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Coronavirus - Tue May 5, 2020. Note to eds: the face of the patient has been obscured by the PA Picture Desk at the request of the hospital. A member of the Intensive Care team treats Covid-19 patients at Craigavon Area Hospital in Co Armagh, Northern Ireland. Picture date: Monday May 4, 2020. The number of people who have died after testing positive for coronavirus in Northern Ireland rose to 387 on Monday, after another six deaths were reported. See PA story HEALTH Coronavirus ICU. Photo credit should read: Niall Carson/PA Wire URN:53634540 |

Medizinisches Personal auf der Intensivstation mit einem Corona-Patienten. Bild: PA Wire / Niall Carson

Erste Ergebnisse: Medikament hilft laut Oxford-Forschern bei schwerem Covid-19-Verlauf

Der Entzündungshemmer Dexamethason könnte die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen senken. Darauf weisen vorläufige Ergebnisse einer klinischen Studie hin, die noch nicht veröffentlicht sind und bisher nicht von anderen Experten begutachtet wurden. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, wie die federführenden Wissenschaftler von der Universität Oxford in einer Pressemitteilung berichten.

"Dexamethason ist das erste Medikament, von dem gezeigt wurde, dass es das Überleben bei Covid-19 verbessert", erklärte Peter Horby, einer der Leiter der "Recovery"-Studie. "Dexamethason ist kostengünstig, verfügbar und kann sofort eingesetzt werden, um weltweit Leben zu retten."

In der "Recovery"-Studie untersuchen Wissenschaftler die Eignung verschiedener bereits zugelassener Medikamente als Mittel gegen Covid-19. Insgesamt sind den Angaben zufolge mehr als 11.500 Patienten aus über 175 Kliniken in Großbritannien in die Studie aufgenommen. Der Dexamethason-Teil der Studie umfasste demnach insgesamt 2104 Patienten, die für zehn Tage einmal täglich 6 Milligramm Dexamethason bekamen. 4321 Patienten dienten als Kontrollgruppe.

"Dexamethason reduziert das Sterberisiko bei Patienten mit schweren Atemkomplikationen"

Die Sterblichkeit nach 28 Tagen war unter den künstlich beatmeten Patienten am höchsten. Sie lag ohne Dexamethason-Behandlung bei 41 Prozent. In der Versuchsgruppe sank sie um ein Drittel. Bei den Patienten, die Sauerstoff bekamen, aber nicht künstlich beatmet wurden, sank sie um ein Fünftel. Bei den Patienten, die gar keinen Sauerstoff benötigten, zeigte die Behandlung keine Wirkung.

Vorläufige Ergebnisse sind eindeutig

Basierend auf den Zahlen würde bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten durch Dexamethason ein Todesfall verhindert, heißt es in der Mitteilung. "Diese vorläufigen Ergebnisse der "Recovery"-Studie sind sehr eindeutig – Dexamethason reduziert das Sterberisiko bei Patienten mit schweren Atemkomplikationen", erklärte Martin Landray, ein weiterer Studienleiter.

Nick Cammack, Covid-19-Forschungsbeauftragter bei der Wellcome-Stiftung, sprach in einem Statement von einem Durchbruch. Das Medikament müsse den Tausenden von schwer Erkrankten weltweit nun zugänglich gemacht werden. Die in London ansässige Wellcome-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der weltweiten Gesundheit ein.

Dexamethason wird üblicherweise als Entzündungshemmer eingesetzt, etwa bei Entzündungen von Haut und Gelenken.

(lau/dpa)

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