jan Böhmermann beleidigt Joko und Klaas liebevoll

Auf der Internationalen Funkausstellung IFA hat sich am 4. September einiges zugetragen. Während des Auftritts von Jan Böhmermann und Olli Schulz fand das Podcast-Duo heraus, dass auch Joko und Klaas auf der IFA auftreten – zum exakt selben Zeitpunkt.

Darauf reagierten Jan und Olli ironisch-empört und stichelten immer wieder gegen ihre Kollegen. Nach ihrem Auftritt beschlossen sie dann, mit ihrer gesamten Fangemeinde zum Standort von Joko und Klaas zu ziehen, um sie zu konfrontieren. Jan hielt die Aktion dabei per Livestream fest, in dem sie ihre TV-Kollegen unter anderem als "Wichser" und "abgehobene, arrogante Schnösel" bezeichnen. In ihrer neusten Podcastfolge verraten sie nun, dass Joko und Klaas darauf mit "Zu spät, ihr Kacka" antworteten. In diesem Zusammenhang echauffiert sich Jan auch über den watson-Text zu dem Vorkommnis – und stellt direkt eine Sache richtig:

"Diese Beleidigung steht dann am Ende nicht bei watson.de als Überschrift: 'Böhmermann nennt Joko und Klaas 'Wichser'. Aber lieb gemeint habe ich sie Wichser genannt, nicht ernst gemeint, ich habe dabei nicht böse geguckt, als ich sie Wichser genannt habe."

Berichterstattung über die Gewalt an trans*-Menschen

Außerdem betonte Jan Böhmermann, wie tief ihn die Gewalt gegenüber trans*-Menschen erschüttere und wie islamophob und trans*feindlich die Springer-Presse darüber schreibe. Daher schlug er auch allgemein vor, lieber diese Problematik zu thematisieren und fügte einen Schlagzeilen-Vorschlag an:

"'Böhmermann: 'Haben sie euch trans*-Menschen-Feinden eigentlich ins Gehirn geschissen?' Das würde ich mir als Schlagzeile mal wünschen."
Jan Böhmermann

Wie womöglich schon erkannt, hat watson Böhmermanns Vorschlag für diesen Text tatsächlich übernommen. Als junges Nachrichtenportal berichtet watson regelmäßig über Diversität und Gleichberechtigung – und so auch über den Vorfall auf dem diesjährigen CSD in Münster. Bei den Feierlichkeiten hatte ein trans*-Mann sich für zwei Frauen eingesetzt, als diese diskriminierend beleidigt wurden. Wegen seiner Zivilcourage wurde der trans*-Mann jedoch angegriffen und erhielt mindestens einen Schlag, wodurch er mit dem Kopf auf den Asphalt aufschlug. Später wurde er infolgedessen in ein künstliches Koma versetzt, verstarb jedoch am Freitagmorgen.

Über diese Tat sprach auch Jan Böhmermann in seinem Podcast und nannte noch einen weiteren Vorfall aus den vergangenen 14 Tagen. So wurde in seiner Heimatstadt Bremen eine 57-jährige trans*-Frau in einer Straßenbahn von mehreren Jugendlichen verprügelt und schwer verletzt.

Böhmermann betont die Mitschuld der Presse

Besonders schlimm sei in diesem Kontext aber auch die Berichterstattung. "Gerade die Springer-Presse und die konservativen, reaktionären publizistischen Kräfte" würden anfangen, die Gewalttat des CSD islamophob auszuschlachten. Gleichzeitig würden genau diese Menschen aber auch seit anderthalb Jahren eine "merkwürdige Anti-trans*-Menschen-Kampagne fahren" und Einzelfälle aufblasen. Jeden Tag würden die "Bild" und "Welt" so koordiniert Menschen ächten und Gewalt legitimieren, weshalb sie auch Schuld an Gewalttaten und Ausgrenzung tragen würden:

"Der Grund, warum es zu Gewalt kommt, und warum trans*-Menschen ausgegrenzt werden, ist, dass die Springer-Presse seit anderthalb Jahren mit irgendwelchen Hardcore-religiösen Kräften Kampagnen fährt."

Kurz darauf beendete Jan Böhmermann das Thema abrupt, betonte aber, noch einmal darüber sprechen zu wollen. Schon am Sonntag habe er die Problematik ansprechen wollen, weil die Stimmung wegen der lieb gemeinten "Wichser" schon "scheiße genug" gewesen sei.

(crl)

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