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Zu wenig Masken, zu wenig Tests, jetzt zu wenig Impfstoff. Aber die Kanzlerin meint "im Großen und Ganzen ist nichts schiefgelaufen". Welke: "Akuter Realitätsverlust!" screenshot zdf

"heute-show": Oliver Welke verhöhnt Angela Merkel

jürgen winzer

Endlich gute Nachrichten! Im Herbst wird Deutschland zum Parkett - und vielleicht setzt auch bald Bodennebel als Hilfsmittel gegen den Lockdownfrust ein! Denn, so Oliver Welke in der "heute-show" (ZDF), vielleicht wäre ja Kiffen ein Stimmungsheber. Und wenn das nicht bis September legalisiert wird, dann hilft die Kanzlerin: Sie versprach, jedem Deutschen bis 21.9. ein Impfangebot zu machen.

Hinter Merkels Impfversprechen sieht Welke jedoch Kalkül: "Zufällig fünf Tage vor der Bundestagswahl! Damit wir dann alle gut gelaunt, weil frisch geimpft in die Wahlkabine tänzeln."

Zu Angela Merkels Aussage, es sei in Sachen Impfstoff "im Großen und Ganzen nichts schiefgelaufen", höhnte Welke: "Akuter Realitätsverlust! Gibt's da nicht was von Ratiopharm?" Natürlich seien die meisten Fehler von der EU (Welke: "Unter deutscher Ratspräsidentschaft!") gemacht worden, aber, so ätzte er, man müsse sich als Bürger ja auch an die eigene Nase fassen.

"heute-show": EU-Uschi, die Weglächel-Expertin

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte angemerkt, dass bei den Bürgern mit Einführung des Impfstoffs so eine "riesige Erwartungshaltung" entstanden sei. Und da ging Welke mit den ungeduldigen Deutschen hart ins Gericht: "Sie und Ihre unverschämte Erwartungshaltung sind schuld. Wieso erwarten Sie überhaupt, dass Sie geimpft werden? Wer glauben Sie, wer Sie sind?" Er prangerte auch Merkels Wortklauberei an von der "Impfstrategie, die jetzt auch einen Impfplan" habe. Welke: "Wir haben zwar keinen Impfstoff, aber eine Strategie, sogar mit einem Plan drin - wie ein Überraschungsei."

Man müsse Probleme beim Namen nennen und nicht weglächeln. Womit er bei Ursula von der Leyen angelangt war, die das Weglächeln am besten könne. Welke über EU-Uschi: "Ein Skandal jagt den anderen, aber die gute Laune bleibt."

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Oliver Welke in der "heute-show": "Ein Skandal folgt auf den nächsten, aber Uschis gute Laune bleibt." screenshot zdf

Nicht genug Impfstoff für alle - also weg mit dem Patentschutz!

Dabei sei die EU, wie auch der reichere Teil der Welt, dabei, einen weiteren Fehler zu machen. Zehn reiche Länder hätten sich 75 Prozent der Impfdosen gekrallt. Das sei nicht nur eine "Katastrophe für die Südhalbkugel", sondern auch ein Eigentor. "Wenn sich das Virus in den ärmeren Ländern ungehindert austoben kann, kommt es zu uns als mutierte Variante zurück."

Welke kritisierte: "Wir hocken wie Gollum auf unserem bestellten Vorrat." Die Lösung: den Patentschutz lockern, damit jeder produzieren könne. "Es gibt nicht genug Kuchen für alle. Also müssen wir das Rezept teilen, damit alle backen können."

Wer hat es am schwersten?

Alle sehnten, so Welke, das "Leben nach dem Lockdown" herbei. Die einen treffe es härter als andere. Aber wen denn nun am härtesten? Dazu wurde die Show "DSDVCASGB" (Deutschland sucht den von Corona am schlimmsten gekniffenen Beruf) ins Leben gerufen. Als erste Kandidatin stellte sich Dörte Hausten (Martina Hill) vor, langjährige Kita-Leiterin der "Iltisgruppe". "Ein Knochenjob. Wir haben laut AOK-Studie ein besonders hohes Infektionsrisiko", sagte sie, "aber wir kriegen ja viel zurück. Burnout zum Beispiel oder jetzt Covid."

Ihr Problem: Keine Tests, keinen kostenlosen FFP2-Masken. Und: "Versuchen Sie mal, einem Anderthalbjährigen die AHA-Regel zu erklären. Niemand ist mehr gekniffen als wir."

Das sah Profifußballer Holger Stockhaus ganz anders. "Meine Branche wird nur noch gedisst und gemobbt." Es würde über Friseurbesuche gemäkelt ("Aber wir müssen gut aussehen. Klar, wenn ich Busfahrer bin, ist's egal, wie scheiße ich aussehe") oder wie bei Bayern-Kicker Tolisso über ein Tattoo geschimpft ("Dabei ist es so schön geworden"). Stockhaus' Tenor: "Wir mögen zwar viel schöner und reicher sein als ihr alle - aber wir haben auch Gefühle."

Dann kommt Welke auf den Profitzwang in deutschen Krankenhäusern zu sprechen. In einer Zeit, in der eine Wirbelsäulen-OP 10.000 Euro bringt und ein eingesetzter Herzschrittmacher 16.000 Euro, sind "Corona-Patienten Kassengift: lange Liegezeiten, aber keine OPs."

Durch den Profitzwang (Welke: "Was soll der Profitquatsch?") müsste "immer weniger Personal immer mehr Patienten versorgen". Aber, so Welke zynisch: "Das Patientenwohl wird eh überschätzt." Das sah auch Chefarzt Alexander Wipprecht so. Sein Motto: "Nicht lang schnacken, Bein abhacken."

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Die "heute-show" (ZDF) thematisierte eine bittere Realität: Viele Kliniken in Deutschland sind von der Pleite bedroht - nicht nur wegen Corona. screenshot zdf

Krankenhaus-Krise: Corona-Patienten sind "Kassengift"

Es wäre schön, wenn sich Sorgen in Rauch auflösten. Vielleicht ja durch gekifften Rauch! Lutz van der Horst besuchte einen staatlich lizenzierten Drogenanbauer in Neumünster, wo Marihuana für den (legalen) medizinischen Einsatz gehegt und gepflegt wird. Wäre die Lockdown-Depression nicht die Chance, Cannabis komplett zu legalisieren?

Wenn es nach Wieland Schinnenburg geht, Bundestagsmitglied und FDP-Sprecher für Drogenpolitik, eh überfällig. Die Vorteile sieht er in der Qualität: besser saubere Drogen aus der Apotheke als schmutzige vom Schwarzmarkt. Außerdem gibt es Einnahmen für den Staat und eine Entlastung der Polizei. Zudem sieht Schwinnenburg Exportmöglichkeiten. "Wir von der FDP sind für 'Cannabis made in Germany' als Verkaufsschlager." Lutz van der Horst: "Das wär ne geile neue Welt."

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