Mirko Drotschmann ist seit 2019 Moderator der Sendung „Terra X“ im ZDF und hat einen eigenen YouTube-Kanal.
Mirko Drotschmann ist seit 2019 Moderator der Sendung „Terra X“ im ZDF und hat einen eigenen YouTube-Kanal.
screenshot zdf

"Nackenschlag für junge Menschen": Youtuber bei "Maybrit Illner" über Impfungen für Kinder

28.05.2021, 10:3328.05.2021, 14:48

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben beim Impfgipfel beschlossen: Kinder und Jugendliche dürfen sich bald zum Impftermin melden. Und das, obwohl ein großer Teil von Risikopatienten und Menschen über 60 Jahren noch nicht geimpft wurde.

Während die Neuköllner Ärztin Sibylle Katzenstein dies bemängelte, begrüßte Wissenschaftsjournalist Range Yogeshwar die Entscheidung aus Berlin. YouTuber Mirko Drotschmann alias "MrWissen2go" kritisierte, dass die Verantwortlichen Erwartungen bei Kindern und Jugendlichen schüren würden, die nicht erfüllt werden könnten.

Das waren die Gäste bei "Maybrit Illner" am 27. Mai 2021:

  • Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist
  • Helga Rübsamen-Schaeff, Professorin für Biochemie und Virologie
  • Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister Berlin
  • Sibylle Katzenstein, Covid-19-Schwerpunktpraxis
  • Mirko Drotschmann, YouTuber „MrWissen2go“

"Maybrit Illner": Michael Müller kritisiert Jens Spahn

Michael Müller ist seit 2014 regierender Bürgermeister von Berlin.
Michael Müller ist seit 2014 regierender Bürgermeister von Berlin.
Bild: screenshot zdf

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, ist Vorsitzender der Ministerpräsidenten-Konferenz. Er trägt die Entscheidung beim Impfgipfel am Donnerstag mit, dass Kindern ab 12 Jahren ab dem 7. Juni ein Angebot für einen Impftermin gemacht werden soll.

Bei Maybrit Illner kritisierte er dennoch, dass diese Entscheidung getroffen wurde, ohne dafür zusätzlichen Impfstoff bereitzustellen. Michael Müller berichtete von Verärgerung in der Konferenz. Der Grund: "Heute ist klar geworden, dass das Bundesgesundheitsministerium da zu viel versprochen hat."

Damit verpasste der Bürgermeister der Hauptstadt Gesundheitsminister Jens Spahn ganz offen einen Seitenhieb. Dass ältere Menschen trotz des Angebots für Kinder ab 12 weiter geimpft werden müssten, dies sei laut Müller selbstverständlich.

Ranga Yogeshwar redet von falschen Versprechungen

Sibylle Katzenstein ist niedergelassene Ärztin einer Covid-19-Schwerpunktpraxis in Berlin-Neukölln.
Sibylle Katzenstein ist niedergelassene Ärztin einer Covid-19-Schwerpunktpraxis in Berlin-Neukölln.
Bild: screenshot zdf

Sowohl Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar als auch die Ärztin Sibylle Katzenstein bemängelten die Entscheidung von Kanzlerin und Ministerpräsidenten. Denn, das betonten beide bei "Maybrit Illner": Noch immer sind viele Menschen aus Risikogruppen und rund 50 Prozent der Deutschen ab 60 Jahre noch nicht geimpft.

Dies schüre, so Ranga Yogeshwar, eine Erwartungshaltung, die nicht eingehalten werden könne.

Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.
Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.
Bild: Screenshot zdf
"Nicht sehr klug – aber wir haben ein Wahljahr."
Ranga Yogeshwar

Der Wissenschaftsjournalist zeigte sich außerdem skeptisch gegenüber dem Argument, mit der Impfung von Kindern und Jugendlichen schneller eine Herdenimmunität zu erreichen.

Dezidiert anderer Meinung war in diesem Punkt Virologin Helga Rübsamen-Schaeff. Sie betrachtete eine Impfung von Personen ab 12 Jahren und jünger als Chance auf dem Weg zur Herdenimmunität und zur schnelleren Bekämpfung der Pandemie.

Helga Rübsamen-Schaeff ist seit 2018 Mitglied der Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“.
Helga Rübsamen-Schaeff ist seit 2018 Mitglied der Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“.
Bild: screenshot zdf

Wiederholt verwies die Virologin außerdem darauf, dass Kinder und Jugendliche auch ein Risiko tragen würden, zu erkranken und gegen dass eine Impfung sie schützen könne.

Mirko Drotschmann nennt Impfgipfel "Augenwischerei"

Der 35-Jährige YouTuber Mirko Drotschmann bezeichnete den Beschluss beim Impfgipfel als "Augenwischerei". Die Knappheit des Impfstoffs schüre von politischer Seite einen Generationenkonflikt.

Außerdem sei die Entscheidung "ein weiterer Nackenschlag für junge Menschen". Denn eine Corona-Impfung befinde sich für Kinder und Jugendliche in greifbarer Nähe und sei wegen der Unsicherheit, ob die dafür nötigen Dosen wirklich bis Ende August geliefert werden können, doch noch unerreichbar. Dies nachdem sie sonst schon unter den Einschränkungen besonders litten.

Impfe man junge Menschen nicht, könne man laut Mirko Drotschmann "de facto von einer Durchseuchung" sprechen. Damit gehe man das Risiko ein, dass diese Menschen schwer erkranken.

Kinder und Jugendliche haben häufig milde Verläufe einer Corona-Erkrankung. Und dennoch gibt es auch in dieser Altersgruppe schwere Fälle.

Impfstoff für Kinder und Jugendliche hin oder her: Ärztin Sibylle Katzenstein brachte es auf den Punkt, als sie in der Sendung sagte: "Man kann ja nur hoffen, dass wir bald im Impfstoff schwimmen." So könnte man nämlich nicht nur national Impfstoff verteilen, sondern auch weltweit die Eindämmung der Pandemie unterstützen.

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