Oliver Pocher steht derzeit erfolgreich für RTL vor der Kamera.
Oliver Pocher steht derzeit erfolgreich für RTL vor der Kamera.
Bild: IMAGO/ Future Image

Nach Bohlen-Aus spricht Pocher über eigene Zukunft bei RTL: "Lebe nicht von Angst getrieben"

21.03.2021, 15:53

Oliver Pocher ist seit mittlerweile über 20 Jahren im TV-Geschäft. Seine Karriere startete er bei Viva. 2003 wechselte der Komiker zu ProSieben, wo er mit der Show "Rent a Pocher" an den Start ging. Später folgte bei Sat.1 eine eigene Late-Night-Show. Bei RTL bekam er ebenfalls schnell ein eigenes Format unter dem Titel "Alle auf den Kleinen".

2019 gab der Sender nach vielen weiteren Mitwirkungen bei unterschiedlichen Formaten wie "5 gegen Jauch" bekannt, dass Pocher mit einem Exklusivvertrag für zunächst zwei Jahre an RTL gebunden sei. 2020 startete dann für den Comedian mit seiner Wendler-Parodie besonders erfolgreich. Daraus entwickelte sich nämlich nicht nur eine eigene Unterhaltungsshow, auch mit der Sendung "Pocher – gefährlich ehrlich" ging er zusammen mit seiner Frau Amira mit Top-Quoten an den Start.

Nach der Hammer-Meldung von RTL, dass sich der Sender nach fast 20 Jahren von Dieter Bohlen als festes Jurymitglied bei "DSDS" und beim "Supertalent" trennt, sprachen Amira und Pocher nun in der neuesten Podcastfolge darüber, ob den Comedian dasselbe Schicksal wie den Poptitan ereilen könnte.

Oliver Pocher spricht über seine TV-Karriere

Amira fragte Pocher prompt, nachdem sie über das Aus von Bohlen bei RTL gesprochen haben: "Hast du da nicht Angst, dass es dann einen auch selber treffen kann? Sind das nicht Momente, wo du denkst, krass, es kann von heute auf morgen jemand sagen, wir haben keinen Bock mehr auf dich? Es geht einfach schnell. Bei RTL oder grundsätzlich in der TV-Branche wird ja gewechselt wie beim Fußball. Das ist ja der Wahnsinn." Der 43-Jährige erklärte daraufhin: "Du bist immer so gut wie deine letzte Quote. Das ist immer so der Fall." Und weiter:

"In der Medienbranche ist es auch Willkür beziehungsweise auch der persönliche Geschmack von Entscheidern ist ausschlaggebend. Das habe ich auch schon mehrfach erlebt. Es gab Leute, die standen auf dich, dann bist du da verpflichtet worden, hast für den Sender gearbeitet, dann kamen andere an, die sagten, weiß nicht, finde ich nicht mehr so gut. Dann warst du nicht mehr angesagt."

Er wüsste aber, dass sein Talent und das, was er könne, nämlich Leute zu unterhalten, zum Lachen zu bringen oder zu entertainen in der vielfältigen Form einfach weiter da sein werde. "Für mich war es auch nicht so schlimm, wenn es wie vor ein paar Jahren einfach mal ein bisschen weniger war. Dann moderierst du eben mal bei Sat.1 einen Late-Night-Talk. Da habe ich andere Sachen gemacht, bin trotzdem auf Tour gegangen. Es macht sicherlich mehr Spaß, vor 2000 bis 4000 Leuten aufzutreten als vor 300 bis 600, aber das ist auch egal. Die Coolness muss man in der Branche haben, haben aber viele auch nicht", so Pocher.

Über seine Zukunft macht sich der Comedian erstmal keine Sorgen. Dennoch betonte er: "Aber wenn jetzt irgendeiner bei RTL kommen würde und sagt, okay, Dankeschön Oli, war schön, wir machen jetzt irgendwas anderes, dann würde ich jetzt natürlich nicht in die Hände klatschen und sagen geil, aber na gut, dann geht es weiter und die Entertainmentmöglichkeiten sind heute so groß und so vielfältig. Du hast Youtube, die ganzen Streamer, Netflix, Amazon Prime, du hast Apple TV. Ich kann mich bei Instagram hinstellen."

Der Komiker meinte, er bräuchte jetzt nicht mehr unbedingt das Fernsehen, wie es vor 15 bis 20 Jahren der Fall gewesen sei. Nun würde es viel mehr Möglichkeiten geben, sich selbst darstellen zu können. "Mir macht Fernsehen Spaß, ich fühle mich auch bei RTL sehr wohl mit unseren Sendungen, die wir machen. Das sind so viele unterschiedliche Sachen und auch Projekte, die wir noch vorhaben. Ich würde das gerne alles bei RTL machen, aber gut, wenn es nicht RTL sein sollte, dann muss man sehen und die Situation annehmen, wie sie ist. Aber ich lebe nicht von Angst getrieben", stellte der Vater von fünf Kindern klar.

Mittlerweile könne er auf über 20 Jahre im Fernsehen zurückblicken und da mache er sich keine Gedanken darüber, dass es nächstes Jahr zu Ende sein werde. In Richtung des Poptitan sagte er übrigens noch:

"Dieter Bohlen muss sich erstmal um sein Leben keine Sorgen machen. Wir reden von jemandem, der in dem Bereich einer Viertelmilliarde ist, die er in seinem Leben verdient. Um Geld geht es schon lange nicht mehr. Es geht darum, stattzufinden. Er hat seine Möglichkeit, hat sich Social Media aufgebaut. Das, was er sagt, wird immer Gewicht haben. Aber ich meine, der ist jetzt auch 67, irgendwann sagt man auch mal, mein Gott, dann mache ich nicht mehr ganz so viel. Und der wird auch Anfragen oder ein Angebot von jemand anderes bekommen."

Pocher zeigte sich überzeugt davon, dass Bohlen jetzt erst recht die Motivation habe, um es RTL zu zeigen: "Ich bin jetzt nicht einer, den man einfach so abschiebt. Den Ehrgeiz wird er sicherlich haben. Er kann auch produzieren, dann hat er noch mal Hits, ist noch mal jemand, der ein Nummer-eins-Album produziert oder was anderes. Er ist ja nicht weg."

Pocher zufolge wird er aufgrund seines Talents nicht gänzlich von der Bildfläche verschwinden: "Der hat ja so viele Songs und Hits geschrieben, als Sänger nehme ich ihn jetzt mal raus, aber er hat als jemand stattgefunden, der polarisiert und er wird auch weiter stattfinden. Da gibt es immer Ups and Downs, das war sicherlich nicht das Highlight seiner Karriere, aber für den wird es irgendwo weitergehen."

(iger)

"Schere im Kopf": Oliver Pocher sieht sich auf der Bühne eingeschränkt

Oliver Pocher ist immer wieder für kontroverse Ansagen zu haben. So nahm er jüngst bei Instagram zum Beispiel Cathy Hummels aufs Korn, als die wiederum verkündete, künftig genderneutrale Sprache anzuwenden. Im "Bild"-Talk "Viertel nach acht" ging es nun explizit auch um Political Correctness, wozu der Comedian deutliche Worte fand. Daneben wurde aber auch noch ein ganz anderes Thema angesprochen: Die Rente des 43-Jährigen.

"Was darf Comedy heutzutage eigentlich noch?", fragt sich Pocher in der …

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