Beim "Höhle der Löwen"-Jubiläum herrschte gute Stimmung.
Beim "Höhle der Löwen"-Jubiläum herrschte gute Stimmung.Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"Höhle der Löwen"-Gründer suchen spirituellen Beistand – am Ende fließen Tränen

2014 ging die "Löwen"-Erstausgabe auf Sendung. Nun feierte Vox mit der 100. Folge ein Staffelfinale, in dem Gründer und Investoren nah am Wasser gebaut waren. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Geschäftsideen, sondern echte Treue und Spiritualität. Sogar Carsten Maschmeyer war ergriffen.
26.10.2021, 06:25
rupert sommer

Es war ein Abend der vielen Überraschungen: Ein Festtag, der schon mit Schaumwein und Konfetti (von den Gründern der sympathisch anarchischen "Saatgutkonfetti" mit Bio-Pflanzensamen) begann – und der sich nach dem Party-Einstieg dann sogar noch gewaltig steigerte. Denn es kam zu einem echten Gänsehaut-Finale mit einem heißen Investoren-Wettkampf, ganz viel Leidenschaft, sogar ein wenig Tiefsinn und Philosophie – und zum Schluss rollte die Torte ins Studio.

Was einst als eine Sendung begann, der selbst Vox nicht allzu viel zuzutrauen schien, hat sich zu einem grandiosen Publikumserfolg entwickelt. Seit 2014 wurden zehn Staffeln ausgestrahlt. Nun ging sogar die 100. Sendung über den Bildschirm.

Seit der Jubiläumsfolge weiß man, wer von Tag eins an mitfieberte: ein aufgeweckter Münchner Gründer und Erfolgs-Makler. Lucas Nummer, 27 Jahre alt, kann nicht nur gut rechnen und tolle Geschäftsideen ausbrüten. Er trägt auch sein Herz am rechten Fleck. Als für ihn alles über die Bühne gegangen war, blieb am späten Montagabend nur noch ein Resümee: "Ich musste so heulen."

Emotionale Reise in die eigene Lieblingsshow

"Es ist für uns sehr emotional", sagte Lucas Nummer, der mit seiner Verlobten Gissou und seinem Mitarbeiter Maximilian ins Studio trat. "Wir gucken die 'Höhle der Löwen' von Tag eins an", so Lucas. "Man stellt sich immer vor, wie es ist, wenn man selber vor den Löwen steht." Und dann war es so weit. Lucas hatte sogar einen Deal.

Lucas Nummer stellt "Grundriss in Lebensgröße" vor.
Lucas Nummer stellt "Grundriss in Lebensgröße" vor.Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Vorgestellt hatte er eine einzigartige Idee. Sein Münchner Unternehmen trägt den Namen "Grundriss in Lebensgröße". Und genau darum geht es auch. Gissou und Lucas, die beide schon länger erfolgreich im Makler-Geschäft tätig sind, hatten eine Lücke bei Käufern von Wohnimmobilien und vor allem Häusle-Bauern festgestellt. Oft können die sich gar nicht vorstellen, wie die Gebäude, die noch gar nicht errichtet, von ihnen aber erworben wurden, eines Tages aussehen würden.

Wenn Beamer der Fantasie auf die Sprünge helfen

Die Lösung: Die "Grundriss in Lebensgröße"-Gründern ermöglichen es privaten und gewerblichen Bauherren, ihre Baupläne zu "visualisieren" und in einem letzten Testlauf noch einmal zu bewerten. Möglich machen das mehrere Hochleistungs-Beamer, die in einer extra angemieteten riesigen leeren Industriehalle den gezeichneten Grundriss eins zu eins in den Raum projizieren. Dank der bereitgestellten, beweglichen Pappkarton-Requisiten kann man die Räume sogar "einrichten" und alles noch mal durchdenken.

"Um sich alles noch besser vorzustellen, stehen echte Möbel und echte Wände auf Rollen in dem Grundriss. Der Kunde kommt zu uns in die Halle und entdeckt zum allerersten Mal seinen geplanten Grundriss, bevor er überhaupt mit dem Bauen anfängt. Dann klären sich auch die üblichen Fragen wie 'Wo soll der Esstisch, wo soll die Küche stehen?'", erklärte Gründer Lucas Nummer.

Aus der Digitalisierung zurück ins "wahre Leben"

So lässt sich Ärger vermeiden. Und es kommt zu enormen Kostenersparnissen. "Denn mögliche Planungsfehler, die langfristig immer bereut werden, sind so im Vorhinein besser ersichtlich. Einen Küchenblock im Anschluss noch mal zu versetzen oder Leitungen nochmal neu zu legen, kann immens teuer sein", erklärte Planungsexperte Maximilian.

Alles in allem also eine technische Lösung – mit Effekten zum Anfassen. Und genau diese Nahbarkeit war es, die bei den "Löwen" ankam. "Es ist das wahre Leben", sagte Gründer Lucas, der vor Überzeugungskraft nur so sprühte. "Wir holen die Leute bewusst aus der Digitalisierung zurück ins wahre Leben."

Verdienen wollen die "Grundriss"-Gründer durch die Vermietung solcher Projektionsstunden. Das taten sie jetzt schon mit großem Erfolg. Neben der ersten "Grundriss"-Halle sollen rasch neue vergleichbare Test-Hallen in ganz Deutschland folgen. "In München rennen uns die Leute im Wortsinne die Bude ein", beteuerte Gissou.

Gründer wollen spirituellen Beistand

Doch für die Expansion brauchte das Trio Hilfe – und das diesmal nicht ausschließlich in Form von Geld. Ihre Forderung lautete: 300.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Entsprechende Bankkredite wären wohl leicht zu bekommen. Was Lucas Nummer von den Investoren haben wollte, war aber weit mehr als nur Oberflächliches – er bewegte die "Löwen" damit tief.

In dieser "Höhle der Löwen"-Ausgabe wurde es sogar ein wenig spirituell.
In dieser "Höhle der Löwen"-Ausgabe wurde es sogar ein wenig spirituell.Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Er sprach von Führungskompetenz zum Aufbau des landesweiten Mitarbeiter-Teams, das man benötige. Und von Vertriebserfahrungen. Also alles Knowhow, bei dem der Münchner etwa bei Carsten Maschmeyer genau richtig läge. Aber dann führte er etwas Ungewöhnliches an – und wärmte damit vor allem das Herz von Judith Williams. Plötzlich sprach Lucas, der Denker und Zahlenmensch, von "Spiritualität".

"Ich bin sehr spirituell", sagte er. Es war kein Hörfehler von Judith Williams. "Wir wollen uns mit Investoren auf einer höheren Ebene messen", meinte der idealistische junge Firmenchef. Auch dafür sucht er einen Leit-"Löwen".

Hinter den Kulissen gab's kein Halten mehr

Kein Wunder, dass der Jubel ganz auf der Seite der "Grundriss"-Gründer war. "Du bist echt eine Maschine", lobte Ralf Dümmel den jungen Startup-Spirituellen. Und Carsten Maschmeyer fand in Judith Williams eine Deal-Partnerin. "Wir machen die groß", versprach er. "Wahnsinn", freute sich die Kollegin Williams, die offenbar selbst gerne Immobilien plant. Maschmeyer wollte nun auch dem Planungswirrwarr ein Ende bereiten.

Deswegen war "Grundriss in Lebensgröße" dann tatsächlich auch genau richtig beim Paar Maschmeyer-Williams. Der Zuschlag kam mit den geforderten 300.000 Euro zustande. Die spirituell mitfühlenden "Löwen" steigen allerdings mit der Sperrminorität von 25,1 Prozent an, um richtig was zu bewegen auf dem Bausektor.

"Ihr seid das erste Immobilien-Startup", freute sich die Frau, die oft in erster Linie als Beauty-Expertin gesehen wird. Dagmar Wöhrl und Nils Glagau wären auch gerne in das Makler-Startup eingestiegen. Lucas und sein Team entschied sich anders. Und dann weinte er. "Wir haben uns nicht gegen, sondern für ein Angebot entschieden", sagte er. Hinter den Kulissen konnte er die Tränen dann nicht mehr aufhalten. Und die "Löwen" feierten sich mit der Torte. Nur Maschmeyer hatte dann doch noch was zu Meckern an der Konditoren-Kreation mit der großen "100"-Zuckerguss-Aufschrift. "Bei der 125er muss mehr Schoko rein!"

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