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Was haben Die Toten Hosen, Rammstein, Helene Fischer und Sarah Connor gemeinsam? Sie begehren gegen Streaming-Dienste auf. Bild: imago images / Getty Images / 76cfc62a_271 / ZUMA Press / ZweiKameraden / osnapix / Hirnschal / Stefan M. Prager / montage watson

Streaming-Rebellion: Rammstein, Helene und weitere deutsche Musiker wollen mehr Geld

Was haben Rammstein, Helene Fischer und die Toten Hosen gemeinsam? "Gar nichts!!!!!", werdet ihr jetzt erstmal entsetzt brüllen – schließlich hört ihr "Atemlos" ja nur, wenn ihr besoffen aus einem Festzelt stolpert, während Rammstein bei euch in Dauerschleife läuft.

Eines aber haben die drei genannten Künstler(-gruppen) doch gemeinsam: Sie wollen Geld mit ihrer Musik verdienen. Und das liegt im 21. Jahrhundert mehr und mehr im Streaming-Geschäft.

Deutsche Musikstars wie Rammstein, Helene Fischer, die Toten Hosen, Sarah Connor, Peter Maffay und Marius Müller-Westernhagen verlangen von ihren Plattenfirmen daher nun einen größeren Anteil an den stark wachsenden Einnahmen aus dem Streaming.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, 14 Manager und Anwälte von Musikern hätten sich gegen die Plattenfirmen zusammengeschlossen. Die Zeitung zitierte aus einem Schreiben an die Plattenfirmen, wonach die Vertreter der Musiker gemeinsame Interessen in Zukunft "gebündelt" vertreten wollen.

Im deutschen Musikgeschäft gab es einen solchen Aufstand der Stars laut "FAS" noch nie. Es gebe "das dringende und grundlegende Bedürfnis", die bisherigen Abrechnungs- und Verteilungsmethoden beim Musik-Streaming zu überprüfen, zitierte die Zeitung weiter aus dem Brief an die Plattenfirmen. Sie hätten auch Bedenken, ob die derzeitigen Regelungen zum Streaming "rechtskonform" seien.

Neues Ausschüttungsmodell könnte Helene Fischer und den anderen helfen

Streaming wird auch in Deutschland immer beliebter. Der Bundesverband Musikindustrie meldete Anfang des Jahres, dass hierzulande allein 2019 über 107 Milliarden Mal Songs aus dem Internet abgerufen wurden. Im Jahr davor waren es noch 79,5 Milliarden Streams.

Es steckt also viel Geld im Musik-Streaming – und das fließt an alten Hasen vorbei. Deren Verträge konzentrieren sich auf das traditionelle Plattengeschäft, Einnahmen aus dem Streaming werden darin nur zum Teil berücksichtigt.

 Schlagerbooom - Das internationale Schlagerfest am 02.11.2019 in der Westfalenhalle in Dortmund Helene Fischer Foto: osnapix Schlagerbooom 2019 - Das internationale Schlagerfest *** Schlagerbooom The international Schlagerfest on 02 11 2019 in the Westfalenhalle in Dortmund Helene Fischer Photo osnapix Schlagerbooom 2019 The international Schlagerfest MH

Auch Helene Fischer hat das Schreiben unterzeichnet. Bild: www.imago-images.de

Laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung könnte ein neues Ausschüttungsmodell die Streaming-Einnahmen gerechter auf die Künstler verteilen. Demnach soll mit dem "User Centric Payment System (UCPS)" das Geld so ausgeschüttet werden, dass ein Künstler mehr bekommt, je mehr seine Songs von einzelnen Usern abgerufen werden – und nicht mehr wie bisher anteilig bezahlt werden.

Die Plattenfirmen müssten diesem Modell, das etwa der Streaming-Dienst Deezer in Frankreich ausprobieren möchte, allerdings erst zustimmen.

Eine Plattenfirma will erstmal nicht verhandeln

Das Schreiben, aus dem die "FAS" zitiert, stammt demnach vom Dezember und ging an Spitzenmanager der vier führenden Plattenfirmen: Universal, Sony, Warner und die Bertelsmann-Musiksparte BMG. Die Manager der Musikstars forderten die Vertreter der Plattenindustrie laut "FAS" zu einem Treffen im Februar in Berlin auf, um über das Thema zu beraten.

Eine Sprecherin von Warner Music sagte der "FAS" jedoch, das Unternehmen werde an der Verhandlungsrunde nicht teilnehmen. Grund dafür seien unter anderem wettbewerbsrechtliche Bedenken. Von den drei anderen Plattenfirmen erhielt die Zeitung zunächst keine Stellungnahme.

(pcl/ mit afp)

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