Die Hamburgerin Julia Eckert arbeitet im Hotelmanagement und managte auch Jauchs Fragen souverän.
Die Hamburgerin Julia Eckert arbeitet im Hotelmanagement und managte auch Jauchs Fragen souverän.Bild: RTL / Stefan Gregorowius

"Wer wird Millionär?": Kandidatin erzählt Ekel-Geschichte über Reeperbahn-Hotel

Kommt Günther Jauch in die männlichen Wechseljahre? Fest steht: Der sonst eher unterkühlte "Wer wird Millionär?"-Moderator zeigte am Montag für seine Verhältnisse ein bemerkenswertes Spektrum an Gefühlen...
15.02.2022, 06:1015.02.2022, 06:16
Michael Eichhammer

Eigentlich kennt man Günther Jauch als Pokerface der Nation. Seine Fähigkeit, Gefühle auszudrücken, glich bis dato der Emotionalität eines Schachroboters. Umso erstaunlicher, was am Montag in der aktuellen Ausgabe von "Wer wird Millionär?" passierte. Ausgerechnet am Valentinstag beschimpfte der Moderator das Publikum im Saal als "Pennbacken". Für eine Kandidatin dagegen war er, nachdem er sich zunächst über ihre Souveränität geärgert hatte, voll des Lobes: "Sie sind ja der Typ angriffslustige Kandidatin", adelte Jauch die Hamburgerin. Doch der Reihe nach...

Die Überhangkandidatin Linda Schumacher-Gernth aus Unterwachingen kapitulierte bereits bei der ersten Frage und ging mit den bereits am vorherigen Montag erspielten 32.000 Euro wieder von der Bühne. Ihre Nachfolgerin im Rampenlicht war Julia Eckert aus Hamburg. Günther Jauchs erster Eindruck: "So, da schlagen Sie verschämt die Hände vors Gesicht." Bald stellte sich heraus, dass er die Kandidatin völlig unterschätzt hatte.

Schauergeschichten von der Reeperbahn

Die Hamburgerin war alles andere als schüchtern. Abgehärtet war die Hotelmanagement-Mitarbeiterin durch ihre frühen Jahre an der Rezeption eines Hotels an der Reeperbahn. "Erzählen Sie die schrecklichste Geschichte aus dieser Zeit", forderte Günther Jauch sie auf. Da gäbe es viele, erwiderte die junge Dame. Dann entschied sie sich für eine Anekdote von einem betrunkenen Engländer, der in seiner Badewanne einschlief und diese mit dem Allerwertesten so verstopfte, dass er das gesamte Zimmer überflutete. Bemerkt wurde das durch den Gast im Zimmer darunter, der sich bei der Rezeption beschwerte, dass es von seiner Decke tropfte.

Nach dem eingeschüchterten Start von Julia Eckert erkannte Günther Jauch: "Sie sind der Typ angriffslustige Kandidatin!".
Nach dem eingeschüchterten Start von Julia Eckert erkannte Günther Jauch: "Sie sind der Typ angriffslustige Kandidatin!".Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Wer derlei erlebt hat, muss keine Angst vor Günther Jauchs Einschüchterungsversuchen haben. Das bemerkte auch der Moderator, der den schlechten Verlierer gab: "Traurige Menschen hier um uns rum, die Sie arbeitslos machen", lamentierte er, weil Julia Eckert es bis zur 4.000-Euro-Frage geschafft hatte, ohne auch nur einen Joker zu verpulvern. "Kommt noch, die 8.000-Euro-Frage ist meine Angst-Frage", tröstete sie den jammernden Jauch. Die lautete: "Spätestens seit der Wahl am 8. Dezember wurde es in ihrer neuen Rolle als Kanzlergattin für... ?" Zur Wahl standen: Jutta Zeit, Britta Ernst, Lotta Pflicht, Gitta Zappenduster. Als Hamburgerin wusste Julia Eckert: Die Gattin des Hamburgers Olaf Scholz ist Britta Ernst.

"Was ist denn hier los, ihr Pennbacken!?"

Vor der 32.000-Euro-Frage bemängelte Jauch erneut, dass die Kandidatin "immer noch keinen einzigen Joker gebraucht" habe. "Vollintegriert oder teilintegriert? Diese Frage stellt sich dem Kunden beim Kauf...?" a) eines Kamins, b) einer Steckdosenleiste, c) eines Wohnmobils, d)eines Schulranzens? Lediglich eine knappe Mehrheit von 45 Prozent im Saal war für Antwort A. 32 Prozent für B. "Oh, das ist alles andere als eindeutig", versuchte der Moderator, Julia Eckert zu verunsichern.

Mit Erfolg – Eckert wählte den 50:50-Joker. Zum Glück, denn sowohl Antwort A als auch Antwort B fielen weg. "Was ist denn hier los, ihr Pennbacken!?", beschimpfte Günther Jauch das Publikum im Studio. Natürlich mit augenzwinkerndem Humor gemeint, dennoch reagierten die überrumpelten Studiogäste mit einem verhaltenen Lachen, welches die Überraschung über Jauchs ungeahnte emotionale Eruption dokumentierte.

"Eines Wohnmobils", entschied die Kandidatin wagemutig. Ihr Mut wurde belohnt. Die 64.000 Euro erspielte sie mit Hilfe ihres "Lieblingsonkels", der nach der korrekten Antwort "Ödipus" zum "Alleswisser-Onkel, der eigentlich auf dem Stuhl sitzen müsste", avancierte. Gefragt war: "Wessen Vater soll vom Orakel von Delphi davor gewarnt worden sein, einen Sohn zu zeugen, da Blutvergießen vorherzusehen war?"

"Der Typ angriffslustige Kandidatin"

Kaum hatte Jauch das Publikum gedisst, lobte er Julia Eckert als "der Typ angriffslustige Kandidatin". Diese würde er gern öfter sehen, namentlich in den kommenden Zocker-Specials, winkte der Moderator mit dem Zaunpfahl, den Blick auffordernd in die Kamera gerichtet. Die 125.000-Euro-Frage beantwortete der Zusatzjoker: "Welcher See ist die Heimat einer Robbenart, die ausschließlich dort vorkommt?" Janos Pigerl ist ein alter "WWM"-Hase und durfte schon zweimal sein Glück versuchen. Diesmal war er allerdings lediglich Gehilfe. "Baikalsee" meinte er und die Kandidatin glaubte ihm. "Mein Gefühl sagt mir, ich soll das machen, auch wenn ich mich danach vielleicht dafür hasse", dachte sie laut. Jauch gab zu: "Ich hätte es mich nicht getraut."

Doch das Leben ist nichts für Feiglinge und das Fernsehen ebenso wenig. Julia Eckert knackte auch die 125.000-Euro-Marke. Bei der halben Million allerdings war sie mit ihrem Latein am Ende: "Die 51-jährige Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner ist quasi das weibliche Pendant zu...?" a) Reinhold Messner, b) Arnold Schwarzenegger, c) Sebastian Vettel, d) Wladimir Klitschko? Julia Eckert beschloss: "Ich habe mein Glück eben schon einmal herausgefordert, ich belasse es dabei." Sie ging mit 125.000 Euro.

"Schade, aber 125.000 Euro sind klasse"

Thomas Sachenmaier aus Heilbronn darf nächsten Montag weiterspielen. Er steht bei 8.000 Euro.
Thomas Sachenmaier aus Heilbronn darf nächsten Montag weiterspielen. Er steht bei 8.000 Euro.Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Bitter: Ihr Bauchgefühl wäre richtig gewesen. Sie hätte fast "Reinhold Messner" gesagt. Aber "fast" ist ein Wort, das die Schönheit der Chance ruiniert. In der Liebe, im Leben, im Spiel. Am Ende war Julia Eckert nicht nur eine gute Gewinnerin, sondern auch eine gute Verliererin: "Schade, aber 125.000 Euro sind klasse", lautete ihr Power-Satz zum Schluss.

Andrea Britt-Dillenberger aus Schlangenbad in Hessen erspielte 16.000 Euro. Der Radiomoderator Thomas Sachenmaier aus Heilbronn darf am kommenden Montag weiterspielen.

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