Oliver Pocher: Der Comedian wettert gegen Corona-Demonstrantin.
Oliver Pocher: Der Comedian wettert gegen Corona-Demonstrantin.Bild: imago images/ Future Image

"Das ist ein Faustschlag ins Gesicht": Oliver Pocher wütet gegen Anne Frank-Vergleich auf Corona-Demo

21.11.2020, 10:4521.11.2020, 10:44

Oliver Pocher ist dafür bekannt, öffentlich seine Meinung zu äußern, gegen Influencer zu schießen, in seiner so genannten Bildschirmkontrolle die Absurditäten der Social-Media-Stars zu sammeln und süffisant zum Besten zu geben. Doch bei einer Aktion, die sich am Samstag in Karlsruhe ereignet hat, vergeht selbst dem sonst schmerzbefreitem Pocher das Lachen. In seiner neusten Podcastfolge spricht er über die aktuelle Corona-Situation und die damit einhergehenden Demos, die von selbsternannten Querdenkern und Corona-Leugnern abgehalten werden.

Im Zuge dessen ist ihm eine Videoaufnahme von einer Elfjährigen übel aufgestoßen, die die Auswirkung der Corona-Maßnahmen mit der damaligen Situation von Anne Frank vergleicht, die im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. Amira Pocher fällt schließlich besonders über die Mutter des Mädchens ein eindeutiges Urteil.

Oliver Pocher hat eindeutige Botschaft an elfjähriges Mädchen und deren Eltern

Zunächst spricht Oliver Pocher über die Demonstration, die am Mittwoch in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung stattfand. Dazu sagt er jetzt: "Man hat ja gesehen wie gestern bei der Demonstration, zu der auch Michael Wendler aufgefordert hatte, sich die ganzen Impfidioten, diese Querdenker, hinstellen und dann mittlerweile auch Kinder in die erste Reihe stellen, sodass der Wasserwerfer da nicht feuern kann. Es ist wirklich der Wahnsinn." Und dann kommt er auch schon auf die Demo in Karlsruhe zu sprechen, wo ein Mädchen auf der Bühne stand und ihre Botschaft zu der Corona-Pandemie verkündete.

Der 42-Jährige erklärt den Vorfall so: "Mein Highlight war die Querdenker-Demo am Wochenende in Karlsruhe, wo dieses elfjährige Mädchen erklärte, dass sie ihren Geburtstag nicht feiern konnte und so leise sein musste, dass sie sich vorkam wie Anne Frank." Amira fügt hinzu: "Das war das Allerschlimmste. Das ging viral und war bei Twitter ganz groß. Das fand ich eine absolute Dreistheit. Das Mädchen kann gar nichts dafür, sie ist elf und schnallt das gar nicht. Die weiß wahrscheinlich gar nicht, wer Anne Frank ist. Die hat da wahrscheinlich so einen Text vorgegeben bekommen."

Das sagt das Mädchen im Wortlaut

Dann legt die 27-Jährige noch mal nach: "Die Mutter möchte ich wachrütteln, der möchte ich für diese Aussage links und rechts eine Ohrfeige verpassen. Alleine schon dafür, dass sie ihrem Kind so eine Scheiße beibringt. Dass man sein Kind mit Anne Frank vergleicht, weil das arme Kind seinen Geburtstag fünf Mal feiern muss." Auf der Bühne erklärte das Mädchen übrigens im Wortlaut:

"Hallo zusammen, ich bin vor Kurzem elf Jahre alt geworden und ich wünschte, ich hätte meinen Geburtstag normal feiern können. Meine Eltern haben jede Familie einzeln eingeladen, sodass wir fünfmal feiern mussten. Es war anstrengend, es war aber auch sehr schön, die ganze Familie zu sehen. Mit meinen Freunden war das etwas schwieriger und es sah so aus, als könnte ich meinen Geburtstag nicht feiern. Ich war unglaublich traurig darüber, aber meine Eltern haben dafür eine Lösung gefunden. Danach war es natürlich anders als die Geburtstage davor."
Eine Aufnahme von Anne Frank, die 1945 mit 15 Jahren von den Nazis ermordet wurde.
Eine Aufnahme von Anne Frank, die 1945 mit 15 Jahren von den Nazis ermordet wurde.Bild: imago images/ Leemage

Und weiter:

"Wir mussten die ganze Zeit leise sein, weil wir sonst vielleicht von unseren Nachbarn verpetzt worden wären. Ich fühlte mich wie bei Anne Frank im Hinterhaus, wo sie mucksmäuschenstill sein mussten, um nicht erwischt zu werden."

Oliver Pocher merkt dazu an, dass es natürlich sehr lächerlich sei, wenn die Kinder in die Schule gehen sollen und in der Klasse auf über 20 Kids treffen. Am Nachmittag dürfen sie sich dann aber nur noch mit einem Schulfreund treffen. "Das macht so wenig Sinn. Das versteht auch keiner mehr, da kann man auch eine andere Meinung zu haben", so der Komiker.

Amira pflichtet bei: "Wir leben in einer Pandemie. Natürlich macht nicht alles komplett Sinn, aber man darf sich nicht als Gefangener fühlen. Es gibt jetzt ein paar Regeln, an die wir uns halten müssen. Da müssen wir durch und uns zusammenreißen, damit der Scheiß vorbei ist. Aber wenn es immer total dumme Querdenker gibt, die so einen Schwachsinn labern und hetzen, dann wird das einfach nie was. Man kann sich nicht permanent beschweren."

So sah die Querdenker-Demo in Karlsruhe aus.
So sah die Querdenker-Demo in Karlsruhe aus.Bild: imago images/ U. J. Alexander

Pocher macht zum Schluss klar: "Es geht um den Anne-Frank-Vergleich, der schwerstens hinkt. Anne Frank war Jüdin, wurde auf 20 Quadratmetern mit der ganzen Familie hinten versteckt und die Sache ist ja nicht besonders gut ausgegangen. Sie ist ins Konzentrationslager nach Bergen-Belsen gekommen und dort gestorben."

Zudem erklärt er: "Der Großteil der Familie ist gestorben, wurde entdeckt, hat zweieinhalb Jahre im Hintergrund gelebt. Das hat natürlich nichts damit zu tun, wenn man sich illegalerweise nicht an die Regeln hält und einfach seinen Geburtstag mit 20 oder 25 Leuten feiern möchte. Das ist kompletter Stuss und kompletter Schwachsinn und wirklich ein Faustschlag ins Gesicht für jeden, der als Jude verfolgt wurde."

(iger)

Dschungelcamp-Vertrag enthüllt: Bei diesem Verstoß droht den Promis eine hohe Geldstrafe

Am Freitag sind elf mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten ins Dschungelcamp eingezogen mit der Aussicht auf eine Siegesprämie von 100.000 Euro. Aber auch ohne Gewinn gehen die Promis nicht leer aus, denn für ihre Teilnahme bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" werden die Trash-Camper gut bezahlt. Harald Glööckler soll am Ende sogar eine Gage von 250.000 Euro winken, wenn er das Dschungelcamp durchzieht. Lucas Cordalis soll laut "Bild" ein Gehalt von 150.000 Euro ausgehandelt haben. Die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten bekommen weniger – zwischen 30.000 und 80.000 Euro.

Zur Story