Michael Schumacher 1993 in einem Kart von Benetton.
Michael Schumacher 1993 in einem Kart von Benetton.
Bild: imago sportfotodienst / Horst Galuschka

Netflix-Doku verrät: Deshalb fuhr Schumacher einmal für Luxemburg

15.09.2021, 16:2015.09.2021, 16:44

Mit ruhiger Musik und Unterwasser-Sequenzen, in der die Familie Schumacher mit Schildkröten schwimmt, startet sie, die neue Netflix-Dokumentation "Schumacher". In der nächsten Szene fahren die Zuschauer aus der Cockpit-Perspektive mit dem Rekordweltmeister eine Rennrunde in Monaco.

Schon der Beginn der Dokumentation zeigt die beiden Komponenten, die die Produzenten in der neuen Dokumentation vereinen wollten: das Privatleben des heute 52-Jährigen – und seine Rennkarriere. Produzent Benjamin Seikler hatte schon vor der Veröffentlichung erklärt: "Bei Schumacher gab es den Reiz, dass man relativ wenig von seiner Person wusste: Wie ist er zu so einem Ausnahme-Sportler geworden? Wie tickt er? Das Menschliche wurde in der Öffentlichkeit kaum auserzählt, und das hat uns total interessiert."

Schumacher startet für Luxemburg

So kommt es auch, dass eine Szene von dem Beginn der Fahrer-Karriere Schumachers erzählt. Als er bei einer Junioren-Kart-Weltmeisterschaft 1983 antrat, startete er überraschend für Luxemburg – und nicht für Deutschland. Das erklärt der damals 14-jährige Michael Schumacher in einem Interview selbst: "In Deutschland müssen wir Qualifikationsläufe fahren, und das kostet Geld. Und wenn wir da ausfallen, sind wir nicht für die WM qualifiziert. In Luxemburg sind wir der einzige Starter, und das kostet kein Geld, und wir sind qualifiziert."

Michael Schumacher (M.) mit seinem damaligen Manager Willi Weber beim Formel-3-Rennen in Macau.
Michael Schumacher (M.) mit seinem damaligen Manager Willi Weber beim Formel-3-Rennen in Macau.
Bild: www.imago-images.de / Motorsport Images

Aus finanziellen Gründen fuhr er damals also für den kleinen Nachbarstaat. Grundsätzlich wird zu Beginn die angespannte Lage der Schumachers thematisiert. Seine Eltern hatten nicht das nötige Geld, um Michael einen Platz in einem Cockpit zu kaufen. Daher hatte Schumacher Glück, dass Willi Weber, sein ehemaliger Manager, auf ihn aufmerksam wurde. Vater Rolf Schumacher erinnert sich in der Dokumentation:

"Herr Weber hat zu uns gesagt: 'Heute Abend kommt ihr bei mir vorbei. Der kriegt einen Fünfjahresvertrag, der kriegt einen Pkw und kriegt 2000 Mark im Monat Gehalt'. Das war natürlich der Wahnsinn!"
Rolf Schumacher, Vater von Rekordweltmeister Michael

Corinna passte auf, dass er an Rennwochenenden genug schlief

Aber auch Anekdoten aus der Formel-1-Zeit kommen in dem Film nicht zu kurz. So erklärt Michael Schumachers Ehefrau Corinna, dass sie an Rennwochenenden den Zeitplan minutengenau auf ihren Mann abgestimmt hatte und er immer eine bestimmte Dauer Schlaf bekommen musste. Sie selbst konnte bei einem Rennen in Japan im Hotel-Zimmer nicht schlafen und schildert die Situation lachend so: "In Suzuka gab es eine Situation, in der ich nicht schlafen konnte. Dann habe ich die halbe Nacht auf der Toilette mein Buch gelesen, weil ich nicht wollte, dass er wach wird."

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Auf den sozialen Kanälen hielt sich Mick Schumacher während der fast vierwöchigen Formel-1-Sommerpause zurück. Erst zu Wochenbeginn war der 22-Jährige wieder aktiv und veröffentlichte ein Instagram-Foto, auf dem er Kraftsport machte. Darunter schrieb er auf Englisch: "Es ist Zeit, zurück an die Arbeit zu gehen."

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