MontanaBlack schaut verdutzt

MontanaBlack begeistert Tausende Fans mit seinen Twitch-Streams. Bild: Screenshot / Twitch / MontanaBlack88

MontanaBlack droht mit Twitch-Aus – sein Streaming-Kanal soll wie ein TV-Sender behandelt werden

Twitch-Star MontanaBlack ist sauer auf den Staat – die Netzgröße sieht sich nun nämlich gezwungen, eine Rundfunklizenz zu erwerben, um weiterhin streamen zu dürfen. Und Schuld daran, ist laut der deutschen Gesetzgebung Montes immenser Erfolg und seine damit zusammenhängende Reichweite.

Seit mittlerweile acht Jahren streamt Marcel Eris, wie MontanaBlack mit bürgerlichem Namen heißt, unter anderem, wie er verschiedene Games zockt. Auch seine Realtalks sind beliebt im Netz, sowie seine Reaktionen auf Youtube-Videos seiner Kollegen. 3,7 Millionen Follower zählt mittlerweile allein sein Twitch-Kanal, Tausende Fans schauen ihm regelmäßig gleichzeitig bei seinen Streams zu.

Doch damit könnte bald Schluss sein, Monte drohte jetzt nämlich seinen Kanal einzustellen. Der Grund: Aufgrund seiner Kanalgröße wird laut des neuen Medienstaatsvertrags, der den Rundfunkstaatsvertrag seit dem 7. November 2020 ablöst, für ihn eine Rundfunklizenz fällig. Dass er mit so einem Vertrag auf eine Stufe mit TV-Sendern gestellt wird, sieht der Buxtehuder allerdings überhaupt nicht ein, wie er jetzt auf gleich mehreren Social-Media-Kanälen aufgebracht erklärte. In seiner Instagram-Story wetterte er am Freitag:

"Wann ist man denn ein TV-Sender laut Vater Staat und braucht eine Rundfunklizenz? Wenn du im Durchschnitt mehr als 20.000 Zuschauer auf Twitch hast, dann bist du ein TV-Sender. Wenn du darunter bist, kannst du machen, was du willst."

Da Monte diese Zuschauerzahl durchschnittlich locker mit seinen beliebten Streams erreicht, greift die Regelung also für sein Twitch-Konto. Fälschlicherweise denkt er jedoch, dass das auf den Rundfunkvertrag von 1987 zurückzuführen sei, dabei wollte man mit dem Medienstaatsvertrag schon auf die gesonderten Gegebenheiten im Netz reagieren.

MontanaBlack empfindet den Medienstaatsvertrag als Schikane

"Dieser Rundfunkvertrag wurde 1987 entwickelt und den soll ich jetzt im Jahr 2021 unterschreiben. Dieser Vertrag bestimmt, was ich auf Twitch zu tun und zu lassen habe", regte sich Marcel auf. Und weiter: "Der Rundfunkstaatsvertrag wurde ein klein wenig überarbeitet vor einiger Zeit, aber der ist uralt. Das hat mich die Tage so runtergezogen, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Ich habe das Gefühl, ich kann da nichts gegen machen. Und das ist ein ziemliches Scheißgefühl", kommentierte er den Vertrag.

MontanaBlack ist sauer

MontanaBlack sieht Details des Medienstaatsvertrages nicht ein. Bild: Screenshot / Instagram / montanablack

Die Schwelle von 20.000 Zuschauern ist im Vergleich mit anderen Netz-Größen verhältnismäßig hoch angesetzt, ein Monte erreicht diese aber eben spielend. Dennoch zeigt er sich uneinsichtig, dass für ihn Gleiches gelten soll, wie für einen TV-Sender und das machte er an der Frequenz fest, in der er streamt:

"Für mich ist ein TV-Sender, der 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr Material sendet. Ich, der dreimal die Woche für 6 Stunden im Durchschnitt streamt, ist weit weg von einem TV-Sender. Aber ich muss genau den gleichen Vertrag unterschreiben, wie ProSieben oder Sat.1."

Schließlich erklärte Monte, dass ihn das Thema immer wieder seit zwei Jahren beschäftigt. Vor allem, dass Politiker, die vermeintlich "keine Ahnung haben, was im Internet abgeht", über seinen Werdegang im Netz bestimmen, bereits ihm Kopfschmerzen: "Das macht mich so sauer und das ist so frustrierend für mich. Ich bin einfach gebrochen."

Medienrechtsanwalt erklärte Veränderungen für Streamer im November

Das, was mit dem neuen Medienstaatsvertrag auf MontanaBlack zukommt, hätte er in einem Youtube-Video von dem Medienrechtsanwalt Christian Solmecke bereits erahnen können. Der Jurist erklärte im Clip aus dem vergangenen November ausführlich:

"Es war bislang immer so, dass eine Rundfunklizenz immer dann benötigt wird, wenn man potenziell 500 Zuschauer erreicht. Na ja, und das ist potenziell auf Youtube ja immer der Fall. Deshalb brauchtet ihr bei Youtube quasi immer einen Rundfunklizenz."

Diese uneindeutige Gesetzeslage wurde durch den neuen Medienvertrag etwas klarer. Solmecke führte weiter aus: "Jetzt heißt es, ihr braucht nur dann eine Rundfunklizenz, wenn ihr eine große Bedeutung habt, für die öffentliche Meinungsbildung. Und ihr braucht keine, wenn ihr im Durchschnitt weniger als 20.000 Zuschauer erreicht." Schließlich erwähnte er Monte sogar schon:

"Klar, so ein MontanaBlack hat sicherlich Streams die größer sind, Trymacs ist glaube ich noch recht groß. Die Jungs brauchen alle Rundfunklizenzen."

Das hat MontanaBlack nun also so richtig zu spüren bekommen. In einem Twitch-Stream führte er genauer aus, was passieren würde, wenn er sich keine Rundfunklizenz zulegen würde. Dann würden zunächst Verwarnungen auf ihn zukommen. Würde er dann trotzdem weiter streamen, würden Bußgelder von bis zu 500.000 Euro pro Stream fällig werden. Monte verdiene gut, betonte er, so gut dann aber auch wieder nicht.

Wie geht es für MontanaBlack nun weiter?

So eine Lizenz würde im Gegensatz jährlich nur 10.000 Euro kosten, was durchaus im Budget des Twitchers liege. Aber: "Es geht nicht darum, was das kostet. Es geht darum, dass ich einen Vertrag unterschreibe, der 50 Seiten dick ist", erklärte er seinen Zuschauern.

Deshalb habe er ernsthaft überlegt, mit Twitch aufzuhören – und das nach acht Jahren: "Ich war gestern an einem Punkt zu sagen, ich schmeiße meinen Stream hin. Ich war davor, mein Leben wegzuschmeißen."

Ein Ausweg wäre es nun für den 33-Jährigen, aus Deutschland auszuwandern. Das taten in der Vergangenheit etliche Influencer. Monte hatte sich jedoch gerade erst ein Haus in Deutschland gekauft und einen Kredit aufgenommen, den es abzuzahlen gilt. Dennoch habe er in letzter Zeit erstmals über einen Umzug ins Ausland nachgedacht:

"Nicht, weil ich meine Familie im Stich lassen will und meine Freunde, sondern weil ich einfach das Gefühl habe, dass ich nicht mehr das machen kann, im Internet, was ich möchte, wie vor zwei Jahren. Weil mir immer Klugscheißer sagen wollen, was ich besser zu machen habe. Da fühlt man sich einfach nicht willkommen im System in Deutschland."

Noch gäbe es keinen handfesten Plan, aber vom endgültigen Twitch-Aus haben ihn offensichtlich zunächst unter anderem Geschäftspartner und Freunde abbringen können. Ob und wann MontanaBlack allerdings auswandert, wird wohl auch in den kommenden Monaten noch ein Thema in seinem Stream bleiben. Eine Rundfunklizenz scheint gerade immerhin ziemlich ausgeschlossen für ihn.

(cfl)

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