Oliver Pocher spricht über das neue Leben von Bushido.
Oliver Pocher spricht über das neue Leben von Bushido.Bild: imago images/Future Image

"Das ist dauerhaft wirklich eine hohe Belastung": Oliver Pocher spricht über Folgen von Bushidos Vergangenheit

14.12.2021, 06:50

Am vergangenen Sonntag moderiete Günther Jauch nach 25 Jahren zum letzten Mal die Show "Menschen, Bilder, Emotionen" bei RTL. In der Sendung ging es um die Höhepunkte und bewegenden Momente von 2021. Im Studio begrüßte er Gäste wie Lukas Podolski, Wolfang Schäuble, Alexander Zverev oder Boris Becker. Auch Rapper Bushido wurde eingeladen und reflektierte die vergangenen Jahre. "Vieles, was ich in meinem Leben gemacht habe, war falsch. Ich versuche mich zu ändern für mich, aber vor allem für meine Familie", sagte er.

Und weiter: "Mich interessiert das alles nicht mehr. Ich war ein sehr unangenehmer Mensch, habe mich asozial benommen." Mit Blick auf seine einstigen Lebensumstände sagte er: "Es gibt eine sehr konkrete Parallelgesellschaft in Deutschland. In der Welt, in der ich gelebt habe, ist es ähnlich wie in einem Wolfsrudel: Da gibt es den Kopf. Der sagt und alle anderen müssen gehorchen – nach oben buckeln und nach unten treten." Seit 2019 habe er "komplett jeglichen Kontakt" zu seinem früheren Umfeld abgebrochen. Heute steht er unter Polizeischutz.

Seine Familie steht für ihn an oberster Stelle. "Ich kann sagen, dass die Kunstfigur Bushido wie so eine Art Faschingskostüm im Schrank hängt und manchmal ziehe ich es raus und mache Party und dann ist wieder gut", erklärte er im Gespräch mit Günther Jauch. In der neuesten Podcastfolge von "Die Pochers hier" sprach Oliver Pocher über den TV-Auftritt des "Ronin"-Interpreten. Der Comedian war ebenfalls Teil der Show und fand deutliche Worte für den Wandel des Rappers.

Hier ist Bushido in der Sendung mit Günther Jauch zu sehen.
Hier ist Bushido in der Sendung mit Günther Jauch zu sehen.Bild: RTL/ Stefan Gregorowius

Oliver Pocher spricht über seinen Eindruck von Bushido

Zunächst meinte der Komiker: "Sonntag ist eine Ära zu Ende gegangen. Günther Jauch hatte seinen letzten Auftritt beim Jahresrückblick. Das war auch sehr interessant, weil bei der Sendung Bushido und Boris Becker waren. Also besser geht es ja eigentlich nicht." Amira sagte dazu:

"Bushido mit einem Rollkragenpullover, ganz seriös. Aber so sausympathisch, das muss man mal sagen. Er sitzt da mit einer Klarheit, kann alles sehr nüchtern betrachten, ist total reflektiert, redet nichts schön, steht zu all seinen Fehlern, zu all seinen Taten, die er begannen hat, zu allem, das ist so krass. Ich bin so baff, ohne, dass er sich irgendwie rausredet. Er hat einfach einen Seelen-Striptease hingelegt, über alles gesprochen, nichts beschönigt, ich finde das super."
Bushido reflektiert die vergangenen Jahre.
Bushido reflektiert die vergangenen Jahre.Bild: RTL/ Stefan Gregorowius

Der Vater von fünf Kindern sah das Ganze so: "Er hat zumindest Tabula rasa gemacht, hat sich von dem Abou-Chaker-Clan deutlich distanziert, hat aber auch mit den Konsequenzen zu leben. Beim Jahresrückblick ist er mit Polizeischutz gewesen. Wenn du das Tag und Nacht hast, dann macht das dauerhaft wirklich keinen Spaß und ist auch eine hohe Belastung. Ich meine, er hat jetzt acht Kinder. Wenn du mit acht Kindern unterwegs bist, hast du auch einfach gar keine Lust darauf, dass du weißt, kommt da vielleicht irgendeiner und will dir auf die Fresse hauen – mindestens."

In jedem Fall sei der Comedian gespannt, wie Bushido die Umstände musikalisch umsetzen könne, weil er sich von einigen Tracks auch in der Sendung distanziert habe, sie auch nicht mehr so machen und spielen würde, wie er es damals gemacht habe. Es würde demnach eine neue Kultur geben. In der Vergangenheit hatte Bushido laut Pocher auch immer gute Leute im Hintergrund, die ihm die Texte geschrieben hätten. "Da waren Shindy, Kay One, Eko Fresh", so Pocher. Der 43-Jährige sei einfach der erste Gangster-Rapper Deutschlands gewesen, "und hat dann die Attitüde auch mit dem Abou-Chaker-Clan zusammen auch dementsprechend repräsentiert".

Nun sei er gespannt, wie der Musiker die Rolle des Familienvaters und des Gangster-Rappers zueinander bringe. Ein Kontrastprogramm sei in jedem Fall, wenn er dann mit Frauke Ludowig im Rollkragenpullover stehe, Kaffee trinke und sagt, er habe einen Fehler gemacht. "Aber die Seite gefällt mir wesentlich besser an ihm. Ich finde das super, er soll das so beibehalten", entgegnete Amira dazu.

Zum Schluss fasste Pocher diese unterschiedlichen Lebenswelten so zusammen: "Ja, gut, aber Bushido ist jetzt auch nicht Guido Maria Kretschmer, er ist Rapper. Also irgendwann muss er schon mal sagen, wie es ist. Die Diskussion haben wir auch, wenn du kommst und sagst, du bist Familienvater, ja, aber manchmal muss man auch Sachen im Job machen, die man privat nicht machen würde, die man aber vor der Kamera macht."

(iger)

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