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Die Stars der ersten

Die Stars der ersten "Big Brother"-Staffel: Zlatko, die Moderatoren Oliver Geissen und Aleksandra Bechtel, John, Andrea und Jürgen (v.l.). Bild: Horst Galuschka/Imago

Antisemitismus-Vorwürfe vor "Big Brother"-Start: Jetzt reagiert Sat.1

Es waren Szenen, die eine neue TV-Ära einläuteten: Vor 20 Jahren ließen sich 13 Normalos für 102 Tage in einen Container sperren, sich beim Streiten, Lästern, Schlafen und Duschen nonstop von Kameras überwachen.

Das soziale Experiment galt bei seinem Start als umstritten, bescherte dem damaligen Sender RTL2 aber Rekord-Quoten und mediale Aufmerksamkeit. 12 Staffeln lang hielt sich das Format. Nach fünf Jahren Pause bringt Sat.1 die Kult-Reality-Show zurück. Mit ähnlicher Prämisse, aber neuen Spielregeln. Und genau die sorgen nun für große Aufregung in den sozialen Medien.

Die neue Season, die am 10. Februar startet und von Jochen Schropp moderiert wird, bewirbt der Sender mit dem Slogan "Was ein Mensch wert ist, bestimmst du".

Außerdem zeigt der Showtrailer, dass Nutzer die Bewohner im System mit gelben Sternchen bewerten können. Der Song zur neuen Staffel stammt von der Münchner Band Cosby und heißt "Follow The Leader" (zu Deutsch: Folge dem Anführer).

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Szene aus dem "Big Brother"-Trailer zur neuen Staffel. Bild: Screenshot Sat.1

Diese drei Faktoren sorgten in ihrer Gesamtheit nun für einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken. Unter anderem griff der Journalist Jens Clasen die neue Sat.1-Kampagne auf und verglich den gelben Stern mit dem "Judenstern während der NS-Diktatur. "Fehlen nur noch die braunen Uniformen", schrieb Clasen auf Twitter.

Der Tweet wurde bis zum Montagmittag über 700 Mal retweetet, erhielt mehr als 2600 Likes. Später ergänzte der Journalist seinen Tweet, schrieb:

"Die NS-Parallelen schmerzen besonders, da – schon Titel & Idee von #BigBrother an das totalitäre Regime in Orwells '1984' erinnern, weshalb besondere Sensibilität geboten ist – eben erst der Befreiung von Auschwitz gedacht wurde – es ja derzeit gewisse Probleme mit Nazis gibt..."

Jens Clasen Twitter

Sat.1 nennt Antisemitismus-Vorwurf gegenüber watson "absurd"

Wie sieht man diese Kritik beim Sender? Ein Sat.1-Sprecher teilt watson mit, dass die Vorwürfe "absurd" seien. "Für uns bei SAT.1 hat jegliches antisemitisches Gedankengut keinen Platz."

"Big Brother" werde in der neuen Staffel ein Bewertungssystem benutzen, wie es internationale Unternehmen schon seit Jahren oder sogar Jahrzehnten tun würden.

Und weiter:

"'Big Brother' war und ist schon immer ein Sozialexperiment. In der Jubiläumsstaffel 2020 haben die Zuschauer erstmals die Möglichkeit, nicht nur übers Telefon-Voting, sondern mit direkter Bewertung den Bewohnern Feedback zu geben – so wie es viele Menschen tagtäglich offline und online, zum Beispiel auf Social-Media-Kanälen, tun."

Sat.1-Sprecher

Übrigens: Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte sich das "Diffus Mag" mit dem "Big Brother"-Titelsong beschäftigt. Die Musikexperten sahen "Follow the Leader" als eine Ansage der Band Cosby, keine Marionetten der Gesellschaft sein zu wollen. Cosby würden "nicht einfach gedankenverloren jedem Trend folgen. Keine willenlosen Puppen sein, die handeln ohne nachzudenken, einfach nur weil es ihnen so vorgelebt wird".

(ab)

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