Lady Diana kam 1997 ums Leben. 2021 wäre sie 60 Jahre alt geworden.
Lady Diana kam 1997 ums Leben. 2021 wäre sie 60 Jahre alt geworden.Bild: ap / Giovanni Difideni

RTL-Doku zeigt, wie Prinzessin Dianas Tod Großbritannien veränderte

01.07.2021, 16:44

Am 1. Juli wäre Prinzessin Diana 60 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass zeigt RTL die dreiteilige Doku "Prinzessin Diana: Liebe. Macht. Legende". In der Doku wurde Diana in drei Jahrzehnten beleuchtet – von den frühen 1970er-Jahren bis zu ihrem Tod am 31. August 1997. Vorab war die Doku bereits bei TVNow zu sehen.

Schon als in den 70ern erste Gerüchte über eine Liaison zwischen Diana und Prinz Charles aufkamen, wurde die damals noch völlig unbekannte Diana von Reportern und Fotografen vor ihrem Wohnhaus belagert. Wenn sie das Haus verließ, standen die Journalisten Schlange, berichtet in der Doku auch eine ehemalige Nachbarin der Prinzessin, die später selbst das erste Interview mit ihr führen durfte.

Prinzessin Diana hatte Prinz Charles vor Verlobung nur selten getroffen

Ende 1980 war Diana offenbar kurz davor, Thronfolger Charles zu erobern, heißt es. Im November durfte dann tatsächlich Danaë Brook Diana zum Gespräch treffen – die künftige Prinzessin kam selbst auf sie zu. Sie vertraute ihr offenbar, weil Brook damals noch ihre Nachbarin war. "Ich fragte Diana, warum sie so viel Aufmerksamkeit bekommt", erzählte die Journalistin in der Doku. "Weil ich keine Vorgeschichte habe", sei die Antwort gewesen. Sie sei nicht mit diversen Männern im Bett gewesen, stellte die damals 19-jährige Diana weiter klar. Während sie darüber sprach, sei sie rot geworden, erzählte Brook.

Von den Charles-Anwärterinnen wurde nämlich tatsächlich erwartet, dass sie Jungfrauen sind. Auf einige traf das allerdings nicht zu, deshalb wurden sie abserviert. So auch Dianas ältere Schwester Sarah. Diana selbst hatte hingegen aufgrund ihrer Zurückhaltung den Männern gegenüber gute Chancen.

Als Charles und Diana am 24. Februar 1981 ihre Verlobung bekanntgaben, hatten sie sich erst 13 Mal getroffen – auch im Beisein von Charles' Großmutter, heißt es in der Biografie.

Diana wurde auch im Ausland gefeiert

Bei ihrem ersten offiziellen Anlass nach der Bekanntgabe der Verlobung trug Diana ein tief ausgeschnittenes schwarzes Kleid. Dieses besagte Kleid sorgte damals für Aufsehen, denn es war nicht mit den Royals abgesprochen. Die Welt war allerdings beeindruckt, Charles jedoch nicht. Er soll sich über die Farbe beschwert haben, heißt es. Royals tragen nämlich nur zu Trauerfeiern Schwarz.

Offenbar meldeten sich bei Diana schon bei diesem Vorfall Zweifel an der künftigen Ehe mit Charles. Noch wenige Tage vor der Trauung habe Diana die Hochzeit sogar absagen wollen. Aber sie tat es nicht. Die Hochzeit lockte letztendlich unzählige Menschen auf die Straßen, ganz Großbritannien feierte.

Die Hochzeit von Diana und Charles.
Die Hochzeit von Diana und Charles.Bild: imago images / imago stock&people

Auch die ersten Auslandsreisen von Diana und Charles wurden in der Doku thematisiert. Der sechs Monate alte William war damals auf der Reise nach Australien ebenfalls dabei. Ein absolutes Novum! Normalerweise reisten Royals ohne ihren Nachwuchs zu offiziellen Terminen. Doch Diana wollte vieles anders machen und sich auch als die Mutter inszenieren, die sie sein wollte.

In Australien wurden Diana und Charles sehr gefeiert, in Brisbane waren hunderttausende Menschen auf der Straße, die Monarchie plötzlich wieder wahnsinnig gefragt. Alle wollten Diana sehen – aber Charles nicht. "Sie wollen nur Diana, armer Charles", kommentierte auch der ehemalige Cheffotograf der "Daily Mail", Kent Gavin, in der RTL-Doku.

Andrew Morton berichtet von Dianas "düsterer Zeit"

In den 1980er-Jahren änderte sich dann allerdings vieles. Damals kam auch Prinz Harry zur Welt. Andrew Morton, Autor des Bestsellers "Diana: Ihre wahre Geschichte", der Diana gut kannte, da sie ihm für sein Buch persönlich Informationen lieferte, wusste in der Doku zu berichten:

"Laut Diana sagte Prinz Charles nach Harrys Geburt: 'Oh, er hat rote Haare – wie ein Spencer.' Eigentlich hatte er sich auch ein Mädchen gewünscht. Diana erklärte mir gegenüber, als er das gesagt hat, habe ich mich abgekapselt."

1986 wurde Diana von der britischen Presse für ihre tollen Erfolge bejubelt. Sie war zuvor mit Charles in den USA, wo eigentlich er sein Renommee ausbauen wollte. Doch stattdessen stand Diana im Rampenlicht. Der Ehe bekam die Reise eher schlecht. Während Diana nach der US-Reise große Pläne schmiedete, sich in Großbritannien ähnlich zu engagieren, wie Präsidenten-Gattin Nancy Reagan, hatte sie privat mit Problemen zu kämpfen. Andrew Morton berichtete, dass sie damals sehr gelitten habe. Sie war depressiv und bulimisch und sie hatte den Verdacht, dass Charles sich wieder mit Camilla trifft. "Für sie war es also eine düstere Zeit", fasste Morton zusammen.

Diana fühlte sich "entmündigt"

Im Mai 1986 auf einer Japanreise fiel dann auch der Öffentlichkeit erstmals auf, wie dünn die Prinzessin geworden ist. Aber von einer Bulimie ahnte niemand etwas.

Wie hilflos und verloren Diana sich damals offenbar gefühlt haben muss, zeigt auch, dass sie sich damals auch an die Astrologin Penny Thornton gewendet hat. Diana habe damals Hilfe bei ihr gesucht, weil sie sich laut Thornton "entmündigt und machtlos" gefühlt habe, sowohl im Königshaus als auch in ihrer Ehe. Sie habe ihr vorgeschlagen, den Spieß umzudrehen. Sie solle Menschen helfen, die ebenfalls leiden.

Den Ratschlag der Astrologin schien Diana zu beherzigen. Im April 1987 setzte sie sich vor allem im Kampf gegen HIV ein, half dabei, die Erkrankung von Stigmata zu befreien. Doch Diana wusste die Medienaufmerksamkeit nicht nur für Charity-Arbeit zu nutzen, sondern auch für private Zwecke. So ließ sie gegenüber Fotograf Kent Gavin beispielsweise durchsickern, dass Charles an Williams erstem Schultag fehlen wird. Natürlich habe sie gewusst, dass das zur Schlagzeile wird.

Prinzessin Diana, Prinz Charles und die gemeinsamen Söhne Harry und William.
Prinzessin Diana, Prinz Charles und die gemeinsamen Söhne Harry und William.Bild: dpa / Johnny Eggitt

In den 1990er-Jahren kamen dann allerdings Dinge über Lady Di ans Licht, die sie wohl auch selbst lieber für sich behalten hätte. So hatte sie Silvester 1990 ein ausgiebiges Telefonat mit einem Liebhaber, das Gespräch wurde jedoch mitgehört und der Presse zugespielt. Richard Kay, Journalist und Freund der Prinzessin, erhielt im September 1991 die besagten Aufnahmen. Sie wurden ihm per Audiokassette ohne Absender zugespielt. Insgesamt bekamen mindestens drei Zeitungen die Aufnahmen. Allerdings wurde es damals für undenkbar gehalten, dass das Band je veröffentlicht wird, sagte Kay. Er vermutet außerdem, dass Diana wusste, dass das Band im Umlauf ist. "Man darf also davon ausgehen, dass Diana auch die Aufnahme im Hinterkopf hatte, als sie beschloss, sich Andrew Morton gegenüber zu öffnen", meinte er.

Diana wandte sich selbst an Autor Andrew Morton

Morton selbst sagte in der Doku, es sei so gewesen als bekäme man ein gefährliches Geheimnis anvertraut. Er habe nie gefragt, warum Diana ihn für die Gespräche ausgewählt hatte. Er konnte nur vermuten, dass es daran lag, dass er zuvor wohlwollende Geschichten über sie geschrieben hatte und als freier Autor unabhängig von den großen Medien war. "Sie wollte ihre Geschichte erzählen und ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort", so Morton.

Die Enthüllungen in Mortons Bestseller "Diana: Ihre wahre Geschichte" machten die Prinzessin beliebter als je zuvor. Nur kurz nach Erscheinen des Buches veröffentlichte die Zeitung "The Sun" jedoch tatsächlich die geheimen Telefonaufnahmen von Diana und ihrem Liebhaber. Nur wenige Monate nach dem Buch wurde im Dezember 1992 offiziell die Trennung von Charles und Diana verkündet. Es folgte ein royaler Rosenkrieg – auch in den Medien. Während Journalist Richard Kay Diana als persönliche Quelle diente, ließ Charles sich für eine Thronfolger-Doku von Kameras begleiten. Dabei räumte er auch offen ein, dass er Diana mit Camilla betrogen habe.

Am 20. November 1995 folgte dann das legendäre BBC-Interview, in dem Diana erklärte, sie seien in der Ehe zu dritt gewesen. Die räumte dabei auch eigene Affären ein. Auf die Frage von Martin Bashir, ob sie ihrem Mann untreu gewesen sei, antwortete Diana in Bezug auf James Hewitt offen: "Ja, ich habe ihn vergöttert. Ja, ich war verliebt in ihn. Aber ich bin schrecklich im Stich gelassen worden."

Prinzessin Diana im Interview mit Martin Bashir.
Prinzessin Diana im Interview mit Martin Bashir.Bild: dpa / BBC

Unfalltod von Diana erschüttert die Welt

In den Jahren vor ihrem Tod sorgte Dianas Liebesleben auch fernab von Charles immer wieder für Schlagzeilen. So war sie zwischenzeitlich mit dem pakistanischen Herzchirurgen Hasnat Khan liiert. Später kam sie mit Dodi Al-Fayed zusammen. Er war es auch, der zusammen mit Diana am 31. August 1997 bei dem schweren Autounfall in paris ums Leben kam.

Die Nachricht über den Unfalltod des Paares machte in den frühen Morgenstunden des 31. Augusts die Runde. TV-Moderator Richard Madeley berichtete in der Doku von dem Morgen, als er von dem Tod der Prinzessin erfuhr:

"Ich weiß noch, dass ich am Morgen unter der Dusche in Tränen ausbrach. Die Gefühle kommen sofort wieder hoch."

"Es gab tagelang kein anderes Thema", erinnerte er sich. Journalistin Trisha Goddard sagte, "die ganze Welt war in Trauer". Auch wenn kaum jemand sie persönlich gekannt habe, fühlte sich jeder mit ihr verbunden durch die zahlreichen Interviews und Fotos.

Wie Dianas Tod die Birten verändert hat

Ganz Großbritannien war in Trauer, doch diese Trauer wandelte sich schnell in Wut gegen die Boulevard-Presse und die Paparazzi – aber auch gegen die Royals selbst. Denn es wehte damals keine Flagge über dem Palast. Es wirkte, als ließen sie sich in ihrem Sommerurlaub nicht stören, heißt es in der Dokumentation. Viele Briten waren darüber enttäuscht.

Doch letztendlich hat Dianas Tod die Menschen im Vereinigten Königreich verändert, ist die einhellige Meinung der Journalisten, Fotografen und Zeitzeugen, die in der Doku zu Wort kamen. Simi Adedeji, die Mutter der Filmmacherin Alegria Adedeji, die großer Diana-Fan war, brachte die damalige Stimmung abschließend auf den Punkt:

"Wir haben alle geweint, wir hatten uns verändert. Zuvor hatten Briten nie Emotionen gezeigt, sondern alles in sich hineingefressen. Aber durch Dianas Tod haben wir gelernt, uns menschlich zu zeigen. Das war ihr letztes Geschenk an uns."

(jei)

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