Moderator Guido Cantz (sitzend) mit dem Cast der Neuauflage von "7 Tage, 7 Köpfe".
Moderator Guido Cantz (sitzend) mit dem Cast der Neuauflage von "7 Tage, 7 Köpfe".bild: RTL
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"7 Tage, 7 Köpfe": Neuauflage mit hämischem Olympia-Witz – "Corona is coming home"

05.02.2022, 15:40

TV-Comebacks liegen im Trend. "Wetten, dass..?", "Geh aufs Ganze" und "TV total" sind zurück. "Der Preis ist heiß" ist geplant und auch "7 Tage, 7 Köpfe" ist hat nun seine Neuauflage erfahren.

Die von Rudi Carell erdachte RTL-Comedy-Show ist so simpel wie günstig zu produzieren: Sieben Comedians reißen Witze über die Themen der Woche. Die ursprüngliche Show moderierte ab 1996 der Kabarettist Jochen Busse, nun hat nach 16 Jahren Pause der Komiker, Karnevalist und Moderator Guido Cantz am Donnerstagabend übernommen. Dafür hat er den Samstag-Abend-Unterhaltungstanker "Verstehen Sie Spaß?" in der ARD aufgegeben. Die Besetzung der Comedians wechselt, bei der Premiere sind folgende Komiker dabei:

  • Bernd Stelter
  • Torsten Sträter
  • Chris Tall
  • Larissa Rieß
  • Kaya Yanar
  • Mirja Boes
"Boah, ich freu mich, aber ein bisschen nervös bin ich schon."
Guido Cantz

Cantz weiß um das schwere Erbe einer Show, und erst recht einer Kultshow.

Und so eröffnet er die Sendung gemeinsam mit einem der Original-Comedians: Bernd Stelter. Er war damals der Jüngste, heute ist er der Älteste im Cast, "der Fritz Walter der Comedy", sagt Cantz. "Ich glaube, ich bin einfach sitzen geblieben", sagt Stelter. Er habe sogar denselben Taxifahrer gehabt wie damals. "So alt sind die Taxifahrer in Köln."

Bernd Stelter kehrt zu "7 Tage, 7 Köpfe" zurück.
Bernd Stelter kehrt zu "7 Tage, 7 Köpfe" zurück.Bild: RTL

Und er bringt eine vernichtende Kritik aus dem Hamburger Abendblatt von damals mit. "Voll daneben" und "missraten" sind die Schlüsselworte.

Mögliche Kritik schon einmal vorweg nehmen – ein gängiger Trick, um die Wucht etwas zu dämmen. Die Sendung hechelt in 45 Minuten mit nur einer kurzen Werbung kurz vor Ende einige der Themen der Woche durch. Erstes Thema: Das RTL-Dschungelcamp. Larissa Rieß fasst die unprominenten Kandidaten zusammen: "Die Frau vom 'Bachelor', die eine mit den Lippen, die andere mit den Lipppen, die Frau vom orangefarbenen Juror von DSDS..." Bei Harald Glööckler kämen Kindheitserinnerungen auf –"Mr. Potato Head aus 'Toy Story'". Sie kramt die Figur raus und die eine gewisse Ähnlichkeit ist wirklich nicht zu bestreiten. Was der Unterschied zwischen den beiden sei? "Der eine ist komplett aus Plastik, der andere ist Mr. Potato Head.“

Die Pointen der Show sind natürlich geskripted und das merkt man auch. Die Witze sind routiniert, handwerklich sauber. Keine Geschmacksfrage ist es für Twitter-User, ob man sich über Äußerlichkeiten lustig machen darf, auch wenn sie aus selbstbestimmten Schönheits-OPs stammen.

Was den Gags oft fehlt, ist vielleicht das Besondere, ein bisschen Anarchie. Chris Tall behauptet, er sei auch "durch die Blume fürs Dschungelcamp angefragt worden". Er habe aber abgelehnt. "Weil ich finde, Sonja und Daniel machen das ganz gut." Harald Glööckler habe bei den Dschungelprüfungen keine Miene verzogen. "Wie auch – er sieht ein bisschen so aus, als hätte er alle drei Impfungen am selben Tag bekommen – alle in die Lippe."

Kaya Yanar kann gar nicht verstehen, was so besonders am Dschungelcamp sein soll: "Wenn ich tagelang nichts Ordentliches essen und draußen in der Hängematte schlafen will, frage ich meine Frau: 'Schatz, hast du zugenommen?'" Und Bernd Stelter sieht auch nur einen kleinen Unterschied zwischen "Kudu-Penis" und seiner geliebten Ochsenschwanzsuppe. Fein ziseliert sind die Witze nicht. Jeder Comedian liefert das, was man von ihm kennt und erwartet.

Als TV-Zuschauer braucht man einen Moment, um zu realisieren, dass die Hälfte der Zuschauer im Kölner Studio fotografische Pappaufsteller sind und dass zumindest der Großteil des begeisterten Lachens vom Band kommt. Manchmal sieht es sogar so aus, als ob die echten Menschen unter den Zuschauern gar nicht lachen – wegen der Mund-Nasen-Masken kann man es aber nicht sicher sagen. Die Comedians kommentieren aber immer mal wieder, wenn jemand im Publikum lacht. Das lässt nicht gerade auf dauernde Lachsalven schließen.

Comedians witzeln über Olympia

Zu den Themen der Woche gehören natürlich auch die Olympischen Winterspiele in Peking, die am Freitag eröffnet werden.

Kaya Yanar ätzt ganz nebenbei über Doping und Menschenrechte in China: "Zweimal gedopt, einmal geimpft – gilt das als geboostert? Wer zielt auf wen beim Biathtlon? Werden Bobfahrer an- oder abgeschoben?" Und dann bringt er einen hämischen Spruch angesichts der trotz aller Vorsicht festgestellten Infektionen bei Olympia-Teilnehmern in China. Sein Slogan für die Olympischen Spiele wäre: "Corona is coming home".

Im chinesischen Wuhan hatte das Virus Ende 2019 seinen Ursprung genommen, schnell wurden es und seine Varianten zum Problem für und auf der ganzen Welt. China hat sich hingegen bisher erfolgreicher als der Westen mittels rigoroser Corona-Maßnahmen gegen Infektionen gewehrt.

Bernd Stelter witzelt hingegen vergleichsweise harmlos, dass obwohl aller Schnee im Olympiaskigebiet künstlich erzeugt werden muss, der Olympia-Ort doch passend sei: "Das Wort Ski ist in China ja schon drin."

Mirja Boes wünscht sich hingegen mehr Müttersportarten bei Olympia, z.B., dass "Kindern Winterkleidung anziehen" olympisch wird. Wortspielfreund Thorsten Sträter fasst den Reiz von Olympia-TV zusammen: "Televisionäre Triebabfuhr durch Stellvertretersport".

Später geht es noch um Tierwohl und Fleisch. Während Yanar blödelt ("Die Türkei kennt nur eine Haltungsform für Tiere: Dönerspieß") findet Chris Tall eine ernste Pointe: "Es ist wirklich bitter für so ein Tier, wenn es belegt auf der Pizza mehr Platz hat als zu Lebzeiten im Stall." Und Stelter fasst zusammen: "Wir haben ein Dilemma mit die Lämmer."

Guido Cantz führt durch die Sendung.
Guido Cantz führt durch die Sendung.Bild: RTL

Thorsten Sträter gelingt es immer mal wieder, etwas genauso Lustiges wie Unerwartetes zu sagen. Er übernimmt in der Runde oft den Abschluss und begibt sich auch gern auf die Meta-Ebene wie zum Beispiel beim Thema Tierwohl und wie es seine Kollegen behandelt haben: "Selbst mittelgute Witze darüber sind besser als gar nichts zu sagen."

Der Show-Auftakt enttäuscht

Auf Twitter hagelt es negative Kritiken für die Neuauflage von "7 Tage, 7 Köpfe". Was aber eigentlich auch bei jedem Remake, jeder Wiederbelebung zu erwarten gewesen wäre. Nur Sträter wird gefeiert.

Hinter seine Comedy-Cast tritt Moderator Guido Cantz fast vollständig zurück. Hat sich dafür das Aufgeben von "Verstehen Sie Spaß" wirklich gelohnt?" Bisher nicht. Aber zum Ende verspricht Cantz den Zuschauern in die Kamera "Bleiben Sie lustig, wir tun es auch!" Gern darf gerade Cantz noch eine gute Schippe drauf legen, die Show mehr zu seiner eigenen machen.

Denn immerhin werden die nächsten Folgen nicht am Donnerstagabend, sondern am Samstagabend ausgestrahlt.

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