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Ökonom und Strategieberater Dr. Daniel Stelter kritisierte die Corona-Politik der Bundesregierung. Bild: screenshot zdf

"Verbale Handgranate": Ökonom steht bei "Markus Lanz" für seine Aussagen in der Kritik

Am späten Mittwochabend verkündete Angela Merkel einen neuen Stufenplan zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Corona-Strategie der vergangenen Monate war auch Hauptthema und Streitpunkt bei "Markus Lanz" im ZDF.

Bürgermeister Michael Müller schaffte es, anders als angekündigt, nicht in die Talkshow, um zu den neuen Plänen von Bund und Ländern Rede und Antwort zu stehen. Stattdessen sorgte Ökonom Dr. Daniel Stelter mit provokanten und zugespitzten Aussagen für Aufregung in der Runde. Journalist Robin Alexander hielt dagegen und auch Moderator Lanz wies seinen Gast offen in die Schranken.

Das waren die Gäste bei "Markus Lanz" am Mittwoch:

Ökonom Dr. Daniel Stelter: "Das ist Staatsversagen"

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Journalist Robin Alexander setzte sich für eine differenzierte Diskussion ein. Bild: screenshot zdf

Der stellvertretende "Welt"-Chefredakteur Robin Alexander zeigte sich sicher: In den Diskussionen der Ministerpräsidenten-Konferenz ging es nicht nur um Corona. Auch der Wahlkampf sei in die Runde eingekehrt. Die SPD fahre laut Alexander eine Kampagne gegen Jens Spahn und auch Kanzlerin Merkel habe den Gesundheitsminister "hingehangen".

Überhaupt gebe es zwischen Merkel und Spahn bei den großen Fragen der Pandemie – Impfstoffbesorgung und Teststrategie – offensichtlich Konflikte. Laut Ökonom Dr. Daniel Stelter sei Jens Spahn keineswegs der einzige, der im vergangenen Jahr Fehler gemacht habe. Ganz im Gegenteil.

"Die können es ja alle nicht", warf Stelter ein.

Er bezeichnete das politische Handeln in der Corona-Pandemie kurzerhand als "Staatsversagen". Auch nachdem Moderator Lanz darauf hinwies, das Stelter rein ökonomisch argumentiere und dass dies die den Nutzen der Pandemie-Bekämpfung völlig außer Acht lasse, argumentierte der Ökonom weiter: "Für die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt ist das eine Blamage."

Journalist Robin Alexander kritisiert Ökonom Stelter

Journalist Robin Alexander wollte die Aussagen des Strategieberaters Stelter nicht so stehen lassen. Alexander kritisierte die Wortwahl des Ökonomen: "Staatsversagen – das ist wie eine verbale Handgranate, die man wirft und dann wächst da nichts mehr." Zwar seien während der Pandemie politische Fehler gemacht worden, dennoch müsse das ernsthafte Bemühen zur Bekämpfung der Krise anerkannt werden.

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Moderator Markus Lanz wollte in dieser Sendung Zukunftsperspektiven aufzeigen. Bild: screenshot zdf

Und auch Moderator Lanz befand Staatsversagen als "zu großes Wort". Dr. Daniel Stelter fühlte sich von den verschiedenen Seiten zu Unrecht kritisiert. Offensichtlich, um sein Image zurechtzurücken, verkündete er: "Mir sind Menschenleben auch wichtig." Überzeugend darstellen konnte er dies infolge allerdings nicht.

"Markus Lanz": Lockdown gegen Wirtschaft

Immer wieder machte Stelter den Versuch, differenzierter zu argumentieren, landete bald darauf jedoch wieder bei einem recht provokanten Sprech. Der Lockdown sei "die primitivste Art der Pandemiebekämpfung". Und hätte man im Frühjahr und Sommer nur die Alten- und Pflegeheime genug geschützt, so hätte sich eine zweite Welle der Pandemie in Deutschland verhindern lassen.

An Stelter gerichtet empfahl Robin Alexander wenig später: "Sie sollten sich von dem Gedanken lösen, dass Lockdown gegen intelligente Pandemie-Bekämpfung steht." Es gehe schließlich nicht um den viel diskutierten Gegensatz von Lockdown oder Wirtschaft.

Und mit noch einem Irrtum räumte der Journalist in direkter Ansprache an Stelter auf: "Wenn Sie den Leuten an den Bildschirmen erzählen, hätten wir schneller geimpft und getestet, hätten wir den zweiten Lockdown verhindern können, so ist das nicht wahr." An Impfstoff ebenso wie an ausreichend Tests war in Deutschland im Sommer 2020 noch nicht einmal zu denken.

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