Rezo hätte mit seinen politischen Youtube-Videos eine sechsstellige Summe verdienen können – verzichtete aber aus freien Stücken darauf.
Rezo hätte mit seinen politischen Youtube-Videos eine sechsstellige Summe verdienen können – verzichtete aber aus freien Stücken darauf.Bild: dpa / Henning Kaiser

Rezo überrascht: So viel verdiente er mit CDU-Zerstörung

22.10.2021, 12:34

Als Rezo am 15. Mai 2019 sein Youtube-Video "Die Zerstörung der CDU" veröffentlicht hat, wurde er schlagartig einem größeren Publikum ein Begriff. Mittlerweile hat der Clip über 19 Millionen Aufrufe – es sollte ein Projekt von vielen für ihn auslösen. Zuvor war er in erster Linie als Musiker auf der Plattform bekannt, danach mit Youtuber-Challenges und heute ist er außerdem noch Podcaster und Unternehmer, Rezo hat mit dem Chart-Tool Nindo einen weiteren für ihn unerwarteten Erfolg gehabt.

Außerdem streamt er regelmäßig auf Twitch live und bespielt in unterschiedlicher Intensität mehrere Youtube-Kanäle. Zur Bundestagswahl brachte er drei neue politische Zerstörungsvideos heraus, in denen es um Korruption, die Klima-Katastrophe und Inkompetenz geht. Besonders bemerkenswert ist dabei immer seine Quellen- und Recherchearbeit, die oft Wochen in Anspruch nimmt. Das alles stemmt Rezo mit einem kleinen Team an Mitarbeitern.

Doch vor allem mit dem Eingangs-Clip über die CDU und allen weiteren Politik-Zerstörungsvideos verdient der Influencer bis jetzt nicht einen Cent, wie er nun im "OMR"-Podcast mit Philipp Westermeyer erzählte.

Rezo schaltete Werbung vor Erfolgsvideos aus

Mittlerweile wäre mit den vieldiskutierten Youtube-Beiträgen eine größere Summe an Werbeeinnahmen zusammengekommen – Video-Creator können sich aber auch dazu entscheiden, die Werbeeinblendungen auszuschalten. Logischerweise fallen dann alle Youtube-Einnahmen weg. Genau das tat Rezo bei seinen Zerstörungs-Videos. Westermeyer fragte im Podcast für digitales Marketing, was er wohl damit verdient hätte und hakte nach, wieso er überhaupt keine Werbung schaltete.

Zu den 19 Millionen gesellen sich noch zusammengerechnet 13,8 Millionen Views durch seinen Dreiteiler von 2021. Aber allein über sein erstes CDU-Video sagte Rezo: "Also ich glaube, ich hätte mit dem Video eine hohe fünfstellige oder kleine sechsstellige Summe an Werbeeinnahmen gehabt, vor allem mit so einem langen Video." Immerhin geht der Clip fast eine Stunde, viele Werbeeinblendungen hätten also geschaltet werden können. Zu den Gründen für das Fehlen fügte der 29-Jährige an:

"Ich habe die Werbung ausgeschaltet, einfach weil ich es aus einem künstlerischen Grund nicht fühle. Ich fühle es nicht, dass du über Politik ein Video siehst, wo es um ernste Themen geht und plötzlich rausgerissen wirst, mit irgendeiner Billo-Werbung. Das fühlt sich für mich irgendwie unpassend an."

Schließlich sei es ihm egal, ob er mit den aufwendigen Produktionen Geld verdiene: "Das ist ja nicht der Punkt, deswegen mache ich es ja nicht."

Anzumerken bleibt, dass Rezo auch schon vor seinen politischen Videos erfolgreich auf Youtube gewesen ist, seine Musikvideos und andere Posts sammelten ebenfalls Millionen Views. In anderen Videos schaltet er zudem auch Werbung und geht einige wenige Werbeplacements ein. Doch auch die Platzierung von bestimmten Produkten sei bei den CDU-Videos nicht infrage gekommen:

"Man hätte es bestimmt verpacken können, aber wofür? Für Geld. An dem Punkt, wo du eine Frage beantwortest mit: 'Für Geld', ist es immer ganz unangenehm."

Selbstverständlich verstehe es der Aachener, dass man als Unternehmer seine Ausgaben durch Gewinn wieder einnehmen möchte und auch ein wenig mehr, dass Geld allerdings der einzige Antrieb hinter der kreativen Arbeit sein soll, sehe er nicht ein – das finde er "ein bisschen uninspiriert".

CDU-Absturz durch Rezos Youtube-Videos?

Nach der Bundestagswahl fuhr die CDU schließlich in diesem Jahr auch das historisch schlechteste Wahlergebnis seit Parteigründung ein. Das finde Rezo durchaus bemerkenswert, einen direkten Einfluss auf das Wahlergebnis sehe er aber durch seine Videos nicht unbedingt. Zumindest äußerte er dazu: "Ich kann es selbst nicht einschätzen. Die meiste Wahlmacht haben die Leute 60 plus. Und das sind nicht primär die, die meine Videos gucken."

Gänzlich lossprechen möchte er sich von einem gewissen Einfluss auch auf die ältere Generation aber nicht. Er bekomme, so berichtete er weiter, zumindest viele Nachrichten von seinen Fans, in denen steht, dass sie Rezos Video mit ihren Großeltern oder Eltern gesehen hätten.

Die hätten sich dann durchaus auch oftmals in ihrer Wahlentscheidung umstimmen lassen. "Sowas lese ich schon viel. Aber nur, weil ich das viel lese, kann ich nicht wirklich einschätzen, ob das bei so vielen Millionen Menschen, die wählen, einen nennenswerten Punkt ausmacht", führte er schließlich dazu aus.

(cfl)

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