Michael Tomaschautzki und Diana Herold.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Das "Sommerhaus" kam am Sonntagabend zu einem Ende. Bild: TVNOW

Abrechnung nach "Sommerhaus"-Wiedersehen – Vorwürfe gegen RTL

Das "Sommerhaus der Stars" mutierte in diesem Jahr zum Mobbing-Haus. Das, was die RTL-Zuschauer zu sehen bekamen, war teils weit unter der Gürtellinie. Hasstiraden, Androhung von Gewalt, Spuck-Attacken – die Kandidaten bekleckerten sich nicht mit Ruhm. Umso lieber wollten einige die Reunion-Show dafür nutzen, mögliche Verfehlungen wieder geradezurücken. Doch RTL untersagte eine Live-Show und so gab es am Sonntag im Anschluss ans Finale nur eine aufgezeichnete Sendung zu sehen. Mit dem Ergebnis waren nicht alle zufrieden.

Auf Instagram machten Annemarie Eilfeld und Lisha und Lou ihrem Ärger noch im Anschluss an die Show Luft. Lisha bezieht sich in ihrem Instagram-Statement vor allem auch auf den Vorwurf, dass sich niemand bei Eva Benetatou entschuldigt habe. Aber das sei so nicht richtig. "In Folge zehn bei der Nominierung als Eva vorne steht, bin ich aufgestanden und habe mich vor den ganzen Bewohnern bei Eva entschuldigt für alle Ausdrücke, die ich ihr in dieser Zeit an den Kopf geworfen habe. Sie hat diese Entschuldigung angenommen", berichtete Lisha. Sie entschuldige sich aber nicht zweimal, stellte sie klar. "Eva hat es gehört, das wurde eigentlich auch beim Wiedersehen thematisiert", erklärte Lisha weiter – nur im TV war nichts davon zu sehen. Die Sendung sei einfach wieder extrem zusammengeschnitten worden, machte Lisha deutlich. Das sei anhand der harten Cuts auch vielen Zuschauern aufgefallen. Es erschrecke sie aber mittlerweile nicht mehr, "langsam verstehe ich TV".

Lisha

Bild: screenshot instagram.com/lishaandlou_the_originals

Auch Lou richtete anschließend nochmal eindringliche Worte an die Follower und berichtete, wie stark die Show von RTL zusammengeschnitten worden sei. Moderatorin Angela Finger-Erben bekam ebenfalls ihr Fett weg. Er habe es komisch gefunden, dass von ihr vor allem Fragen gestellt wurden, auf die man gar nicht richtig habe antworten können. Außerdem sei man ihnen immer wieder ins Wort gefallen. Er und Lisha seien nun einfach froh, dass das Thema "Sommerhaus" vorbei ist.

Annemarie Eilfeld von "Sommerhaus"-Reunion enttäuscht

Auch Annemarie Eilfeld ist von dem Wiedersehen enttäuscht. Sie habe damit gerechnet, dass die Moderatorin mehr auf einzelne Kandidaten eingehe – "aber so war es überhaupt nicht". Es wurden "einzelne Kandidaten rausgepickt", meinte Annemarie. Auch ihr blieb die Fragestellung der Moderatorin negativ im Gedächtnis. Sie habe durch ihre Suggestivfragen die Unterhaltung schon jedes Mal in eine bestimmte Richtung gelenkt.

Außerdem wirft die Sängerin dem Sender vor, manchmal einfach die Mikros ausgestellt zu haben, wenn Kandidaten auf bestimmte Fragen antworten wollten. Teilweise hätten die Kandidaten den Gesprächen auch gar nicht folgen können, weil der Ton so leise eingestellt gewesen sei. Dass manche unter diesen Voraussetzungen gar keine Lust mehr auf die Show hatten, konnte sie verstehen:

"Ich kann natürlich auch verstehen, dass einige Kandidaten während der Aufzeichnung nicht einen Ton gesagt haben. Ich verstehe es zu 1000 Prozent!"

Bemerkenswert: Diese Aussagen tätigte Annemarie bereits vor der Ausstrahlung der Wiedersehens-Show. Sie hatte offenbar schon so eine Ahnung, was da im TV angesichts der zwei- bis dreistündigen Aufzeichnungsdauer aber der deutlich kürzeren Ausstrahlungszeit auf sie zukommen könnte. Und so war es dann auch.

annemarie eilfeld

Bild: screenshot instagram.com/annemarie_eilfeld

Annemarie schießt gegen Produktion

Die Wiedersehens-Show sei eine "Farce" gewesen, beschwerte sich Annemarie im Anschluss an die Sendung. Sie stellte klar:

"Wir als Kandidaten einer solchen Sendung haben weder die Macht noch die Kompetenzen jemanden aus der Sendung zu schmeißen beziehungsweise irgendwelchen Leuten Sendezeit zu klauen."

Und Annemarie wetterte weiter gegen die Produktion. Denn auch über den Abgang von Georgina und Kubilay seien verschiedene Versionen im Umlauf. Während die Produzenten Georgina gesagt hätten, dass sie das Haus verlassen müssen, weil man nicht mehr für ihre Sicherheit garantieren könne, sei den Kandidaten im Haus suggeriert worden, man habe das Paar aufgrund der Spuck-Attacke herausgenommen. Schließlich sei das eine Straftat in Deutschland und man könne das nicht vertreten. Dass die Bewohner Georgina und Kubi "rausgemobbt" hätten, sei dementsprechend absolut nicht wahr. Dazu hätten die Bewohner "gar keine Macht". Georginas Unmut über die gestohlene Sendezeit könne sie deshalb sogar verstehen.

Lisha

Bild: screenshot instagram.com/lishaandlou_the_originals

Ein Wiedersehen in einer Live-Show, wie von Andrej und Jenny gefordert, hätte sicher auch einigen weiteren Kandidaten gut gefallen. Doch RTL schob dieser Forderung schnell einen Riegel vor. Stattdessen nutzte der Sender auch jetzt jede Möglichkeit zum Schnitt. Und so bleiben auch nach der Wiedersehens-Show Jenny und Andrej die Bösen, Eva hingegen die Gute, das arme Opfer, auf dem jeder herumhackte. Da hilft es auch nur wenig, dass RTL immer wieder betont, man zeige alle Promipaare "genauso, wie sie sich im 'Sommerhaus' verhalten haben". Denn das sehen zahlreiche Kandidaten noch immer nicht so.

(jei)

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