
Das ZDF stellt sein Programm weiter radikal um.Bild: imago images/imagebroker
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Das ZDF krempelt sein Programm radikal um, 100 Millionen Euro stehen für das neue Konzept bereit. Der Hintergrund: Die Sender-Verantwortlichen wollen verstärkt ein jüngeres Publikum ansprechen, was unweigerlich auch bedeutet, dass traditionelle Formate gestrichen werden. Bereits offiziell bekannt ist das Aus von "Soko Hamburg", "Letzte Spur Berlin" und der Vorabendsendung "Leute heute".
Nun berichtet die "Bild", dass das ZDF den Rotstift sogar noch weiter ansetzt. Demnach soll es auch der "Rosamunde Pilcher"-Reihe an den Kragen gehen. Derweil üben mehrere Promis Kritik an der neuen Ausrichtung.
ZDF streicht "Rosamunde Pilcher"-Folgen
Nach Angaben der Zeitung plant das ZDF, die Anzahl der "Rosamunde Pilcher"-Episoden von ursprünglich fünf auf drei pro Jahr zu reduzieren. Auch dies soll dem neuen Konzept geschuldet sein. Im Schnitt nämlich ist das Publikum des Senders 65 Jahre alt. Die Zahl soll gedrückt werden.

Das ZDF will angeblich bei "Rosamunde Pilcher" Kürzungen vornehmen.Bild: obs / ZDF / Jon Ailes
Die ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke spricht von "einer zukunftsfähigen Programmentwicklung" und erklärt: "Diese strategische Umschichtung hat leider auch zur Folge, dass wir uns von erfolgreichen und lieb gewonnenen Programmen trennen müssen." In gewisser Weise steht das ZDF aber auch vor einem Luxusproblem, denn 2022 war es zum elften Mal in Folge der meistgesehene Sender in Deutschland.
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Deutliche Promi-Kritik am ZDF
Bei der "Bild" zweifeln bereits mehrere Stars an den Verjüngungsplänen. Die "Mona Lisa"-Erfinderin Maria von Welser beispielsweise meint: "Die großen TV-Sender sollten nicht nur auf junge Zuschauer setzen. Lieber kluge Programme produzieren und die 50-Jährigen nicht aus dem Auge verlieren."

Für unter anderem "Leute heute" ist beim ZDF kein Platz mehr.Bild: dpa / Volker Dornberger
Auch Kult-Darstellerin Marie-Luise Marjan ("Lindenstraße") findet deutliche Worte. Sie vertritt ebenfalls die Meinung, dass das ZDF auf dem Holzweg ist, zumal die bereits eingestellten Formate erfolgreich liefen:
"Statt beliebte Formate einzustellen, muss man neue Themen platzieren, um eine Sendung modern zu halten. Schauspieler können so alt sein wie Methusalem, solange die Inhalte stimmen und das Publikum sie mag."
Der "Forsthaus Falkenau"-Star Christian Wolff meldet sich ebenfalls zu Wort. Er wünscht dem Sender "viel Glück, mehr junges Publikum zu erreichen", meint das aber eher ironisch. Sein Urteil lautet nämlich: "Das ist dem Sender seit vielen Jahren nicht gelungen. Das Stammpublikum wird enttäuscht sein."
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