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Gletscher haben seit 1961 ganze 9.000.000.000.000 Tonnen Eis verloren

08.04.2019, 19:32

Es schmilzt so stark, wie man es kaum gedacht hätte. Und deswegen steigt das Wasser so stark, wie man es kaum gedacht hätte.

  • Schmelzende Gletscher haben den Meeresspiegel zuletzt um im Schnitt fast einen Millimeter im Jahr steigen lassen.
  • Nach neuen Schätzungen verlieren sie dabei jährlich 335 Milliarden Tonnen Eis.

Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Zürich, die Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet haben. Damit könne der Eisverlust für alle Gebirgsregionen bis zurück in die 1960er Jahre geschätzt werden, schreibt das Team um Michael Zemp von der Universität Zürich in der Fachzeitschrift "Nature". Die Daten belegten, dass der jährliche Verlust der Gletschermasse weltweit in den vergangenen 30 Jahren deutlich zugenommen habe.

"Weltweit verlieren wir derzeit rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der Europäischen Alpen. Und das jedes Jahr", so Glaziologe Zemp. Die Gletscher tragen nach seinen Angaben aktuell 25 bis 30 Prozent zum Anstieg des globalen Meeresspiegels bei. Eine andere Ursache ist, dass das Meerwasser durch die Erwärmung der Ozeane an Volumen gewinnt.

  • Die Satelliten vermessen die Erdoberfläche digital und liefern Informationen über die Eisdicke zu verschiedenen Zeitpunkten.
  • Damit sei es möglich gewesen, die Veränderungen an weltweit mehr als 19.000 Gletschern zu rekonstruieren, schreiben die Autoren.
  • Die Gletscher hätten zwischen 1961 und 2016 mehr als 9000 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Das entspreche einem mittleren globalen Anstieg des Meeresspiegels von 27 Millimetern. Allein in den Jahren 2006 bis 2016 waren es im Schnitt fast ein Millimeter im Jahr.

Dazu trugen am meisten die Gletscher in Alaska bei, gefolgt von denen in Patagonien im Süden Chiles und Argentiniens und in den arktischen Gletscherregionen um den Nordpol. Auch in den Alpen, im Kaukasus oder in Neuseeland hätten die Gletscher viel Eis verloren. Da diese Gletscherflächen aber relativ klein seien, trage das weniger zum Anstieg des Meeresspiegels bei.

(mbi/dpa)

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