"Ein Schritt ins Gemächt" nannte Oliver Welke in der "Heute-Show" das Landtagswahldebakel der CDU.
"Ein Schritt ins Gemächt" nannte Oliver Welke in der "Heute-Show" das Landtagswahldebakel der CDU.
Bild: Screenshot ZDF

Oliver Welke äußert sich empört über Armin-Laschet-Aussage: "Ey, Laschet"

20.03.2021, 11:00
jürgen winzer

Läuft nicht für die CDU. Das Superwahljahr startete für die Schwarzen super mies und machte sie zur "U30"-Partei. Markus Söder, Chef der bayerischen Bruderpartei CSU, sprach nach den Debakeln in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vom "Schlag ins Herz der Union". "Nee", lächelte Oliver Welke in der "Heute-Show", "das war mehr ein Tritt ins Gemächt."

24,1 Prozent Stimmen im Ländle, 27,7 Prozent im "Helmut-Kohl-Country" Rheinland-Pfalz. Welke: "Der Geist von Kohl hat in Oggersheim vor Wut den ganzen Bungalow verwüstet." Dazu komme: In aktuellen Umfragen sei die CDU bundesweit auf 29 Prozent und somit dramatisch "auf doppeltes SPD-Niveau" abgestürzt. Und Parteichef Laschet? Der tauchte in der Wahlnacht unter und ward kein einziges Mal gesehen. Kein Wunder sei es, dass 72,5 Prozent der CDU-Anhänger Laschet "nicht für den richtigen Kanzlerkandidaten" hielten, so Welke.

Welke äußert sich empört über Aussage von Armin Laschet

Laschet sei natürlich, so Welke, nicht wirklich an der Wahlklatsche schuld, aber er helfe auch nicht. In "seinem" Land Nordrhein-Westfalen sind jedenfalls derzeit viele nicht gut auf ihn zu sprechen, weil er die Schulen "mitten in der dritten Welle" (Welke) öffnen ließ. Als einige Kommunen (Duisburg, Dortmund, Düren) den Aufstand probten und trotzdem schließen wollten, wurden sie vom Land zurückgepfiffen. Welke höhnisch: "Kann ja auch nicht sein, dass da jeder Bürgermeister oder Schulleiter selber denkt. Wo kommen wir da hin?" Dass so was Vorteile hat, zeigte sich in Bergisch Gladbach, wo die Feuerwehr Schnelltests für Schüler spendierte - weil das Kultusministerium nicht liefern konnte.

Den Dortmunder Oberbürgermeister, der die Schulen zum Schutz der Kinder schließen wollte, stellte Laschet trotzdem öffentlich in Achtung. Welke spielte eine Szene ein, in der Laschet im TV kritisierte, dass dem Oberbürgermeister "nichts anderes einfällt", als die Schulen zu schließen. Er finde es "nicht gut, wenn jeder macht, wie er grad Lust hat", sagt Laschet.

Welke reagiert entrüstet: "Ey, Laschet, in deinem Bundesland müssen Schüler bei der Feuerwehr Tests schnorren, und du beschimpfst den Bürgermeister von Dortmund? Gibt's doch nicht."

Keinen Bock auf Arbeit? Mach mal Pause, kleine CDU!

Kein Zweifel, so Welke, "die Union steckt in einer fetten Sinnkrise". Aber Welke kritisierte nicht nur, er schlug konkrete Lösungen vor: "Mach doch mal Pause, CDU!" Man müsse ja nicht immer mitregieren. "Einfach nach September mal die Seele baumeln lassen im 'Oppositions-Resort'." Hätte auch den Vorteil, dass man dann nicht mehr so von den gierigen Lobbyisten belästigt werde, die einen in die Negativschlagzeilen ("Maskenaffäre") trieben.

"Kopf hoch, kleine CDU": Oliver Welke empfahl der gebeutelten Partei, mal eine Regierungspause zu machen.
"Kopf hoch, kleine CDU": Oliver Welke empfahl der gebeutelten Partei, mal eine Regierungspause zu machen.
Bild: Screenshot ZDF

Zudem spreche auch die Bilanz der letzten Jahre für den Eindruck, dass die CDU "keinen Bock mehr auf Arbeit" habe. "Bildung, Rentenreform, Digitalisierung - ihr lasst alles nur noch liegen", zählte Welke auf und nannte ein konkretes Beispiel: In Sachen digitaler Lehrerfortbildung liege Deutschland auf Rang 76 von 78. Unter anderem hinter Moldawien. Welke: "Ich wollte ja googeln, wo das liegt - aber mein Internet war zu langsam."

FDP mit Grünen und SPD? "Da implodiert das Kleinhirn"

Ob das alles mit der "Ampel", von der viele träumen ("Die Ampel macht jeden wuschig."), ab September besser werden kann? Welke: "Comedypotenziel hätte diese Verbindung allemal." Die FDP mit den Grünen und der SPD - Welke: "Bei der Vorstellung implodiert das Kleinhirn."

Vor allem die Grünen seien nach ihrem Landtagserfolg im Ländle mit Winfried Kretschmann, "der personifizierten Kehrwoche" (O-Ton Welke), ein unangenehmer Verhandlungspartner. "Die können ja kaum laufen vor lauter Kraft."

Dabei werde Kretschmann ja gar nicht Kanzlerkandidat, sondern entweder Annalena Baerbock oder Robert Habeck. Obwohl, Matthias Matschke, Leiter der Berliner Wahlkampfzentrale, ließ einen Ansatztrend zur Entscheidung erkennen: "Altes grünes Sprichwort: Möge die Bessere gewinnen."

Tausende deutsche Corona-Flüchtlinge wollen nach Mallorca

Vielleicht spricht ja auch viel für eine Pause für Habeck. Aber nicht unbedingt zu Ostern auf Mallorca. Das kollektive Auswandern der Deutschen nach Malle sei, so Welke, angesichts der Corona-Entwicklung "der größte Wahnsinn". Besonders seltsam: Zwar appelliere der Staat, unnötige Reisen zu unterlassen, könne aber "nicht mal verhindern, dass vom Staat gerettete Fluglinien wie TUI und Lufthansa Hunderte von zusätzlichen Flügen nach Malle anbieten".

"Der größte Wahnsinn": Über Ostern wandert, so Welke, halb Deutschland nach Mallorca aus.
"Der größte Wahnsinn": Über Ostern wandert, so Welke, halb Deutschland nach Mallorca aus.
Bild: Screenshot ZDF

Spanien beobachtet, so die "Heute-Show"-Recherche, das Geschehen aufmerksam. "TV Mallorca" berichtete von "Tausenden deutschen Corona-Flüchtlingen", die die Insel heimsuchten. Auf der Flucht vor "ihrer unfähigen Regierung" kämen sie in Scharen über die "iberische Route" via Düsseldorf und Frankfurt oder gleich in Schlepperbananenbooten direkt übers Meer. König Felipe sage zwar "Wir schaffen das!", der TV-Sender forderte aber: "Konsequent abschieben!"

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