Feuerstelle Madagaskar
Eine bislang klassische Feuerstelle mit Holzkohle als Brennstoff zum Kochen auf Madagaskar. Bild: iStockphoto / Stefano Barzellotti
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Madagaskar setzt auf nachhaltige Energieversorgung mit Bio-Pellets

27.12.2021, 11:34

Mehr als drei Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu elektrischer Energie und sind deshalb auf das Kochen mit fossilen Brennstoffen angewiesen. In Ländern wie Madagaskar bedeutet dies, dass vorwiegend mit Holz und Kohle gekocht wird. Mit der täglichen Verwendung der fossilen Brennstoffe gehen die verschiedenen Wälder- und Tierarten rasant zurück. Eine weitere Folge sind erodierte Böden und häufige Waldbrände.

Die Menschen sind durch die ständige Luftbelastung zudem stark gesundheitlich gefährdet. Jährlich sterben allein 3,8 Millionen Menschen an den Folgen von Atemwegserkrankungen. Insbesondere Frauen und Kinder, welche die meiste Zeit des Tages an den Feuerstellen verbringen, leiden unter dem belastenden Rauch, der durch das Verbrennen der Kohlen oder Holzscheite entsteht (WHO 2018).

Menschen auf Madagaskar sollen umweltfreundlich kochen können

Das gemeinnützige Unternehmen "Bio Pellets Energy" aus Deutschland und Madagaskar hat deshalb eine Alternative entwickelt, die den Menschen auf Madagaskar ein gesundheits- und noch dazu umweltfreundliches Kochen ermöglicht. Die Lösung des Problems liegt dabei nah auf den Feldern des Landes: Denn dort wächst das sogenannte Miscanthus-Gras in rauen Mengen. Das Gras kann getrocknet zu kleinen Pellets gepresst werden. Mit diesem Endprodukt lassen sich nicht nur Holz und Kohle aufwandsfrei als Brennstoff ersetzen: die verkohlten Pellets erhöhen auch als Dünger die Fruchtbarkeit der Böden.

Da das Gras zweimal im Jahr geerntet wird, verhindert es die Entstehung und Ausbreitung von Feuern. Für die Menschen des Landes bedeutet es in der Beschaffung von Brennmaterial ebenfalls eine Erleichterung. Anstatt stundenlang nach trockenem Holz zu suchen, können sie das Miscanthus-Gras ernten. Durch die Ernte gibt es Arbeit und stets verfügbares nachhaltiges Brennmaterial.

Effizientes Kochen spart 125 Tonnen CO2

Aktuell wird das Projekt "Bio-Pellet Energy" mit über 60.000 Euro und gut 200 Unterstützenden gefördert. Neben den Bio-Pellets hat das Unternehmen Kochermodelle entwickelt, die auf ihren Schadstoffausstoß und ihre Effizienz im ZIES an der Hochschule Düsseldorf getestet werden.

Das Projekt ist darauf ausgerichtet, in Madagaskar ein Gewerbe aufzubauen, das nach spätestens drei Jahren von den Partnern dort übernommen und die Versorgung mit Pellets unabhängig weiterverfolgt werden kann. Bereits eine Versorgung von 750 Haushalten mit Pellets durch eine kleine Presse und ein Kochen mit effizienten Kochern bedeuten eine Einsparung von etwa 125 Tonnen CO2 jährlich, wie es auf der Seite des Projektes heißt.

(lmk)

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