HANDOUT - 23.09.2022, Berlin: Komiker und Moderator Kurt Krömer in der Kullisses des Verhörraums seiner rbb-Show «Chez Krömer» (undatierte Aufnahme). Die Show geht in die siebte Runde. (zu dpa "K ...
Kurt Krömer in seinem Verhörzimmer der Talkshow "Chez Krömer".Bild: rbb / Daniel Porsdorf
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Kurt Krömer nach Reichelt-Interview in der Kritik: "Unter aller Würde"

16.11.2022, 08:23
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Kurt Krömer lädt in seiner rbb-Talkshow "Chez Krömer" jedes Mal einen Gast ein, dem er entweder wohlgesonnen ist oder den er überhaupt nicht leiden kann. Die Zuordnung fällt den Zuschauer:innen leicht, da sich der Umgang mit den Gästen stark nach Krömers persönlichen Einstellungen ihnen gegenüber richtet.

In der aktuellen Ausgabe der siebten Staffel ist Julian Reichelt zu Gast, ehemaliger Chefredakteur der "Bild"-Zeitung. Die Youtube-Kommentare bestehen hauptsächlich aus Lob für Krömer, doch einige Nutzer:innen sowie Journalist:innen sehen ein großes Problem an der Folge.

Kritik an Krömers Gesprächsführung

In den knapp 30 Minuten geht es um zahlreiche Rügen des Deutschen Presserats unter Führung von Reichelt bei der "Bild", die Krömer ihm erneut vorwirft. Außerdem wird der Gast zu seinem Drogenkonsum und seinen angeblichen Affären im Springer-Universum befragt. Dabei stelle Krömer die Fragen, "ohne sich nur im Geringsten für die Antwort zu interessieren", wie die "Süddeutsche Zeitung" urteilt.

Julian Reichelt versucht trotzdem, ausführlich zu antworten, wird dabei jedoch immer wieder von seinem Gesprächspartner unterbrochen. Zu Beginn ist die Rede von Amokläufern, die von der "Bild" in der Vergangenheit des Öfteren unverpixelt gezeigt wurden, was anschließend vom Presserat gerügt wurde. Krömer wirft Reichelt vor, potenziell zukünftige Täter dadurch noch mehr zu einer ähnlichen Tat anzustiften.

Reichelt konfrontiert ihn daraufhin mit einer Gegenfrage: "Würden Sie Mohammed Atta verpixeln?" – ein islamistischer Terrorist, der wahrscheinlich ebenfalls für die Radikalisierung einiger Menschen zuständig war. Statt einer ernsthaften Antwort erhält Reichelt lediglich ein "Die Fragen stelle ich!" zurück.

Dazu schreibt ein Youtube-Nutzer unter der veröffentlichten Folge:

"Krömer kann austeilen, aber nicht einstecken. Man sieht, wie schnell er aus dem Konzept gebracht werden kann, indem man ihn mit seinen eigenen Methoden aus der Fassung bringt. Das sieht man beim Thema Verpixelung. Da wird ein Vorwurf in den Raum gestellt. Diesen Vorwurf will Herr Krömer gar nicht begründen oder Stellung dazu nehmen. Er geht ja nicht mal auf die Gegenfrage ein – nach dem Motto: 'Die Fragen stelle ich'. Rhetorisch nicht sehr ausgefeilt."

Julian Reichelt beruft sich auf "Privatsphäre"

Im weiteren Verlauf fragt Kurt Krömer nach, ob Reichelt schon einmal Koks genommen habe und wie genau das mit seinen Affären bei Springer abgelaufen sei. Beide Themen bezeichnet der ehemalige "Bild"-Chef als "Privatsache" und möchte nicht weiter darauf eingehen. Er kündigt sogar an, das Gespräch abbrechen zu müssen, wenn es so weitergehe.

Der rbb-Comedian zeigt ein Video als "Beweis" für Reichelts Kokain-Konsum von einer einzigen anonymen und verpixelten Zeugin mit verzerrter Stimme. "Sie benutzen Methoden, die Sie eigentlich abstoßend finden, und das macht Sie und Ihre Methoden abstoßend", kommentiert Reichelt Krömers Gesprächsführung. Die "SZ" bemerkt, dass Reichelt durch solche Fragen und Methoden "wie das Opfer eines kafkaesken Prozesses" oder "Opfer einer Kampagne [...], zu Unrecht beschuldigt" wirke.

Ein Youtube-User kommentiert:

"Dieses 'Interview' war aus meiner Sicht unter aller Würde. [...] Wie es mir gefallen hat: Überhaupt nicht, da ohne Anstand, Respekt, Niveau und Souveränität seitens der Gastgeberseite."

Überwiegend Lob für "Chez Krömer" auf Youtube

Trotzdem überwiegen unter dem Video die positiven Kommentare. Viele finden es lobenswert, dass Kurt Krömer seine Einstellung zu Reichelt ganz und gar nicht verbirgt. Ein Kommentar lautet:

"Perfekte Realsatire"

Dabei kommt Julian Reichelt nicht besonders gut weg: "Dieser Moment, wenn der 'Bild'-Chef sich mit Händen und Füßen gegen eine öffentliche Darstellung seines Privatlebens wehrt. Perfekte Realsatire", schreibt ein Nutzer. "Richtig gut! Kurt ruht einfach nur in sich selbst und ist überraschend eiskalt. Unter meinen persönlichen top fünf Folgen", findet ein anderer.

Die Ausgabe "Chez Krömer" kann man bereits seit Montag auf Youtube oder in der ARD Mediathek anschauen. Am Dienstag wird sie um 22.15 Uhr bei rbb Fernsehen ausgestrahlt.

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