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Pflanzliche Ernährung ist gesund – und schont das Klima. Bild: iStockphoto / Prostock-Studio

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Klimaschonend kochen: TV-Köche schicken ihre Lieblingsrezepte

Wir pflanzen, pflügen, ernten. Felder produzieren immer mehr Ertrag, ein einzelner Landwirt kann immer mehr Menschen ernähren. Der Vorratsspeicher der Erde ist prall gefüllt – theoretisch können wir mit den weltweit erzeugten Nahrungsmitteln 12 Milliarden Menschen versorgen.

Tatsächlich leiden täglich aber 690 Millionen Menschen an Hunger – bei aktuell 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde. Man muss kein großes Zahlengenie sein, um zu erkennen: Da passt etwas nicht zusammen.

Denn da sind eben auch die 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, die nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO der Vereinten Nationen jedes Jahr weggeworfen werden. Da ist die ungleiche Verteilung der Ressourcen über die Kontinente. Da ist die Klimakrise, die in manchen Regionen schon jetzt zu Naturkatastrophen, ausgetrockneten Flüssen und unfruchtbaren Feldern führt. Und da sind die Tonnen von Soja, die nicht Menschen satt machen, sondern Tiere – um unseren Fleischhunger zu stillen. Unsere Ernährung hat somit einen enormen Einfluss auf unseren ökologischen Fußabdruck: 35 Prozent davon wird durch das beeinflusst, was auf unserem Teller und damit auch in unserem Magen landet.

Die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger hat deshalb die Kampagne "Lieblingsrezepte in Aktion" ins Leben gerufen. Wer sich für die Rezept-Aktion registriert, erhält über 14 Tage verteilt Rezepte von sechs bekannten Köchen per Mail zugeschickt. Die sind hauptsächlich pflanzlich und damit klimafreundlich, sollen dabei aber auch Reste verwerten, gesund sein – und natürlich lecker.

"Pflanzliche und saisonale Ernährung fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit und leistet gleichzeitig einen positiven Beitrag im Kampf gegen den Hunger auf dieser Welt", sagt Nina Geisler von Aktion gegen den Hunger gegenüber watson. Die Hilfsorganisation setzt sich in 50 Ländern gegen Mangelernährung ein, leistet humanitäre Hilfe und unterstützt Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen. Nina Geisler sagt:

"Die meisten Kinder, die Hunger leiden, leben in einem Land, in dem Nahrung an Tiere verfüttert wird, die anschließend als Fleischprodukte in den Globalen Norden exportiert werden. Für die Produktion von tierischen Lebensmitteln werden weltweit mehr als 80 Prozent der Agrarflächen benötigt. Das ist ein Großteil der gesamten Nutzfläche, die jedoch nur 17 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelversorgung abdeckt. Zudem ist der Wasserverbrauch wesentlich höher als bei der Herstellung pflanzlicher Lebensmittel."

Tofu Tikka und Brotlinge

Regionales und saisonales Obst und Gemüse sind also ein erster wichtiger Schritt zu einer klimafreundlicheren Ernährung. Vegetarier, Veganer und Hobbyköche dürften auch ohnehin ein großes Repertoire an pflanzlichen Rezepten haben. Aber manch anderem mag vielleicht die Kreativität ausgehen, wenn es darum geht, mehr als Reis mit Gemüse auf den Teller zu bekommen oder Hühnchen durch Tofu zu ersetzen. Ihnen soll die Rezept-Aktion helfen, ressourcenschonend und klimafreundlich zu kochen.

So gibt es zum Beispiel direkt zu Beginn ein Rezept für eine Zitronen-Pizza mit Baby-Spinat von Fernsehkoch Christian Rach. Zehn Zutaten und eine halbe Stunde Zeit sollen ausreichen, um die vegetarische Pizza-Variation zuzubereiten. "Dass es heute noch Hunger auf der Welt gibt, ist die größte Sauerei, die wir uns leisten können", schreibt der TV-Koch dazu in der Mail. "Schluss damit! Nachhaltig und vorausschauend produzieren ist Pflicht. Aber auch jeder einzelne kann seinen Beitrag leisten, indem er sein Konsumverhalten überprüft und die Wegwerfmentalität aus seinem persönlichen Leben streicht."

Neben Rach haben fünf andere bekannte Köche ihr Kochbuch geöffnet und ihre nachhaltigen Lieblingsrezepte herausgekramt: Zero-Waste-Expertin Sophia Hoffmann, Moderatorin Zora Klipp, TV-Koch und Aktivist Ole Plogstedt und das Foodblog-Team von Eat this! Sie servieren zum Beispiel Tofu Tikka Masala oder vegane Brotlinge mit Ofenpommes – und als Beilage dazu Infos darüber, wie der globale Hunger mit unserem eigenen Konsumverhalten zusammenhängt.

"Wenn wir bewusst und pflanzenbasiert konsumieren, bestimmen wir die Nachfrage innerhalb der Lebensmittelindustrie und vermeiden dadurch Überproduktion und Lebensmittelverschwendung", sagt Nina Geisler. "Gleichzeitig schonen wir unser Klima und die Ressourcen, retten dadurch Lebensräume und tragen dazu bei, dass Menschen aufgrund dessen nicht an Hunger leiden müssen."

Und dieser bewusste Konsum kann schon mit Kleinigkeiten beginnen: Sich einen Einkaufszettel schreiben zum Beispiel, um nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Auf diesem sollten dann weniger tierische und mehr pflanzliche, regionale und saisonale Produkte landen. Genug Ideen, was man daraus machen kann, gibt es jetzt ja.

(ftk)

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