Die gute Laune beim Flötespielen hielt bei Carsten Maschmeyer (vorne) und seinen "Höhle der Löwen"-Kollegen nur kurze Zeit an.
Die gute Laune beim Flötespielen hielt bei Carsten Maschmeyer (vorne) und seinen "Höhle der Löwen"-Kollegen nur kurze Zeit an.
Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Kräftige Abreibung in der "Höhle der Löwen": "Wir alle fühlen uns veräppelt"

Gleich der erste Pitch der 10. Staffel der Vox-Gründershow "Die Höhle der Löwen" ging gewaltig in die Hose. Dabei fing alles mit guter Laune und gemeinsamem Musizieren an. Doch die utopische Firmenbewertung fanden die Investoren ziemlich unverschämt...
08.09.2021, 09:3008.09.2021, 10:02
Bettina Friemel

Als Carlos und Rui Duarte Ramalheiro die "Höhle der Löwen" betraten, schien ihnen ein Deal zum Auftakt der Jubiläumsstaffel bei Vox fast sicher. Denn mit ihrer Musik-App Classplash brachten sie Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Judith Williams, Georg Kofler und Nils Glagau die Flötentöne bei. Der Diplom-Musikpädagoge Carlos wusste: "Noten schrecken vor allem Kinder ab, ein Instrument zu lernen." Carsten Maschmeyer flötete ein paar schräge Töne und lieferte den Beweis: "Es fehlt der Bezug von der Note zum Instrument."

Das wollte der Gründer mit seiner Musik-Lernwelt in Form eines Computerspiels ändern. Mit der App können Kinder Punkte durch Noten sammeln, indem sie mit einem echten Instrument statt eines Joysticks die richtigen Töne spielen. "Ich entwickelte das Konzept mit meinen Schülern und Schülerinnen und bewarb mich bei einem internationalen Lehrerwettbewerb. Das Resultat: Ich erhielt die Auszeichnung als innovativster Lehrer der Welt", erzählte Carlos stolz. Kompetenz war also durchaus gegeben.

"Vor Kurzem hat uns Roland Emmerich kontaktiert"

Bei der App "Flute Master" sollten durch das Spielen eines Tones Erdbeeren vor Fledermäusen gerettet werden. Mit jedem weiteren Level ergab sich am Ende ein ganzes Lied. Der Ehrgeiz der Löwen war geweckt. Gerüstet mit Ukulele und Blockflöte flöteten sie drauflos und hatten dabei richtig Spaß. Carsten Maschmeyer lobte: "Carlos, wenn Sie mein Musiklehrer gewesen wären, ich wäre auch nächsten Montag wiedergekommen."

Die Gründer-Brüder Carlos und Rui Duarte Ramalheiro stellten ihre Musik-App Classplash vor und pokerten mit der Unternehmensbewertung zu hoch.
Die Gründer-Brüder Carlos und Rui Duarte Ramalheiro stellten ihre Musik-App Classplash vor und pokerten mit der Unternehmensbewertung zu hoch.
Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Dann kam der finanzielle Teil – und damit auch der Stimmungskiller. Die Gründer forderten 350.000 Euro für 10 Prozent Firmenanteile. Bei einem Umsatz von 110.000 Euro im vergangenen Jahr ganz schön hochgegriffen, da waren sich Nils Glagau und Ralf Dümmel einig. Doch die Gründer hatten noch ein Ass im Ärmel: "Vor Kurzem hat uns niemand Geringeres als der Produzent Roland Emmerich kontaktiert. Denn es wird jetzt gerade in den Bavaria Filmstudios 'Die Zauberflöte' verfilmt." Der Hollywood-Star habe ihnen eine Partnerschaft vorgeschlagen: "Wir dürfen die dazugehörige App machen und das Bundle, das weltweit dann vertrieben werden soll."

Georg Kofler bekommt schlechte Laune

Die Reaktion auf diese vermeintliche Sensation fiel anders aus als erwartet. Georg Kofler blieb unbeeindruckt: "Kommt der überhaupt noch in die Kinos? Weiß ja keiner. Ob 'Die Zauberflöte' so ein riesen Erfolg wird, ist ja auch noch nicht abzusehen." Ralf Dümmel war ebenfalls skeptisch: "Nur, weil du in einem Film mal vorkommst, verkaufst du nicht automatisch 100.000. Selbst, wenn der Film noch so erfolgreich wird. Das überschätzt man manchmal."

Angesichts der hohen Firmenbewertung musste Georg Kofler Dampf ablassen: "Ich muss euch sagen: Ich war echt gut gelaunt, als ihr hereingekommen seid. Und jetzt bin ich gar nicht mehr gut gelaunt." Er stänkerte weiter: "Ihr kommt in eine Marktlücke, die gigantisch ist. Aber dann kommt ihr mit dieser Bewertung daher, wo wir uns alle ehrlich gesagt ein bisschen veräppelt fühlen." Nachdem die Gründer das Studio ohne Deal verlassen hatten, konnte er sich immer noch nicht beruhigen: "Es ist eine Frechheit – mit diesen Ergebnissen eine Bewertung von vier Millionen! Da fühle ich mich nicht ernstgenommen."

"Das Leckerste, was wir je zu probieren bekommen haben"

Dafür lief es für Arzu Bulut, Yudum Korkut und Constanza Hörrmann, Gründerinnen von Osmans Töchter, wie erhofft. Ihr Produkt: Meze im Glas. "Das sind typische türkische traditionelle Speisen, die man sich in die Mitte des Tisches stellt", erklärten sie. Die Löwinnen und Löwen schlemmten sich durch Cevice, geräucherte Aubergine mit Tahin, Apfelkompott mit Sahnecreme und Granatapfel-Eistee.

Dagmar Wöhrl schnappte Nils Glagau den Deal mit Osmans Töchter vor der Nase weg.
Dagmar Wöhrl schnappte Nils Glagau den Deal mit Osmans Töchter vor der Nase weg.
Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Carsten Maschmeyer schwärmte: "Das riecht ganz köstlich!" Sein Fazit: "Es ist für mich mit das Leckerste, was wir hier an Food je zu probieren bekommen haben." Dagmar Wöhrl schmeckte ebenfalls die Liebe hinter den türkischen Spezialitäten: "Es wäre ja schade drum bei dem Geschmack, wenn das nicht im Regal landen würde."

Die Lebensgeschichten der Gründerinnen, die ihren Onlineshop während des Lockdowns aufgebaut hatten, berührten die Löwin besonders: "Schaut euch diese drei Frauen an, was die hier aus der Not gemacht haben. Aus dieser furchtbaren Pandemie." Mit einem Angebot von 170.000 Euro für 25 Prozent Firmenanteile kickte sie Nils Glagau aus dem Rennen. "Ich bin ganz aufgeregt jetzt! Ich bin absolut fertig", freute sich Wöhrl mit Tränen in den Augen über den Deal. "Ich fange auch gleich zu heulen an."

Auto-Duft und Laufhelfer

Gründerin Kim Lohmar konnte Ralf Dümmel mit ihrem nachhaltigen Duftstein fürs Auto namens ASALEA (jetzt ASTALEA) für sich gewinnen. Auch der Sport- und Allgemeinmediziner Dr. Horst Schüler ging mit einem Deal für seine LAUFMAUS nach Hause. Das Griffelement, das Haltung, Atmung und Lauftechnik verbessern soll, hielten Carsten Maschmeyer und Nils Glagau für ein "sinnvolles Produkt", in das sie gemeinsam investierten.

"Zervakis & Opdenhövel. Live.": Moderator mit Seitenhieb gegen seinen Ex-Sender ARD

Am 13. September bringt ProSieben sein neues Journal "Zervakis & Opdenhövel. Live." an den Start und befeuert damit seine Nachrichtenoffensive. Einmal pro Woche werden Matthias Opdenhövel und Linda Zervakis zwei Stunden lang verschiedene Themen beleuchten, die die Zuschauer gerade bewegen – dabei hat das Format den Anspruch, politische Brennpunkte abzudecken, die Unterhaltung soll jedoch nicht zu kurz kommen.

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