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Prinz Marcus von Anhalt sorgte in der Sat.1-Show für einen heftigen Skandal. Bild: Sat.1

Amira Pocher nach "Promis unter Palmen"-Eklat: "Die wussten sehr wohl, was das anrichtet"

Am Montag startete die zweite Staffel von "Promis unter Palmen". Die Zuschauer bekamen an diesem Abend nicht nur Alkoholexzesse zu sehen, sondern auch einen Homophobie-Skandal, den Prinz Marcus von Anhalt mit seinen Äußerungen auslöste. Dort wetterte er gegen Kandidatin Katy Bähm: "Es ist eklig, wenn zwei Männer sich küssen. Da stehe ich zu – basta!" Und weiter: "Wenn ich sage, schwul sein ist scheiße, dann ist das so für mich."

Willi Herren schritt ein und polterte: "Bei allem Respekt. Das hast du nicht zu sagen! Leute, so etwas darf man nicht totschweigen. Ich habe gerade einen schwulen Freund verloren. Das tut mir weh, das zu hören." Die Drag-Queen sagte fassungslos im Sprechzimmer dazu: "Ich war wirklich geschockt und sprachlos. Ich habe so etwas genug in meinem Leben ertragen müssen. Ich bin nicht hier, um mir so etwas anzuhören. Es macht mich so wütend, dass ich den Mund nicht direkt aufgemacht habe."

Nach massiven Beschwerden hat Sat.1 nun Konsequenzen gezogen. Eine Sprecherin erklärte watson dazu: "Nach den Zuschauerreaktionen von Montag prüfen wir aktuell alle verbleibenden Folgen. Daher gibt es auch keine Preview auf Joyn." Zudem wird Prinz Marcus in Zukunft in keiner Show des Senders mehr mitmachen und die Skandal-Folge wurde online entfernt. In der neuesten Podcastfolge sprachen Amira und Oliver Pocher jetzt über den Eklat und fanden deutliche Worte sowohl für den Realitystar als auch für den Sender.

Amira und Oliver Pocher machen auch dem Sender Vorwürfe

Für den Comedian war schnell klar, dass das Format eigentlich in "Assis unter Palmen" umbenannt werden müsse: "Das wird den Titel besser treffen. Bei 'All you can drink' ist klar, dass es dann scheppert. Prinz Marcus hält sich mit Abstand für den Geilsten. Du lädst ja auch solche Leute ein, die sagen, ich bin mit Abstand der Allergeilste." Der 54-Jährige habe die ganze Palette an politischer Unkorrektheit gezeigt, so Pocher. Im Anschluss daran stellte er fest:

"Er hatte am nächsten Tag zumindest in Anführungsstrichen die Größe, dass er dahin geht, das Gespräch sucht und sich entschuldigt. Das Problem ist aber, wenn du zwei Drittel des Tages angesoffen bist, dann bist du immer so. Man muss sich selbst im Griff haben und kann das eine oder andere einfach nicht sagen."

Und weiter: "Die Diskussion danach war dann relativ scheinheilig. Dasselbe gab es auch beim 'Sommerhaus der Stars'. Bei einer aufgezeichneten Sendung weiß man ja, ob man das ausstrahlt oder nicht." Zur Erinnerung: In der RTL-Show wurden in der vergangenen Staffel massiv Mobbing-Vorwürfe laut, auch eine Spuck-Szene sorgte für einen Eklat. Zu der aktuellen "Promis unter Palmen"-Folge meinte Amira nun:

"Das ist es ja. Sam Dylan hat dazu ein Statement abgegeben. Er hat gesagt, er findet es nicht richtig, dass Sat.1 die Folge doch gelöscht hat. Sie sollen sie lassen, damit die Menschen sehen, dass es solche Leute gibt. Ich frage mich, warum wurde das denn überhaupt ausgestrahlt? Die wussten sehr wohl, was das anrichtet, die sitzen doch im Schnitt. Die wussten, dass das vielleicht einen kleinen Shitstorm geben könnte und man Homophobie einfach nicht gutheißen kann. Dann aber zu sagen, wir distanzieren uns davon und wir nehmen die Folge raus, kann man nicht ganz für voll nehmen, oder?"

Warum die Show weiter für Diskussion sorgt

Pocher pflichtete bei: "Man nimmt das natürlich dankend in Kauf. Auch beim 'Sommerhaus der Stars' hätte man Sachen rausschneiden können. Man muss sich überlegen, ob man das Spucken zeigen will. Und später, als sich dann beschimpft und beleidigt wurde, auch da hätte man zwei, drei Streits rausnehmen können. Am Ende wird das natürlich geguckt. Und jetzt bei der Sendung geht es ja noch lustig weiter." Zudem sagte der Comedian:

"Aber ich muss sagen, unabhängig davon, ich fand das jetzt auch nicht so schlimm, dass das jetzt ausgestrahlt wurde, weil so ist Prinz Marcus, so hat man ihn eingekauft, so kennt man den. Man weiß, was der macht und man setzt ihn ja dann bewusst auch mit einer Travestie-Künstlerin dahin, damit so eine Situation entsteht."

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Oliver Pocher thematisierte den Eklat mit Prinz Marcus von Anhalt auch in seiner Bildschirmkontrolle. Bild: Instagram/ Oliver Pocher

Pocher sei für eine offene Diskussion, da in der Gesellschaft so eine Meinung leider noch zu Genüge zu finden sei. "Das wird man auch nicht ändern, indem man das rausschneidet oder so eine Folge verschwinden lässt", so der Vater von fünf Kindern. Den Talk danach, in dem Prinz Marcus von Anhalt angerufen wurde, fand der Komiker ebenfalls missglückt: "Da wollten sie ja mit Prinz Marcus telefonieren. Da hat man ihn so ein bisschen vorgeführt und versucht, es einzuordnen. Es wurde gesagt, mit Besoffenen reden wir nicht. Dann lass den doch on air noch mal zwei Sachen sagen, aber der hat ja bis dahin gar nichts gesagt."

Amira stellte dazu fest: "Das war so, wir wollen jetzt extra zeigen, dass wir ihm eins reinwürgen. Gut, hat er auch verdient, ganz ehrlich. Für die Aktion, die Wortwahl hat er es auch verdient." Und weiter: "Der Shitstorm ist absolut gerechtfertigt. Das ist asozial, das macht man nicht." Für Pocher sei klar gewesen: "Das Ding ist, es ist ihm ja eh scheißegal."

(iger)

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