Bastian Pastewka und Shirin David trafen sich im Finale von "Wer stiehlt mir die Show?". Nächste Woche darf die Rapperin der ProSieben-Sendung ihren Stempel aufdrücken.
Bastian Pastewka und Shirin David trafen sich im Finale von "Wer stiehlt mir die Show?". Nächste Woche darf die Rapperin der ProSieben-Sendung ihren Stempel aufdrücken.
Bild: ProSieben / Max Beutler

"Wer stiehlt mir die Show?": Shirin David bleibt in Pastewkas durchgeknallter Nostalgie-Show cool

Ein verdienter Sieg. Und trotzdem eine echte Sensation: Bastian Pastewka moderierte im Smoking eine grandiose "Wer stiehlt mir die Show?"-Gala, in der Sendungs-Erfinder Joko Winterscheidt fast nur zuschauen und staunen durfte. Im Finale landete Rap-Star Shirin David – und behielt cool die Nerven.
05.08.2021, 10:16
Rupert Sommer

Ein Fernsehfestabend mit Goldkante! Und endlich der Triumph für Shirin David, die sich ab sofort für eine komplett neue Rolle vorbereiten muss: Ab nächster Woche schreibt sie Fernsehgeschichte – als erste Moderatorin der irrwitzig komischen "Wer stiehlt mir die Show?"-Sendung von ProSieben, die – manche erinnern sich – ursprünglich mal von Joko Winterscheidt erfunden und zunächst auch von ihm moderiert wurde.

Das ist beinahe schon vergessen. Und das nicht nur, weil Rap-Star und Ex-DSDS-Jurorin David so souverän punktete. Sondern auch, weil es Bastian Pastewka, dem es in der neuen Staffel als Erster gelungen war, Joko seine eigene Show abzunehmen, eine ganz eigene Note in die Sendung brachte. Der Sitcom-Star ("Pastewka") schuf eine grandios durchgeknallte Retro-Gala. Die Zutaten: Pfauen-Federn, eine gesungene Eingangsmoderation, Smoking, Balletttänzerinnen und ein leidenschaftlich gutes, leidenschaftlich altmodisches "Funkorchester".

Verneigung vor den großen alten Show-Giganten

Es bleibt allerdings extrem spannend, was Shirin David aus der Show machen wird. Vor allem, nachdem Pastewka sie schon komplett umgekrempelt hatte. Der diesmal völlig enthemmte TV-Nostalgiker, der als wandelndes Entertainment-Lexikon gilt und ganz lebhafte Erinnerungen an die große Ära der Kulenkampffs und Frankenfelds hat, war jedenfalls voll in seinem Element. Vor den großen Vorbildern verneigte er sich ehrfürchtig. Joko Winterscheidt dagegen erwähnte er nur mit schnippischen Kurzkommentaren.

Bastian Pastewka schrieb Fernsehgeschichte in der ungewohnten Moderatoren-Rolle. "Ich habe den herrlichsten Beruf der Welt", schwärmte er.
Bastian Pastewka schrieb Fernsehgeschichte in der ungewohnten Moderatoren-Rolle. "Ich habe den herrlichsten Beruf der Welt", schwärmte er.
Bild: ProSieben / Max Beutler

Schon früh legte Pastewka sein Konzept offen: "Ein bisschen Fernsehen so wie früher." Und das bedeutete bei ihm: extreme Warmherzigkeit und ein auf null zurückgedrehter Zynismus-Regler. Stattdessen zeigte der Schauspieler, der bislang noch nie eine Show moderiert hatte, aber künftig sicher viele derartige Angebote bekommen dürfte, was in ihm steckt: Lebensfreude! "Hier ist was los, Freunde", juchzte er. "Ist das zauberhaft", entfuhr es Pastewka. "Heute machen wir Rabatz."

Zum Gute-Laune-Konzept gehörte auch, dass sich Pastewka nie in den Wettkampf-Gedanken, der Joko (sowie Klaas) seit jeher anzutreiben scheint, verbiss. Als er später die Show-Moderation im Duell mit der konzentrieren und schlagfertigen Shirin David wieder verlor, wirkte das gar nicht wichtig. Zumindest nicht für Pastewka. Er hatte sich ohnehin nur eines gewünscht: den ganz großen Fernsehmoment. Und den lieferte er ab.

Ein Herz für Teddy

Vom neuen Stil profitierte auch Teddy Teclebrhan. Unter der Moderation von Joko Winterscheidt hatte der zumindest gelegentlich verhaltensauffällige Comedian stets wie eine Nervensäge gewirkt. Bastian Pastewka war jedoch, anders als Joko, im Umgang mit ihm die Ruhe selbst. "Teddy, wie weit kommst du heute?", wollte er völlig ohne Häme von dem Comedian mit der Mütze wissen. Die Antwort passte dann zur Gelassenheit der Sendung – und zum olympischen Gedanken: "Dabei sein ist alles", sagte Teddy. Wie sympathisch.

Tatsächlich flog der Chaos-Kandidat auch schon wieder früh raus – diesmal sogar vor der Publikums-Kandidatin Laura aus Hamburg. Ganz weg war er jedoch nicht. Der Moderator erlaubte Teddy, wieder zurück auf die Bühne zu kommen – mit einem Extra-Stuhl. "In meiner Show wird niemand rausgeschmissen", so die Devise.

"Wir zwei sind übrig, ich drehe total durch"

Erst im Finale zog Pastewka andere Seiten auf – als er gegen Shirin David antreten musste. Vielleicht war es die Aufregung, die er zu überspielen versuchte. Pastewka zog Grimassen – als eine Art von "Pokerface", um sich zu schützen. "Bastian, du machst selbst mich fertig", stöhnte dann sogar Katrin Bauerfeind auf, die wie üblich den Schlusskampf beaufsichtigte.

Joko Winterscheidt schaffte es nicht, seine eigene Show zurückzugewinnen. Er kam nicht mal bis ins Finale.
Joko Winterscheidt schaffte es nicht, seine eigene Show zurückzugewinnen. Er kam nicht mal bis ins Finale.
Bild: ProSieben / Max Beutler

"Wir zwei sind übrig, ich drehe total durch", zeigte sich der 49-Jährige von seiner aufgekratzten Seite. "Ich muss duschen." Es war ja auch so: Er kann zwar gut bluffen. Aber in der Gegenwart – und eben nicht in den vielen Geschichtswissenschaften, in denen Pastewka Experte ist – kennt sich Shirin David doch deutlich besser aus. Sie sagte ganz entspannt: "Ist das schön." Und das fasst den Gesamtauftritt letztlich bestens zusammen.

So wusste sie – anders als Pastewka – gut über die Sonnenbrillen-Edelmarke Ray Ban Bescheid. Und auch mit den neuen Tesla-Modellen war sie im Bild. Bastian dagegen gab Punkte ab (er hatte bei Marken mit "Sexyness" auf "Saab" getippt) – und verlor. Ohne aber wirklich traurig zu wirken.

Er hatte seinen wohl schönsten TV-Abend schon hinter sich. Einer anderen stand er noch bevor. Nächsten Dienstag zeigt ProSieben, wie sich Shirin David eine auf sie zugeschnittene Spielshow vorstellt.

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