Alfons Schuhbeck verkündete im Juni für seine Betriebe Insolvenz anmelden zu müssen.
Alfons Schuhbeck verkündete im Juni für seine Betriebe Insolvenz anmelden zu müssen.Bild: imago images/ Sven Simon

Warum jetzt gegen Starkoch Klage erhoben werden soll

17.11.2021, 19:51

Alfons Schuhbeck gehört zu den bekanntesten Köchen Deutschlands. Im Laufe seiner Karriere hat sich der 72-Jährige mehrere Standbeine aufgebaut und betreibt nicht nur Restaurants wie das Platzl in München, sondern auch eine Kochschule, einen eigenen Partyservice oder Gewürzläden. Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass er für seine Betriebe Insolvenz anmelden muss. Der Starkoch bezeichnete sich in einer Mitteilung als "das nächste Corona-Opfer".

Im Juli erklärte er, dass die Insolvenz ein wirklich schwerer Schritt sei, ihm aber nichts anderes übrig bleibe. Bis zuletzt habe er auf die staatlichen Finanzhilfen gehofft und private Gelder in sein Unternehmen gesteckt. "Doch jetzt ist Schluss", gab er damals an. Glücklicherweise übernahmen allerdings Investoren einen großen Teil seiner Betriebe.

Gegen den Unternehmer laufen jedoch auch seit Längerem Steuerermittlungen. Auch das Bundesamt für Justiz soll gegen den Münchner Koch vorgehen, weil er seit 2017 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht haben soll. Nun berichtete die "Süddeutsche Zeitung", was dahinter steckt.

Das droht Alfons Schuhbeck

Laut der Zeitung hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben. Der Verdacht lautet, dass Schuhbeck rund zwei Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben soll. Demnach müsse das Münchner Landgericht nun entscheiden, ob es auch zum Prozess komme. Es wird davon ausgegangen, wenn dies der Fall ist, dass die Verhandlung nicht vor Frühjahr von statten geht.

Der Starkoch und seine Anwälte wollten zu der Anklage keine Stellung beziehen. Folglich wird sich erst noch zeigen, was an den Vorwürfen tatsächlich dran ist und ob es tatsächlich einen Prozess geben wird. Die Anklage soll nach der "Süddeutschen Zeitung" mehrere Dutzend Seiten umfassen und zwei seiner Restaurants betreffen: das Orlando und die Südtiroler Stuben.

Dabei soll es um rund eine Million Euro Steuerhinterziehung beim Orlando und um etwas mehr als eine Million Euro bei den Südtiroler Stuben gehen. Die Vorwürfe beim Orlando gelten jedoch als stichhaltiger, so die Zeitung. Sollte er verurteilt werden, könnte Schuhbeck sogar eine Haftstrafe drohen. Bis es zu einem Urteil kommt, gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.

(iger)

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