ARCHIV - 14.09.2021, Hamburg: Ein Paar sitzt vor dem Fernseher, der Mann h
Hast du dir schon einmal gewünscht, dass du das Essen aus dem Fernsehen probieren kannst? Eine japanische Erfindung soll das jetzt möglich machen. Bild: dpa / Daniel Reinhardt
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Bildschirm ablecken? Dieser Fernseher schmeckt nach Essen

30.12.2021, 11:09

Geschmacksfernsehen gab es bisher nur in Science-Fiction-Filmen und anderen Utopien. Doch das soll sich jetzt ändern: An der japanischen Meiji-Universität steht ein Bildschirm, der verschiedene Geschmäcker von Lebensmittel imitieren kann. Das Gerät mit der Bezeichnung "Taste the TV" (TTTV) wurde von dem Wissenschaftler Homei Miyashita und 30 Studierenden entwickelt. Das Team hat sich auf geschmackserzeugende Geräte spezialisiert und in der Vergangenheit beispielsweise bereits eine Gabel entwickelt, die Essen intensiver schmecken lassen soll.

In dem Fernseher sind zehn Behälter, die verschiedene Aromen enthalten – wie beispielsweise süß, sauer, salzig oder bitter. Durch verschiedene Kombinationen dieser Aromen entstehen unterschiedliche Geschmäcker und es können unterschiedliche Lebensmittel nachgeahmt werden. Die Geschmacksprobe wird dann auf einen ableckbaren Bildschirm gesprüht und kann dort von den Zuschauerinnen und Zuschauern direkt probiert werden.

Gerät ermöglicht kulinarische Erfahrungen in Zeiten von Corona

Auslöser für die Entwicklung des Prototyps, war die Corona-Pandemie, der damit einhergehende Lockdown und der immer größer werdende Wunsch danach, mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Das Ziel des TTTV ist, "den Menschen das Erlebnis zu ermöglichen, in einem Restaurant auf der anderen Seite der Welt zu essen, auch wenn sie zu Hause bleiben", erklärte Miyashita gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters".

Der erste Prototyp des Geschmacksfernsehers wurde innerhalb eines Jahres von Miyashita selbst angefertigt. Er schätzt, dass die Herstellung eines Geräts zur kommerziellen Nutzung um die 100.000 yen – also etwa 767 Euro – kosten wird.

Miyashita plant iTunes für Geschmäcker

Der Wissenschaftler ist bereits mit mehreren Unternehmen im Gespräch darüber, wie man seine Technologie nutzen könnte, um etwa den Geschmack von Pizza oder Schokolade auf eine Scheibe getoastetes Brot aufzutragen. Auch Fernunterricht für Köche oder Sommeliers soll mit dem Abschleck-TV möglich sein. Miyashita möchte zudem eine Plattform entwickeln, von der Geschmäcker aus aller Welt heruntergeladen und probiert werden können – ganz so wie man es heutzutage mit Musik macht.

(fw)

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